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* Hunger: die Freude am Ärger der anderen. Emotionale Reaktionen anderer, Aufmerksamkeit, das Gefühl, jemanden steuern zu können. | * Hunger: die Freude am Ärger der anderen. Emotionale Reaktionen anderer, Aufmerksamkeit, das Gefühl, jemanden steuern zu können. | ||
* Trigger: das Glück oder die Ruhe eines anderen, das einem das eigene Unglück zeigt. Ein Mensch, der sich ernsthaft engagiert, sich über etwas freut, eine Überzeugung vertritt oder erkennbar empfindlich reagiert. | * Trigger: das Glück oder die Ruhe eines anderen, das einem das eigene Unglück zeigt. Ein Mensch, der sich ernsthaft engagiert, sich über etwas freut, eine Überzeugung vertritt oder erkennbar empfindlich reagiert. | ||
* Mimik: Lippen geschlossen. Ein breites, übertriebenes Grinsen. Es macht ihm wirklich Spaß. | |||
* Haltung: Kopf etwas nach unten, aber nicht traurig. Blick fixiert. Auch böswillig wie der [[#Piesacker|Piesacker]]. | |||
* Bannung: „Don't feed the troll“, füttere den Troll nicht (siehe [[Bannung#Aushungern|Bannung]]). | * Bannung: „Don't feed the troll“, füttere den Troll nicht (siehe [[Bannung#Aushungern|Bannung]]). | ||
* Beschreibung: Was den Troll ausmacht, ist seine Methode. Statt in der Sache vorwärts zu kommen, bauscht er unwichtige Sachen auf, auf dass die anderen darauf einsteigen. Das englische Wort sagt es: „Trolling“ ist das Schleppangeln. Man zieht einen Köder hinter dem Boot her und wartet, bis einer anbeißt. Der Troll meint nicht, was er sagt; er tut ernst, fragt scheinbar unschuldig nach, spielt den Empörten. Judith Donath vom MIT hat das Trollen schon 1999 als Täuschungsspiel beschrieben, das von der vorgetäuschten Aufrichtigkeit lebt. Ohne Täuschung beißt keiner an. | * Beschreibung: Was den Troll ausmacht, ist seine Methode. Statt in der Sache vorwärts zu kommen, bauscht er unwichtige Sachen auf, auf dass die anderen darauf einsteigen. Das englische Wort sagt es: „Trolling“ ist das Schleppangeln. Man zieht einen Köder hinter dem Boot her und wartet, bis einer anbeißt. Der Troll meint nicht, was er sagt; er tut ernst, fragt scheinbar unschuldig nach, spielt den Empörten. Judith Donath vom MIT hat das Trollen schon 1999 als Täuschungsspiel beschrieben, das von der vorgetäuschten Aufrichtigkeit lebt. Ohne Täuschung beißt keiner an. | ||
:'''Vom Piesacker.''' Der Troll will andere dadurch ärgern und quälen. Das hat er vom [[#Piesacker|Piesacker]]. | |||
:'''Was ein Troll denkt.''' Die Journalistin Lindy West wurde jahrelang im Netz beschimpft. Ein Troll legte sogar ein Konto unter dem Namen ihres kurz zuvor gestorbenen Vaters an. Später meldete er sich bei ihr und entschuldigte sich, und 2015 sprach sie mit ihm in der Radiosendung ''This American Life''. Er sagte, er wisse selbst nicht genau, warum er es getan habe: „I think my anger towards you stems from your happiness with your own being. It offended me because it served to highlight my unhappiness with my own self.“ („Ich glaube, meine Wut auf dich kommt daher, dass du mit dir selbst glücklich bist. Das hat mich gekränkt, weil es mir zeigte, wie unglücklich ich mit mir selbst bin.“) Er erzählte, wie sehr er sich für seinen Körper schämte, und dass selbstbewusste Frauen ihn verunsichert hatten. | :'''Was ein Troll denkt.''' Die Journalistin Lindy West wurde jahrelang im Netz beschimpft. Ein Troll legte sogar ein Konto unter dem Namen ihres kurz zuvor gestorbenen Vaters an. Später meldete er sich bei ihr und entschuldigte sich, und 2015 sprach sie mit ihm in der Radiosendung ''This American Life''. Er sagte, er wisse selbst nicht genau, warum er es getan habe: „I think my anger towards you stems from your happiness with your own being. It offended me because it served to highlight my unhappiness with my own self.“ („Ich glaube, meine Wut auf dich kommt daher, dass du mit dir selbst glücklich bist. Das hat mich gekränkt, weil es mir zeigte, wie unglücklich ich mit mir selbst bin.“) Er erzählte, wie sehr er sich für seinen Körper schämte, und dass selbstbewusste Frauen ihn verunsichert hatten. | ||
:Darin liegen zwei Schichten. Oben die Freude: Die Trolle selbst nennen ihren Lohn „lulz“, das Lachen über die Aufregung der anderen (Whitney Phillips, ''This Is Why We Can't Have Nice Things'', 2015). Erin Buckels, Paul Trapnell und Delroy Paulhus fanden 2014 den Sadismus als stärksten Zug der Trolle, die Freude daran, dass ein anderer leidet („Trolls just want to have fun“). Darunter der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Neid|Neid]]: Das Glück des anderen zeigt einem das eigene Unglück. | :Darin liegen zwei Schichten. Oben die Freude: Die Trolle selbst nennen ihren Lohn „lulz“, das Lachen über die Aufregung der anderen (Whitney Phillips, ''This Is Why We Can't Have Nice Things'', 2015). Erin Buckels, Paul Trapnell und Delroy Paulhus fanden 2014 den Sadismus als stärksten Zug der Trolle, die Freude daran, dass ein anderer leidet („Trolls just want to have fun“). Darunter der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Neid|Neid]]: Das Glück des anderen zeigt einem das eigene Unglück. | ||