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Admin (Diskussion | Beiträge) K (Werden und Sein, Kreis der Dämonen im Wortlaut) |
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== Werden und Sein == | == Werden und Sein == | ||
Es gibt ja | Es gibt ja 2 grundlegende Philosophien, die Fortdauer erklären. | ||
Das Sein ist eigentlich gar keine Erklärung, sondern ein Begriff X, der das Phänomen bezeichnet und daraufhin als Ursache dafür ausgegeben wird. Dieser Stein ist ein Ding, | Parmenides oder Heraklit. | ||
Das Sein ist eigentlich gar keine Erklärung, sondern ein Begriff X, der das Phänomen bezeichnet und daraufhin als Ursache dafür ausgegeben wird. | |||
Dieser Stein ist ein Ding, dass existiert. Das ist nur ein Wort für sein Andauern und Widerstand. Aber dann wird aus einem Wort eine Ursache gemacht. | |||
Warum dauert er an über die Zeit? Wegen seiner Existenz. | |||
Das ist ein Hütchen Spiel. | |||
Es wird behauptet, unter der Nusschale ist eine Münze, die Wert hat. Mit der man bezahlen kann. Eine Erklärung. | |||
Und damit arbeitet man. Mit einer Worthülse. Eine Nuss schale, unter der angeblich etwas liegt. | |||
Aber da ist nichts. Wenn man die Schale anhebt. | |||
Es war nur die Behauptung für die Existenz einer Erklärung. Aber nicht eine Erklärung. Nur die Bezeichnung des Phänomen. | |||
Warum dauert der Stein an über die Zeit? Wegen seinem Andauern. | |||
Heraklit: Der beschreibt einfach, was er sieht. Dabei geht es nicht um eine logische Erklärung. Und überhaupt hat das auch noch niemand geschafft. Logisch. Werden ist nämlich elementarer als Logik. | Heraklit: Der beschreibt einfach, was er sieht. Dabei geht es nicht um eine logische Erklärung. Und überhaupt hat das auch noch niemand geschafft. Logisch. Werden ist nämlich elementarer als Logik. | ||
Wir beobachten, dass jedes Andauern im Werden eine Form von Fortpflanzung | Wir beobachten, dass jedes Andauern im Werden eine Form von Fortpflanzung ist. | ||
Die Kerzenflamme heizt den Wachs zu Gas, | Ein kybernetischer Kreis. | ||
Ein Muster erzeugt sich selbst immer wieder neu. | |||
Die Kerzenflamme heizt den Wachs zu Gas, dass sie verbrennt. Dadurch entsteht Hitze, die den Wachs aufheitzt. | |||
Wolken generieren Kondensationskeime. | Wolken generieren Kondensationskeime. | ||
Bei Lebewesen ist offensichtlich, wie sie Nachkommen zeugen. Aber sie beschaffen auch die Nahrung, die sie essen, um ein Wesen zu sein, | Bei Lebewesen ist offensichtlich, wie sie Nachkommen zeugen. | ||
Aber sie beschaffen auch die Nahrung, die sie essen, um ein Wesen zu sein, dass Nahrung beschafft. | |||
Und ich wette, die Wechselwirkung von Quarks hält das Proton stabil. | Und ich wette, die Wechselwirkung von Quarks hält das Proton stabil. | ||
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Das ist nicht „Sein", sondern ein dynamischer Vorgang. | Das ist nicht „Sein", sondern ein dynamischer Vorgang. | ||
Dass dasselbe erhalten wird. Es ist aber nicht dasselbe Ding. Es ist dasselbe dynamische Muster. Wir steigen niemals | Fortpflanzung in der Zeit. | ||
Dass dasselbe erhalten wird. Es ist aber nicht dasselbe Ding. Es ist dasselbe dynamische Muster. Wir steigen niemals 2 mal in denselben Fluss. | |||
Und zu der Frage, ob das Proton durch Dynamik stabil ist: Das ist doch ganz einfach. Unterbinde den dynamischen Austausch von Gluonen. Dann sind die Bindungskräfte weg. | Und zu der Frage, ob das Proton durch Dynamik stabil ist: Das ist doch ganz einfach. Unterbinde den dynamischen Austausch von Gluonen. Dann sind die Bindungskräfte weg. | ||
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Dafür gibt es den Begriff Autopoiesis (Maturana und Varela 1972): ein Netzwerk von Prozessen, dessen Bestandteile das Netzwerk erzeugen, das sie hervorbringt. Beim Proton stammen nur etwa 1 % der Masse vom Higgs-Feld (Symmetry Magazine). Der Rest entsteht aus der Wechselwirkung der Quarks. | Dafür gibt es den Begriff Autopoiesis (Maturana und Varela 1972): ein Netzwerk von Prozessen, dessen Bestandteile das Netzwerk erzeugen, das sie hervorbringt. Beim Proton stammen nur etwa 1 % der Masse vom Higgs-Feld (Symmetry Magazine). Der Rest entsteht aus der Wechselwirkung der Quarks. | ||
== | == Der Kreis der Dämonen == | ||
Aber bezüglich der Dämonen, die lange stabil sind, bedeutet es, dass die ihr eigenes Fortdauern selbst erzeugen müssten. | |||
Und tatsächlich finden wir das immer wieder. | |||
Durch 2 Mechanismen. | |||
Intern und sozial. | |||
Der Depressive sieht seine Umgebung in düsteren Farben. Das macht ihn depressiv. Edward Munch. | Der Depressive sieht seine Umgebung in düsteren Farben. Das macht ihn depressiv. Edward Munch. | ||
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Es ist aber nicht nur die Sicht, sondern auch die Rede, wie er mit sich spricht. Und auch die Einstellung, wie Ereignisse bewertet werden. Aber auch andere Regungen: Andere Dämonen werden unterdrückt und abgewertet. Etwa die kleine Freude, entwertet als hohl angesichts der großen Tragik. Ja gar als Spott des Schicksals. | Es ist aber nicht nur die Sicht, sondern auch die Rede, wie er mit sich spricht. Und auch die Einstellung, wie Ereignisse bewertet werden. Aber auch andere Regungen: Andere Dämonen werden unterdrückt und abgewertet. Etwa die kleine Freude, entwertet als hohl angesichts der großen Tragik. Ja gar als Spott des Schicksals. | ||
Und dann ist der Kreis auch zwischen den Menschen. Lächeln erzeugt Lächeln in anderen, was wiederum mich lächeln lässt. | Und dann ist der Kreis auch zwischen den Menschen. Lächeln 😃 erzeugt Lächeln in anderen, was wiederum mich lächeln lässt. | ||
Der unfreundliche, mürrische Mensch trifft immer wieder Menschen, die unfreundlich zu ihm sind. Ein Grund, unfreundlich zu sein. | Der unfreundliche, mürrische Mensch trifft immer wieder Menschen, die unfreundlich zu ihm sind. Ein Grund, unfreundlich zu sein. | ||
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Nicht jeder lange Zustand erhält sich nur selbst. Manche Dämonen bleiben auch, weil die Umgebung sie dauerhaft füttert, etwa bei chronischer Not. | Nicht jeder lange Zustand erhält sich nur selbst. Manche Dämonen bleiben auch, weil die Umgebung sie dauerhaft füttert, etwa bei chronischer Not. | ||
== Was ein Dämon ist == | |||
Ein Dämon ist ein Antrieb, der seinen eigenen Hunger hat und seine eigene Welt. Wenn er herrscht, sieht man durch seine Augen. | |||
* '''Hunger:''' was er will. Der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Sammler|Sammler]] will haben und nicht hergeben. | |||
* '''Trigger:''' was ihn weckt. Ein Stichling-Männchen greift im Frühjahr alles an, was einen roten Bauch hat, sogar einen grob geschnitzten Holzklotz, wenn er nur unten rot bemalt ist. Der Forscher Niko Tinbergen nannte das einen Schlüsselreiz. | |||
* '''Verhalten und Welt:''' Wer wütend ist, sieht überall Gegner. Wer verliebt ist, sieht überall den einen Menschen. | |||
* '''Ansteckung:''' Die Gegenwart eines Dämons beschwört ihn in anderen herauf. Gähnen ist ansteckend, Lachen ist ansteckend, Traurigkeit ist ansteckend. | |||
* '''Bannung:''' wie man ihn loswird (siehe [[Bannung]]). | |||
* '''Entgleisung:''' der Dämon ohne Grenze. Aus dem Sammler wird der Messi, aus dem Putz der Waschzwang. | |||
* '''Stark und schwach:''' Wir beschreiben die Dämonen in starker Ausprägung. Es gibt Menschen, in denen wenige Dämonen herrschen, aber die meisten Dämonen sind in allen Menschen vorhanden oder abrufbar. Jeder hat dasselbe Klavier; manche spielen fast nur noch auf zwei, drei Tasten. William Fleeson ließ 2001 Menschen über Wochen mehrmals täglich notieren, wie sie sich gerade verhielten: Ein und derselbe Mensch schwankt fast so stark wie die Menschen untereinander. Was man Charakter nennt, ist die Häufigkeit, mit der ein Dämon herrscht. | |||
* '''Stimmungen:''' Die Dämonen sind die Stimmungen. Das Wort sagt es schon: Man stimmt ein Instrument. Bei Musik sieht man, wie verschiedene Dämonen beschworen werden und wie sie wechseln. Zwei tiefe Töne, abwechselnd, immer schneller, und jeder im Kino weiß, dass der weiße Hai kommt. Ein Marsch, und auch der Friedliche geht im Gleichschritt. Ein Wiegenlied, und das Kind schläft. Musik kann auch Dämonen rufen, die sonst kaum im Charakter eines Menschen wirken. | |||
== Zwiewirklich == | == Zwiewirklich == | ||