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Admin (Diskussion | Beiträge) K (Groll: Trigger, Hunger, Beschreibung (mit Daniels Freigabe)) |
Admin (Diskussion | Beiträge) K (Groll: Bannung, Groll sucht sich Futter (mit Daniels Freigabe)) |
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* Trigger: eine wiederholte Demütigung durch jemanden, der Geltung und Autorität hat. Man muss ihn nicht mögen, aber er zählt. Unwichtige Leute erzeugen keinen Groll. | * Trigger: eine wiederholte Demütigung durch jemanden, der Geltung und Autorität hat. Man muss ihn nicht mögen, aber er zählt. Unwichtige Leute erzeugen keinen Groll. | ||
* Hunger: eine Antwort von genau diesem Menschen: Anerkennung, Wiedergutmachung, eine Erwiderung. Von jemand anderem nützt sie nichts. | * Hunger: eine Antwort von genau diesem Menschen: Anerkennung, Wiedergutmachung, eine Erwiderung. Von jemand anderem nützt sie nichts. | ||
* Bannung: | * Bannung: aushungern, also die Szene nicht mehr durchspielen. Der Dämon wehrt sich genau dagegen, denn das Wiederholen ist seine Mahlzeit. | ||
* Beschreibung: Der Groll ist eine Besessenheit. Man weiß, dass er einem schadet, und legt ihn trotzdem nicht ab. Man müsste nur auf seinen Anspruch verzichten, aber das hat mit Vernunft nichts zu tun; die Vernunft erreicht ihn nicht. Er bindet den Gekränkten an den, der ihn gekränkt hat, denn nur dieser eine könnte ihn freisprechen. Darum kann der Groll sogar neben einer hohen Meinung von diesem Menschen bestehen. | * Beschreibung: Der Groll ist eine Besessenheit. Man weiß, dass er einem schadet, und legt ihn trotzdem nicht ab. Man müsste nur auf seinen Anspruch verzichten, aber das hat mit Vernunft nichts zu tun; die Vernunft erreicht ihn nicht. Er bindet den Gekränkten an den, der ihn gekränkt hat, denn nur dieser eine könnte ihn freisprechen. Darum kann der Groll sogar neben einer hohen Meinung von diesem Menschen bestehen. | ||
:Die Sprache weiß es: Man ''hegt'' einen Groll, wie man eine Pflanze hegt. Man gießt ihn jeden Tag. | :Die Sprache weiß es: Man ''hegt'' einen Groll, wie man eine Pflanze hegt. Man gießt ihn jeden Tag. | ||
:'''Der Dämon wird gefüttert.''' Auch wenn der Groll toxisch ist und dem Menschen schadet, der Dämon hat etwas davon. Nachts geht man die Szene wieder durch, hält die Rede, die man nie halten wird, und malt sich aus, wie der andere endlich begreift. Jede Wiederholung ist eine Mahlzeit. Was dem Menschen schadet, nährt den Dämon. Dazu passt ein Versuch von Dominique de Quervain (Zürich, 2004): Wer einen Betrüger bestrafen darf, bei dem springt im Hirnscanner das Belohnungszentrum an. Abrechnung schmeckt. | :'''Der Dämon wird gefüttert.''' Auch wenn der Groll toxisch ist und dem Menschen schadet, der Dämon hat etwas davon. Nachts geht man die Szene wieder durch, hält die Rede, die man nie halten wird, und malt sich aus, wie der andere endlich begreift. Jede Wiederholung ist eine Mahlzeit. Was dem Menschen schadet, nährt den Dämon. Dazu passt ein Versuch von Dominique de Quervain (Zürich, 2004): Wer einen Betrüger bestrafen darf, bei dem springt im Hirnscanner das Belohnungszentrum an. Abrechnung schmeckt. | ||
:'''Der Groll sucht sich Futter.''' Wenn der Groll erst einmal stark ist, wird das Ziel zuweilen gar nicht mehr entscheidend. Er reagiert auch auf andere Trigger, auf Unbeteiligte, auf Kleinigkeiten. Ein Mann wird jahrelang von seinem Chef gedemütigt und fährt dann den Kellner an, weil der Kaffee kalt ist. Der Kellner hat nichts getan; der kalte Kaffee hat nur die Tür geöffnet. Das zeigt wieder, dass der Groll ein selbstständig handelndes Wesen ist. Im Labor gemessen haben das Brad Bushman und Kollegen (2005, „Chewing on it can chew you up“): Die Versuchspersonen wurden gekränkt; ein Teil sollte danach über die Kränkung nachgrübeln, der andere wurde abgelenkt. Als dann ein ganz anderer Mensch einen kleinen Fehler machte, reagierten die Grübler auf diesen Unbeteiligten deutlich aggressiver. Das Wiederholen füttert den Groll, und der gefütterte Groll springt auf andere Trigger an. | |||
:Zwei Bilder: Michael Kohlhaas wurde von einem Junker gedemütigt, von einem Mann mit Macht und Stand. Ein Bauer, der ihm die Pferde verdorben hätte, hätte ihn nicht über Jahre umgetrieben. Edmond Dantès im ''Grafen von Monte Christo'' (Dumas, 1844) sitzt vierzehn Jahre unschuldig im Kerker und baut danach sein ganzes Leben um die Abrechnung mit genau den Männern, die inzwischen Ansehen und Macht haben. Der Groll hat ihn reich und mächtig gemacht, aber nicht frei. | :Zwei Bilder: Michael Kohlhaas wurde von einem Junker gedemütigt, von einem Mann mit Macht und Stand. Ein Bauer, der ihm die Pferde verdorben hätte, hätte ihn nicht über Jahre umgetrieben. Edmond Dantès im ''Grafen von Monte Christo'' (Dumas, 1844) sitzt vierzehn Jahre unschuldig im Kerker und baut danach sein ganzes Leben um die Abrechnung mit genau den Männern, die inzwischen Ansehen und Macht haben. Der Groll hat ihn reich und mächtig gemacht, aber nicht frei. | ||