896
Bearbeitungen
Admin (Diskussion | Beiträge) K (Wüterich: Stammbaum zu Mut ergänzt) |
Admin (Diskussion | Beiträge) K (Link Mecker auf eigenen Eintrag) |
||
| (Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 156: | Zeile 156: | ||
== Schmach == | == Schmach == | ||
* Stammbaum: von Wüterich · zu Scham, Verlegener, Zynisch | * Stammbaum: von Wüterich · zu Scham, Verlegener, Zynisch, [[Wesen 2: Raubtier – Vampir#Ehrgeiz|Ehrgeiz]] | ||
* Spruch: „So lasse ich nicht mit mir umgehen!“ „Vor allen Leuten!“ „Das vergesse ich dir nicht.“ | * Spruch: „So lasse ich nicht mit mir umgehen!“ „Vor allen Leuten!“ „Das vergesse ich dir nicht.“ | ||
* Hunger: offen. | * Hunger: offen. | ||
| Zeile 191: | Zeile 191: | ||
* Beschreibung: Der Fehlerfürchter kontrolliert jede Kleinigkeit aus Angst, damit es kein anderer tun kann. Es geht ihm nicht um das Werk, sondern um die Strafe. Im Steckbrief des Büßers heißt es: „Wer sich selbst schlägt, wird nicht mehr geschlagen.“ Wenn einem ein Fehler peinlich ist und man sich sofort entschuldigt, ist der Fehlerfürchter vorgetreten. Paul Hewitt und Gordon Flett haben diese Form 1991 beschrieben und „sozial vorgeschrieben“ genannt: der Glaube, dass die anderen Vollkommenheit verlangen und jeden Fehler bestrafen oder bloßstellen. | * Beschreibung: Der Fehlerfürchter kontrolliert jede Kleinigkeit aus Angst, damit es kein anderer tun kann. Es geht ihm nicht um das Werk, sondern um die Strafe. Im Steckbrief des Büßers heißt es: „Wer sich selbst schlägt, wird nicht mehr geschlagen.“ Wenn einem ein Fehler peinlich ist und man sich sofort entschuldigt, ist der Fehlerfürchter vorgetreten. Paul Hewitt und Gordon Flett haben diese Form 1991 beschrieben und „sozial vorgeschrieben“ genannt: der Glaube, dass die anderen Vollkommenheit verlangen und jeden Fehler bestrafen oder bloßstellen. | ||
:'''Als Erziehungsmittel.''' Das wird in unserer Kultur als Erziehungsmittel eingesetzt. Das ist grundfalsch: Es hemmt nur. Man muss Fehler machen, man muss Erfahrung haben. Dazu passt die Forschung: Nina Keith und Michael Frese haben 2008 viele Versuche zum „Fehlermanagement-Training“ ausgewertet, bei dem die Lernenden ausdrücklich ermutigt werden, Fehler zu machen. Sie konnten das Gelernte danach besser auf neue Aufgaben übertragen als Lernende, die man vor Fehlern bewahrt hatte. Amy Edmondson fand 1996 in Krankenhäusern, dass gerade die besten Stationen die meisten Fehler meldeten. Sie machten nicht mehr Fehler, sie trauten sich, sie zuzugeben. | :'''Als Erziehungsmittel.''' Das wird in unserer Kultur als Erziehungsmittel eingesetzt. Das ist grundfalsch: Es hemmt nur. Man muss Fehler machen, man muss Erfahrung haben. Dazu passt die Forschung: Nina Keith und Michael Frese haben 2008 viele Versuche zum „Fehlermanagement-Training“ ausgewertet, bei dem die Lernenden ausdrücklich ermutigt werden, Fehler zu machen. Sie konnten das Gelernte danach besser auf neue Aufgaben übertragen als Lernende, die man vor Fehlern bewahrt hatte. Amy Edmondson fand 1996 in Krankenhäusern, dass gerade die besten Stationen die meisten Fehler meldeten. Sie machten nicht mehr Fehler, sie trauten sich, sie zuzugeben. | ||
:'''Der ausführende Roboter.''' Wer für Fehler bestraft wird, hört auf, eigene Erfahrungen zu machen. Er wird passiv und lernt nicht mehr, wie er sollte, denn man kann nicht nur anwenden, was einem eingetrichtert wird. Eigene Erfahrung hält die Dämonen aktiv, sie ist die Spontanität, die sie brauchen. Ohne sie wird man zum ausführenden Roboter, und dabei gehen Lust und Seele verloren. Die Selbstbestimmungstheorie (Deci und Ryan) beschreibt dasselbe: Menschen brauchen Autonomie, das Erleben, Urheber des eigenen Handelns zu sein, dazu Kompetenz und Eingebundenheit, und kontrollierende Umgebungen schwächen die innere Motivation. Im Engagement Index 2025 von Gallup haben in Deutschland nur 10 Prozent der Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber, und Gallup sieht in den Führungskräften den zentralen Hebel dafür. Der Kreis schließt sich: Wer gemeckert bekam, wird als Chef oder Elternteil leicht selbst zum [[Wesen 2: Raubtier – Vampir# | :'''Der ausführende Roboter.''' Wer für Fehler bestraft wird, hört auf, eigene Erfahrungen zu machen. Er wird passiv und lernt nicht mehr, wie er sollte, denn man kann nicht nur anwenden, was einem eingetrichtert wird. Eigene Erfahrung hält die Dämonen aktiv, sie ist die Spontanität, die sie brauchen. Ohne sie wird man zum ausführenden Roboter, und dabei gehen Lust und Seele verloren. Die Selbstbestimmungstheorie (Deci und Ryan) beschreibt dasselbe: Menschen brauchen Autonomie, das Erleben, Urheber des eigenen Handelns zu sein, dazu Kompetenz und Eingebundenheit, und kontrollierende Umgebungen schwächen die innere Motivation. Im Engagement Index 2025 von Gallup haben in Deutschland nur 10 Prozent der Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber, und Gallup sieht in den Führungskräften den zentralen Hebel dafür. Der Kreis schließt sich: Wer gemeckert bekam, wird als Chef oder Elternteil leicht selbst zum [[Wesen 2: Raubtier – Vampir#Mecker|Mecker]]. | ||
:'''Der Weg zur Regel.''' Man macht einen Fehler und wird beschämt. Das will man dann vermeiden und handelt streng nach Regeln. Wer nach Vorschrift handelt, kann nicht beschämt werden: „Ich habe nur meine Vorschrift befolgt.“ So wird aus dem Fehlerfürchter der [[#Formal|Formal]]. | :'''Der Weg zur Regel.''' Man macht einen Fehler und wird beschämt. Das will man dann vermeiden und handelt streng nach Regeln. Wer nach Vorschrift handelt, kann nicht beschämt werden: „Ich habe nur meine Vorschrift befolgt.“ So wird aus dem Fehlerfürchter der [[#Formal|Formal]]. | ||