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== Hohn == | == Hohn == | ||
* Stammbaum: von Verachtung · zu – | * Stammbaum: von Verachtung · zu – | ||
* Beschreibung: | * Spruch: „Ha!“ „Hast du dir das so vorgestellt?“ „Das habe ich gleich gesagt.“ | ||
* Hunger: Dem anderen die Verachtung zeigen, am besten vor Zeugen. | |||
* Trigger: Der Verachtete scheitert, oder er erhebt einen Anspruch, der ihm nicht zusteht. | |||
* Bannung: offen. | |||
* Mimik: Lachen mit einem einseitig angespannten Mundwinkel, der Kopf zurückgelegt. | |||
* Beschreibung: Hohn ist die laut ausgesprochene Verachtung. Wo die Verachtung ablehnt, zeigt der Hohn dem anderen und den Zuschauern, dass er unter einem steht. Er trifft meist den, der schon liegt. | |||
:Von mir: '''Hohn als Zucht.''' Billig (2005, ''Laughter and Ridicule'') schreibt, alle Kulturen setzten Hohn und Spott ein, um Normen durchzusetzen. Die Angst vor dem Spott wirke als verinnerlichte Kontrolle. Das passt zum Absatz bei der [[#Verachtung|Verachtung]], dass sie die Ehre schützt. Ich kenne die Arbeit nur nach Zusammenfassungen. | |||
== Zynisch == | == Zynisch == | ||
* Stammbaum: von Verachtung, Schmach · zu – | * Stammbaum: von Verachtung, Schmach · zu – | ||
* Beschreibung: | * Spruch: „Jeder ist käuflich.“ „Das ist alles nur Show.“ „Wer an das Gute glaubt, ist naiv.“ | ||
* Hunger: Nicht mehr enttäuscht werden und sich überlegen fühlen, weil man alles durchschaut. | |||
* Trigger: Ideale, Hoffnung, ehrliche Begeisterung anderer. | |||
* Bannung: offen. | |||
* Beschreibung: Der Zyniker verachtet die Werte und hält sie für Heuchelei. | |||
:'''Woran man zynisch wird.''' Zynisch wird man, wenn man etwas Ehrenwertes erreichen will und an der Unwürdigkeit der anderen scheitert oder am Schicksal. | |||
:Von mir: '''Belege.''' Kanter und Mirvis (1989) sowie Dean, Brandes und Dharwadkar (1998) beschreiben Zynismus als Folge enttäuschter Erwartungen, geprägt von Hoffnungslosigkeit, Enttäuschung und Ernüchterung und verbunden mit Geringschätzung, Ekel und Misstrauen (Andersson 1996, nach Auszügen). Sloterdijk (''Kritik der zynischen Vernunft'', 1983) nennt den Zynismus „aufgeklärtes falsches Bewusstsein“ und trennt ihn vom Kynismus des Diogenes, der mit dem Spott Missstände aufdeckte. Der Zyniker hat die Aufklärung gelernt, aber nicht vollzogen. Die Studien betreffen Beschäftigte in Organisationen. Dass die Schmach der zweite Elternteil ist, lese ich so: Wer enttäuscht oder gedemütigt wurde, schützt sich, indem er die Hoffnung selbst abwertet. Das ist meine Deutung. | |||
== Arroganz == | == Arroganz == | ||
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== Spötter == | == Spötter == | ||
* Stammbaum: von Verachtung, Kobold · zu – | * Stammbaum: von Verachtung, Kobold · zu – | ||
* Beschreibung: | * Spruch: „Na, da hat jemand aber große Pläne.“ Dazu die Pointe auf Kosten des anderen. | ||
* Hunger: Die Lacher auf seiner Seite haben und den anderen lächerlich machen. | |||
* Trigger: Jemand ist pathetisch, eitel, unbeholfen oder redet Unsinn. | |||
* Bannung: offen. | |||
* Beschreibung: Der Spötter ist der Hohn mit Witz. Der [[Kobold]] liefert den Humor, die Verachtung die Richtung. Ruch und Proyer (2009) nennen die Freude daran, andere auszulachen, Katagelastizismus, das Gegenstück zur Gelotophobie, der Angst vor dem Ausgelachtwerden. | |||
:Von mir: '''Spott und Auftritt.''' Ein Beispiel ist Ali vor dem Kampf gegen Liston (siehe [[#Krieger|Krieger]]). Ich kenne die Arbeiten von Ruch und Proyer nur nach Titeln und Zusammenfassungen. | |||
== Häme == | == Häme == | ||
* Stammbaum: von Verachtung, Piesacker · zu Troll | * Stammbaum: von Verachtung, Piesacker, [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Neid|Neid]] · zu Troll | ||
* Beschreibung: | * Spruch: „Geschieht dir recht.“ „Selber schuld.“ | ||
* Hunger: Das Unglück des anderen genießen und es ihn merken lassen. | |||
* Trigger: Dem Verachteten oder Beneideten passiert etwas Schlimmes. | |||
* Bannung: offen. | |||
* Beschreibung: Häme ist die ausgelebte Schadenfreude. Das Gefühl allein ist still; die Häme zeigt es und sticht. | |||
:'''Neid und Genugtuung.''' Bei der Häme kommt der Neid dazu, und dann die Genugtuung, wenn man überlegen ist. Nachtreten ist Rache für die Unterlegenheit. | |||
:Von mir: '''Belege.''' Smith u. a. (1996) fanden, dass Neid Schadenfreude erzeugt, wenn der Beneidete ein Unglück erlebt. Van Dijk u. a. (2006) haben die Rolle des Neids dabei neu untersucht (''When people fall from grace: Reconsidering the role of envy in Schadenfreude''); das Ergebnis habe ich nicht gelesen, deshalb steht hier nur, dass Neid dazugehört. Cikara und Fiske (2011) fanden Freude am Unglück bei Gruppen, die man verachtet oder beneidet, auch an der Gesichtsmuskulatur messbar. Zum Nachtreten: Baumeister, Smart und Boden (1996) fanden, dass Gewalt am häufigsten aus bedrohtem Selbstbild folgt, wenn eine hohe Selbsteinschätzung von jemandem oder etwas bestritten wird. Das ist keine Studie über Nachtreten, aber es stützt den Satz. Beim Lynchmord an Jesse Washington (siehe [[#Hass|Hass]]) war die Häme die Freude der Menge. | |||
== Drohender == | == Drohender == | ||