Wesen 2: Raubtier – Vampir: Unterschied zwischen den Versionen

K
Hass: Offene Frage korrigiert (Vampir will Macht), Zeitzeugenbericht Steinwürfe
K (Hass: Person, Gruppe, Feind für die Anhänger; Von mir mit Beispielen und Belegen)
K (Hass: Offene Frage korrigiert (Vampir will Macht), Zeitzeugenbericht Steinwürfe)
Zeile 161: Zeile 161:
:'''Hass auf eine Person.''' Man kann eine Person hassen. Ursache ist eine zugefügte Verletzung. Da ist gewiss die Bereitschaft, dieser Person Schaden zuzufügen, und die Phantasie darüber.
:'''Hass auf eine Person.''' Man kann eine Person hassen. Ursache ist eine zugefügte Verletzung. Da ist gewiss die Bereitschaft, dieser Person Schaden zuzufügen, und die Phantasie darüber.
:'''Hass auf eine Gruppe.''' Man kann auch eine Gruppe hassen. Das ist im Prinzip der feindliche Stamm, der einen bedroht und verteufelt wird. Das wird von Demagogen benutzt. Die Gruppe wird entmenschlicht und vogelfrei. Da sind dann auch unmenschliche Maßnahmen erlaubt. Die nationalsozialistische Propaganda behauptete über die Juden, sinngemäß: „Sie wollen die Weltherrschaft. Sie haben den Krieg aus Geldgier angezettelt. Sie verderben das Blut.“ Es gibt genügend Beispiele dafür, wie Demagogen eine Gruppe verteufeln, die man dann hassen kann.
:'''Hass auf eine Gruppe.''' Man kann auch eine Gruppe hassen. Das ist im Prinzip der feindliche Stamm, der einen bedroht und verteufelt wird. Das wird von Demagogen benutzt. Die Gruppe wird entmenschlicht und vogelfrei. Da sind dann auch unmenschliche Maßnahmen erlaubt. Die nationalsozialistische Propaganda behauptete über die Juden, sinngemäß: „Sie wollen die Weltherrschaft. Sie haben den Krieg aus Geldgier angezettelt. Sie verderben das Blut.“ Es gibt genügend Beispiele dafür, wie Demagogen eine Gruppe verteufeln, die man dann hassen kann.
:'''Aus einer Verletzung wird Gruppenhass.''' Kriegsgefangene wurden auf offenen Wagen transportiert, an Bahnhöfen angespuckt und geschlagen. Wer das erlebt hat, hasst danach nicht nur die Täter, sondern das ganze Volk, dem sie angehören.
:'''Aus einer Verletzung wird Gruppenhass.''' Kriegsgefangene wurden auf offenen Wagen transportiert, an Bahnhöfen angespuckt und geschlagen. Ein Zeitzeuge berichtete außerdem, dass von Brücken Steine auf die offenen Wagen geworfen wurden. Wer das erlebt hat, hasst danach nicht nur die Täter, sondern das ganze Volk, dem sie angehören.
:'''Der Feind für die Anhänger.''' Es geht nicht einmal darum, ob die Demagogen die andere Gruppe hassen. Das ist nicht immer der Fall. Sie brauchen eine Gruppe, die ihre Anhänger hassen können. Deshalb wird diese Gruppe als Bedrohung dargestellt, auch wenn sie keine ist. Illegale zum Beispiel begehen weniger Verbrechen.
:'''Der Feind für die Anhänger.''' Es geht nicht einmal darum, ob die Demagogen die andere Gruppe hassen. Das ist nicht immer der Fall. Sie brauchen eine Gruppe, die ihre Anhänger hassen können. Deshalb wird diese Gruppe als Bedrohung dargestellt, auch wenn sie keine ist. Illegale zum Beispiel begehen weniger Verbrechen.
:Von mir: '''Die Sätze der Propaganda.''' Die Sätze über die Juden sind sinngemäß wiedergegeben und belegt: In ''Mein Kampf'' steht das „Streben nach der Weltherrschaft des jüdischen Volkes“ (S. 750f.); dort stehen auch „Blutvergiftung“ und „Blutschande“. Goebbels schrieb am 16. November 1941 unter dem Titel „Die Juden sind schuld!“, sie hätten diesen Krieg angezettelt und lenkten ihn (englische Übersetzung im German Propaganda Archive, Calvin University). Hitler sprach am 30. Januar 1939 im Reichstag vom „internationalen Finanzjudentum“ (United States Holocaust Memorial Museum, Yad Vashem). Das Wort „Geldgier“ habe ich in diesen Texten nicht gefunden; gemeint ist es in der Formel vom „Finanzjudentum“ und in der Rede von der „finanziellen Herrschaft“. Die „Protokolle der Weisen von Zion“, die dieselbe Weltverschwörung behaupten, sind eine Fälschung (United States Holocaust Memorial Museum). Die „Blutschande“ wurde 1935 in den Nürnberger Gesetzen zum Straftatbestand (Deutsches Historisches Museum).
:Von mir: '''Die Sätze der Propaganda.''' Die Sätze über die Juden sind sinngemäß wiedergegeben und belegt: In ''Mein Kampf'' steht das „Streben nach der Weltherrschaft des jüdischen Volkes“ (S. 750f.); dort stehen auch „Blutvergiftung“ und „Blutschande“. Goebbels schrieb am 16. November 1941 unter dem Titel „Die Juden sind schuld!“, sie hätten diesen Krieg angezettelt und lenkten ihn (englische Übersetzung im German Propaganda Archive, Calvin University). Hitler sprach am 30. Januar 1939 im Reichstag vom „internationalen Finanzjudentum“ (United States Holocaust Memorial Museum, Yad Vashem). Das Wort „Geldgier“ habe ich in diesen Texten nicht gefunden; gemeint ist es in der Formel vom „Finanzjudentum“ und in der Rede von der „finanziellen Herrschaft“. Die „Protokolle der Weisen von Zion“, die dieselbe Weltverschwörung behaupten, sind eine Fälschung (United States Holocaust Memorial Museum). Die „Blutschande“ wurde 1935 in den Nürnberger Gesetzen zum Straftatbestand (Deutsches Historisches Museum).
:Von mir: '''Weitere Beispiele aus der Geschichte.''' Die Stoffe wechseln, das Muster bleibt. (1) 1348/49, während der Pest, beschuldigte man die Juden, die Brunnen vergiftet zu haben. Am 14. Februar 1349 wurden in Straßburg etwa 2000 Juden öffentlich verbrannt (Jewish Currents, „The Plague and the Jews of Strasbourg“; Wikipedia „Strasbourg massacre“). (2) Am 27. Dezember 1929 kündigte Stalin die „Liquidierung der Kulaken als Klasse“ an. Der Begriff „Kulak“ war willkürlich und dehnbar; er traf auch Mittelbauern, Widerständige und Geistliche, Millionen wurden deportiert (Seventeen Moments in Soviet History, Michigan State University; Sciences Po, „Dekulakisation as mass violence“). (3) 1882 verbot der Chinese Exclusion Act als erstes US-Gesetz die Einwanderung wegen der Herkunft allein (PBS NewsHour). Die Workingmen's Party des Denis Kearney machte die chinesischen Arbeiter für die niedrigen Löhne verantwortlich. (4) In Ruanda nannten das Radio RTLM und die Zeitschrift Kangura die Tutsi „Inyenzi“, Kakerlaken; das UN-Tribunal für Ruanda verurteilte 2003 Verantwortliche beider Medien (Media-Fall, ICTR). (5) 1942 ordnete Präsident Roosevelt mit der Executive Order 9066 an, Japanischstämmige in den USA in Lager zu bringen. Die Untersuchungskommission des Kongresses nannte 1983 als Ursachen „race prejudice, war hysteria and a failure of political leadership“ (Densho). (6) Gegen die Rohingya in Myanmar sagten UN-Ermittler 2018, Facebook habe bei der Hetze eine Rolle gespielt (Reuters, 12. März 2018). (7) Für die Gefangenentransporte: Der Historiker Fabien Théofilakis dokumentiert, dass deutsche Kriegsgefangene in Frankreich bei Transporten angespuckt und geschlagen wurden (Deutsche Welle 2020); dass Steine von Brücken geworfen wurden, habe ich nicht belegt gefunden.
:Von mir: '''Weitere Beispiele aus der Geschichte.''' Die Stoffe wechseln, das Muster bleibt. (1) 1348/49, während der Pest, beschuldigte man die Juden, die Brunnen vergiftet zu haben. Am 14. Februar 1349 wurden in Straßburg etwa 2000 Juden öffentlich verbrannt (Jewish Currents, „The Plague and the Jews of Strasbourg“; Wikipedia „Strasbourg massacre“). (2) Am 27. Dezember 1929 kündigte Stalin die „Liquidierung der Kulaken als Klasse“ an. Der Begriff „Kulak“ war willkürlich und dehnbar; er traf auch Mittelbauern, Widerständige und Geistliche, Millionen wurden deportiert (Seventeen Moments in Soviet History, Michigan State University; Sciences Po, „Dekulakisation as mass violence“). (3) 1882 verbot der Chinese Exclusion Act als erstes US-Gesetz die Einwanderung wegen der Herkunft allein (PBS NewsHour). Die Workingmen's Party des Denis Kearney machte die chinesischen Arbeiter für die niedrigen Löhne verantwortlich. (4) In Ruanda nannten das Radio RTLM und die Zeitschrift Kangura die Tutsi „Inyenzi“, Kakerlaken; das UN-Tribunal für Ruanda verurteilte 2003 Verantwortliche beider Medien (Media-Fall, ICTR). (5) 1942 ordnete Präsident Roosevelt mit der Executive Order 9066 an, Japanischstämmige in den USA in Lager zu bringen. Die Untersuchungskommission des Kongresses nannte 1983 als Ursachen „race prejudice, war hysteria and a failure of political leadership“ (Densho). (6) Gegen die Rohingya in Myanmar sagten UN-Ermittler 2018, Facebook habe bei der Hetze eine Rolle gespielt (Reuters, 12. März 2018). (7) Für die Gefangenentransporte: Der Historiker Fabien Théofilakis dokumentiert, dass deutsche Kriegsgefangene in Frankreich bei Transporten angespuckt und geschlagen wurden (Deutsche Welle 2020).
:Von mir: '''Der eine Feind.''' Dass Demagogen eine Gruppe als gemeinsamen Feind brauchen, schreibt Hitler selbst als Rat zur Taktik. Es gehöre zur „Kunst aller wahrhaft großen Volksführer“, die Aufmerksamkeit des Volkes „immer auf einen einzigen Gegner zu konzentrieren“, und zur „Genialität eines großen Führers, selbst auseinanderliegende Gegner immer als nur zu einer Kategorie gehörend erscheinen zu lassen“. Der Grund: Sähe die Masse viele Feinde, stelle sich „die Objektivität“ ein und mit ihr der „Zweifel am eigenen Rechte“ (''Mein Kampf'', Band 1, S. 129 der geprüften Ausgabe). Das belegt das Kalkül. Ob ein Demagoge selbst hasst, lässt sich aus Texten nicht feststellen. Hitler hasste nach allem, was er schrieb. Belegbar ist nur, dass der Hass als Mittel beschrieben und eingesetzt wird. Ein Satz, man müsse die Juden erfinden, wenn es sie nicht gäbe, wird Hitler oft zugeschrieben; ich habe keine Quelle dafür gefunden und nehme ihn deshalb nicht auf.
:Von mir: '''Der eine Feind.''' Dass Demagogen eine Gruppe als gemeinsamen Feind brauchen, schreibt Hitler selbst als Rat zur Taktik. Es gehöre zur „Kunst aller wahrhaft großen Volksführer“, die Aufmerksamkeit des Volkes „immer auf einen einzigen Gegner zu konzentrieren“, und zur „Genialität eines großen Führers, selbst auseinanderliegende Gegner immer als nur zu einer Kategorie gehörend erscheinen zu lassen“. Der Grund: Sähe die Masse viele Feinde, stelle sich „die Objektivität“ ein und mit ihr der „Zweifel am eigenen Rechte“ (''Mein Kampf'', Band 1, S. 129 der geprüften Ausgabe). Das belegt das Kalkül. Ob ein Demagoge selbst hasst, lässt sich aus Texten nicht feststellen. Hitler hasste nach allem, was er schrieb. Belegbar ist nur, dass der Hass als Mittel beschrieben und eingesetzt wird. Ein Satz, man müsse die Juden erfinden, wenn es sie nicht gäbe, wird Hitler oft zugeschrieben; ich habe keine Quelle dafür gefunden und nehme ihn deshalb nicht auf.
:Von mir: '''Ein heutiges Beispiel: die USA.''' Donald Trump sagte im Dezember 2023, Einwanderer „poison the blood of our country“ (Reuters, 16. Dezember 2023); gefragt, ob er wisse, dass Hitler Ähnliches sagte, erklärte er laut NBC, er habe das nicht gewusst. Am 16. März 2024 sagte er in Ohio über Migranten, die Verbrechen begangen haben: „They're not people, in my opinion“ (New York Times). 2018 nannte er MS-13-Mitglieder „animals“ (Reuters; Politico). Die Politik: Im März 2025 schob die Regierung Venezolaner auf Grundlage des Alien Enemies Act in das Gefängnis CECOT in El Salvador ab. Der Supreme Court entschied am 7. April 2025 (Trump v. J.G.G.), dass die Betroffenen vorher benachrichtigt werden und Rechtsmittel einlegen können müssen. Zur Haft ohne Anhörung über eine Kaution: Neun Berufungsgerichte hielten das für rechtswidrig, das 5. Berufungsgericht entschied am 23. Oktober 2026 das Gegenteil (Reuters); der Supreme Court will die Frage klären (Washington Post, 1. Oktober 2026). „Ohne Verfahren“ stimmt also nicht ganz: Abschiebeverfahren laufen. Der Streit betrifft die Haft ohne Anhörung. Zu den Zahlen: Laut Bloomberg (9. April 2025) hatten etwa 90 % der nach CECOT Abgeschobenen keine Vorstrafe in den USA; laut Cato (23. Dezember 2025) hatten 16 % irgendeine Verurteilung. Laut TRAC haben etwa 70 % der ICE-Inhaftierten keine Verurteilung. „Keine Vorstrafe in den USA“ heißt nicht „keine Straftat“; bei 67 Venezolanern lagen laufende Verfahren vor (Connectas). Ob die Politik Hass ist oder Rechtsdurchsetzung, entscheidet kein Zitat; die Zahlen zeigen, dass die Darstellung der Gruppe als Gefahr und die Datenlage auseinanderfallen.
:Von mir: '''Ein heutiges Beispiel: die USA.''' Donald Trump sagte im Dezember 2023, Einwanderer „poison the blood of our country“ (Reuters, 16. Dezember 2023); gefragt, ob er wisse, dass Hitler Ähnliches sagte, erklärte er laut NBC, er habe das nicht gewusst. Am 16. März 2024 sagte er in Ohio über Migranten, die Verbrechen begangen haben: „They're not people, in my opinion“ (New York Times). 2018 nannte er MS-13-Mitglieder „animals“ (Reuters; Politico). Die Politik: Im März 2025 schob die Regierung Venezolaner auf Grundlage des Alien Enemies Act in das Gefängnis CECOT in El Salvador ab. Der Supreme Court entschied am 7. April 2025 (Trump v. J.G.G.), dass die Betroffenen vorher benachrichtigt werden und Rechtsmittel einlegen können müssen. Zur Haft ohne Anhörung über eine Kaution: Neun Berufungsgerichte hielten das für rechtswidrig, das 5. Berufungsgericht entschied am 23. Oktober 2026 das Gegenteil (Reuters); der Supreme Court will die Frage klären (Washington Post, 1. Oktober 2026). „Ohne Verfahren“ stimmt also nicht ganz: Abschiebeverfahren laufen. Der Streit betrifft die Haft ohne Anhörung. Zu den Zahlen: Laut Bloomberg (9. April 2025) hatten etwa 90 % der nach CECOT Abgeschobenen keine Vorstrafe in den USA; laut Cato (23. Dezember 2025) hatten 16 % irgendeine Verurteilung. Laut TRAC haben etwa 70 % der ICE-Inhaftierten keine Verurteilung. „Keine Vorstrafe in den USA“ heißt nicht „keine Straftat“; bei 67 Venezolanern lagen laufende Verfahren vor (Connectas). Ob die Politik Hass ist oder Rechtsdurchsetzung, entscheidet kein Zitat; die Zahlen zeigen, dass die Darstellung der Gruppe als Gefahr und die Datenlage auseinanderfallen.
:Von mir: '''Verbrechen und Herkunft.''' Zur Behauptung „Illegale begehen weniger Verbrechen“: Light, He und Robey (2020, PNAS) werteten Festnahmen aus Texas aus. Illegal Eingewanderte hatten deutlich niedrigere Festnahmeraten für schwere Straftaten als gebürtige US-Bürger und legal Eingewanderte. Ousey und Kubrin (2018) fassten 51 Studien zusammen: Zwischen Einwanderung und Kriminalität besteht im Durchschnitt ein leicht negativer, sehr schwacher Zusammenhang, mit Unterschieden zwischen den Studien. Einschränkung: Die Texas-Daten betreffen einen Bundesstaat und zählen Festnahmen, nicht Taten; die Meta-Analyse betrifft Einwanderer insgesamt. Gegenstudien habe ich nicht geprüft.
:Von mir: '''Verbrechen und Herkunft.''' Zur Behauptung „Illegale begehen weniger Verbrechen“: Light, He und Robey (2020, PNAS) werteten Festnahmen aus Texas aus. Illegal Eingewanderte hatten deutlich niedrigere Festnahmeraten für schwere Straftaten als gebürtige US-Bürger und legal Eingewanderte. Ousey und Kubrin (2018) fassten 51 Studien zusammen: Zwischen Einwanderung und Kriminalität besteht im Durchschnitt ein leicht negativer, sehr schwacher Zusammenhang, mit Unterschieden zwischen den Studien. Einschränkung: Die Texas-Daten betreffen einen Bundesstaat und zählen Festnahmen, nicht Taten; die Meta-Analyse betrifft Einwanderer insgesamt. Gegenstudien habe ich nicht geprüft.
:Von mir: '''Was die Forschung zum Hass sagt.''' Aristoteles trennt in der ''Rhetorik'' (II 4) Zorn und Hass: Zorn richtet sich auf Einzelne, Hass auch auf Klassen von Menschen („der Dieb“, „der Denunziant“). Zorn wird durch Zeit geheilt, Hass nicht. Der Zornige will, dass der andere Schmerz empfindet; der Hassende will ihm Schaden zufügen und hätte ihn lieber nicht mehr da. Hass kann auch ohne eine zugefügte Kränkung entstehen. Fischer, Halperin, Canetti und Jasini (2018, ''Emotion Review'') fassen die Forschung so zusammen: Hass beruht auf einer stabil negativen Einschätzung von Personen oder Gruppen, gilt mehr dem, was sie sind, als dem, was sie tun, und will das Ziel beseitigen. Er breitet sich besonders in Konflikten zwischen Gruppen aus und wirkt für die Hassenden beruhigend. Daraus folgt (meine Folgerung): Eine Gruppe lässt sich mit Hass gut binden, auch wenn ihr Verhalten ihn nicht rechtfertigt. Zeki und Romaya (2008) fanden bei 17 Versuchspersonen beim Betrachten eines gehassten Menschen Aktivität im Putamen, in der Insula und in Stirnhirnbereichen, einen „Hass-Schaltkreis“. Haslam (2006) unterscheidet zwei Formen der Entmenschlichung; sie erleichtert Gewalt, verursacht sie aber nicht allein. Dagegen wirkt Kontakt: Pettigrew und Tropp (2006) werteten 515 Studien mit 713 Stichproben aus, Kontakt zwischen Gruppen senkt Vorurteile.
:Von mir: '''Was die Forschung zum Hass sagt.''' Aristoteles trennt in der ''Rhetorik'' (II 4) Zorn und Hass: Zorn richtet sich auf Einzelne, Hass auch auf Klassen von Menschen („der Dieb“, „der Denunziant“). Zorn wird durch Zeit geheilt, Hass nicht. Der Zornige will, dass der andere Schmerz empfindet; der Hassende will ihm Schaden zufügen und hätte ihn lieber nicht mehr da. Hass kann auch ohne eine zugefügte Kränkung entstehen. Fischer, Halperin, Canetti und Jasini (2018, ''Emotion Review'') fassen die Forschung so zusammen: Hass beruht auf einer stabil negativen Einschätzung von Personen oder Gruppen, gilt mehr dem, was sie sind, als dem, was sie tun, und will das Ziel beseitigen. Er breitet sich besonders in Konflikten zwischen Gruppen aus und wirkt für die Hassenden beruhigend. Daraus folgt (meine Folgerung): Eine Gruppe lässt sich mit Hass gut binden, auch wenn ihr Verhalten ihn nicht rechtfertigt. Zeki und Romaya (2008) fanden bei 17 Versuchspersonen beim Betrachten eines gehassten Menschen Aktivität im Putamen, in der Insula und in Stirnhirnbereichen, einen „Hass-Schaltkreis“. Haslam (2006) unterscheidet zwei Formen der Entmenschlichung; sie erleichtert Gewalt, verursacht sie aber nicht allein. Dagegen wirkt Kontakt: Pettigrew und Tropp (2006) werteten 515 Studien mit 713 Stichproben aus, Kontakt zwischen Gruppen senkt Vorurteile.
:Von mir: '''Offene Frage.''' Der Hasser des Aristoteles will, dass der andere nicht mehr da ist, und liegt am Leiden weniger. Der Vampir dagegen genießt das Leiden. Ob Hass vom Vampir oder vom Zorn abstammt (Gerechtigkeitssinn, Kränkung), ist hier offen; der Stammbaum bleibt vorerst unverändert.
:Von mir: '''Offene Frage.''' Der Hasser des Aristoteles will, dass der andere nicht mehr da ist. Der Vampir will die Macht über die Beute; das Leiden zufügen ist Sache von Piesacker und Folterer. Ob Hass vom Vampir oder vom Zorn abstammt (Gerechtigkeitssinn, Kränkung), ist hier offen; der Stammbaum bleibt vorerst unverändert.


== Gewißheit ==
== Gewißheit ==