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== Troll == | == Troll == | ||
* Stammbaum: von Häme, Piesacker, Neid, Täuscher · zu – | * Stammbaum: von Häme, Piesacker, Neid, Täuscher · zu – | ||
* Varianten: Unverschämter | |||
* Steckbrief-Entwurf auf GitLab. | * Steckbrief-Entwurf auf GitLab. | ||
* Hunger: die Freude am Ärger der anderen. | * Hunger: die Freude am Ärger der anderen. | ||
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:Darin liegen zwei Schichten. Oben die Freude: Die Trolle selbst nennen ihren Lohn „lulz“, das Lachen über die Aufregung der anderen (Whitney Phillips, ''This Is Why We Can't Have Nice Things'', 2015). Erin Buckels, Paul Trapnell und Delroy Paulhus fanden 2014 den Sadismus als stärksten Zug der Trolle, die Freude daran, dass ein anderer leidet („Trolls just want to have fun“). Darunter der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Neid|Neid]]: Das Glück des anderen zeigt einem das eigene Unglück. | :Darin liegen zwei Schichten. Oben die Freude: Die Trolle selbst nennen ihren Lohn „lulz“, das Lachen über die Aufregung der anderen (Whitney Phillips, ''This Is Why We Can't Have Nice Things'', 2015). Erin Buckels, Paul Trapnell und Delroy Paulhus fanden 2014 den Sadismus als stärksten Zug der Trolle, die Freude daran, dass ein anderer leidet („Trolls just want to have fun“). Darunter der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Neid|Neid]]: Das Glück des anderen zeigt einem das eigene Unglück. | ||
:'''Ansteckung.''' Justin Cheng und Kollegen haben 2017 untersucht, ob gewöhnliche Menschen zu Trollen werden („Anyone Can Become a Troll“). Ein Teil der Versuchspersonen bekam schlechte Laune durch ein unlösbares Quiz, ein Teil sah am Anfang einer Diskussion schon Troll-Beiträge. Mit guter Laune und ohne Troll-Beiträge waren 35 Prozent der Beiträge trollig, mit schlechter Laune und Troll-Beiträgen 68 Prozent. In 16 Millionen Kommentaren auf CNN.com trollten die Leute am meisten spät nachts und montags. Die Gegenwart eines Dämons beschwört ihn in anderen herauf. | :'''Ansteckung.''' Justin Cheng und Kollegen haben 2017 untersucht, ob gewöhnliche Menschen zu Trollen werden („Anyone Can Become a Troll“). Ein Teil der Versuchspersonen bekam schlechte Laune durch ein unlösbares Quiz, ein Teil sah am Anfang einer Diskussion schon Troll-Beiträge. Mit guter Laune und ohne Troll-Beiträge waren 35 Prozent der Beiträge trollig, mit schlechter Laune und Troll-Beiträgen 68 Prozent. In 16 Millionen Kommentaren auf CNN.com trollten die Leute am meisten spät nachts und montags. Die Gegenwart eines Dämons beschwört ihn in anderen herauf. | ||
:'''Der Unverschämte.''' Eine Variante des Trolls ist der Unverschämte, bei Theophrast Βδελυρία: „Impudence is easy to define; it is conduct that is obtrusively offensive.“ Er beleidigt anständige Frauen im Vorübergehen und klatscht im Theater, wenn alle aufgehört haben. Wenn es still ist, steht er auf und übergibt sich, damit sich alle nach ihm umdrehen. Dem, der gerade einen Prozess verloren hat, gratuliert er beim Verlassen des Gerichts. Anders als der Troll legt er keinen Köder, er ist offen laut. Neben dem Ärger der anderen steckt die [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Geltung|Geltung]] dahinter: Wer laut ist, bekommt Aufmerksamkeit, auch wenn sie negativ ist. Das Netz belohnt es mit Likes und Reichweite (Brady u. a. 2021). Der berechnende Ragebait, das Jugendwort 2026, ist die kalte Taktik dazu, ohne den Dämon. Ob dahinter auch die Lust am Spektakel oder der Freiheitsbeweis steckt, ist offen. | |||
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