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:Von mir: Die Liste der Basisemotionen nach dem Lehrbuch von Yarwood: Freude, Überraschung, Angst, Ärger, Ekel, Trauer; in der Studie von Ekman u. a. von 1987 kam Verachtung als siebtes Wort dazu. Mikroausdrücke dauern nach dem Lehrbuch 1/15 bis 1/25 Sekunde und sind unbewusst; Porter und ten Brinke ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18466413/ 2008]) rechnen mit 1/25 bis 1/5 Sekunde. Gegenposition: Unter 700 Ausdrücken fanden Porter und ten Brinke nur etwa 2 % Mikroausdrücke (so nach Burgoon u. a. 2018, ''Frontiers in Psychology''); sie untersuchten allerdings Täuschung. Dass Mikroausdrücke im Alltag zeigen, welche Dämonen beteiligt sind, ist meine Folgerung aus dem Satz oben und nicht Teil dieser Studien. Zum Verhör: Ekman schreibt in seiner Aussage vor dem US-Kongress ([https://science.house.gov/_cache/files/b/2/b2040c46-ec1f-417e-91a8-8c06dc455cf8/2E06E14934EA2D0B2721D1298ECC7A22.2011-03-30-ekman-testimony.pdf 2011]), er habe dreißig Jahre lang Dutzende Workshops für Strafverfolgungsbehörden gegeben, zuletzt 2010 für die New Yorker Polizei und 2011 für die britische Behörde SOCA, und Workshops zur nationalen Sicherheit unter anderem für CIA, FBI, MI5 und die israelische Nationalpolizei. Sein Schwerpunkt sei Mimik, Gestik, Haltung, Stimme, Blick und Sprache als Hinweise auf Täuschung und gefährliche Absicht; die Workshops betrafen also nicht nur Mikroausdrücke. Dass es Verhörexperten waren, steht dort nicht. Mit der Flugsicherheitsbehörde TSA arbeitete er seit 2003 am Programm SPOT. Gegenposition aus der Anhörung: Hartwig nannte für das Erkennen von Täuschung durch Beobachtung eine Trefferquote von 54 % (Zufall: 50 %); Porter und ten Brinke fanden unter 697 Ausdrücken keinen vollständigen Mikroausdruck und 14 teilweise, in wahren und falschen Ausdrücken etwa gleich häufig. Der Ekel als Beispiel steht bei [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Ekel|Ekel]].
:Von mir: Die Liste der Basisemotionen nach dem Lehrbuch von Yarwood: Freude, Überraschung, Angst, Ärger, Ekel, Trauer; in der Studie von Ekman u. a. von 1987 kam Verachtung als siebtes Wort dazu. Mikroausdrücke dauern nach dem Lehrbuch 1/15 bis 1/25 Sekunde und sind unbewusst; Porter und ten Brinke ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18466413/ 2008]) rechnen mit 1/25 bis 1/5 Sekunde. Gegenposition: Unter 700 Ausdrücken fanden Porter und ten Brinke nur etwa 2 % Mikroausdrücke (so nach Burgoon u. a. 2018, ''Frontiers in Psychology''); sie untersuchten allerdings Täuschung. Dass Mikroausdrücke im Alltag zeigen, welche Dämonen beteiligt sind, ist meine Folgerung aus dem Satz oben und nicht Teil dieser Studien. Zum Verhör: Ekman schreibt in seiner Aussage vor dem US-Kongress ([https://science.house.gov/_cache/files/b/2/b2040c46-ec1f-417e-91a8-8c06dc455cf8/2E06E14934EA2D0B2721D1298ECC7A22.2011-03-30-ekman-testimony.pdf 2011]), er habe dreißig Jahre lang Dutzende Workshops für Strafverfolgungsbehörden gegeben, zuletzt 2010 für die New Yorker Polizei und 2011 für die britische Behörde SOCA, und Workshops zur nationalen Sicherheit unter anderem für CIA, FBI, MI5 und die israelische Nationalpolizei. Sein Schwerpunkt sei Mimik, Gestik, Haltung, Stimme, Blick und Sprache als Hinweise auf Täuschung und gefährliche Absicht; die Workshops betrafen also nicht nur Mikroausdrücke. Dass es Verhörexperten waren, steht dort nicht. Mit der Flugsicherheitsbehörde TSA arbeitete er seit 2003 am Programm SPOT. Gegenposition aus der Anhörung: Hartwig nannte für das Erkennen von Täuschung durch Beobachtung eine Trefferquote von 54 % (Zufall: 50 %); Porter und ten Brinke fanden unter 697 Ausdrücken keinen vollständigen Mikroausdruck und 14 teilweise, in wahren und falschen Ausdrücken etwa gleich häufig. Der Ekel als Beispiel steht bei [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Ekel|Ekel]].
== Gründe und Gefühle ==
Wir sind so gewohnt, alles mit vernünftigen Gründen zu erklären, dass wir dabei das eigentliche Räderwerk, das unser Handeln bestimmt, übersehen.
Und diese rationalen Gründe sind doch meist nur eine Geschichte, die wir uns zurechtlegen, um eine Rechtfertigung vor anderen zu haben, wenn die von uns Zeugnis wollen.
In Wahrheit sind es die kleinen Augenblicke, in denen wir etwas Neues und Wichtiges fühlen, die unseren Entschluss für unser weiteres Handeln bestimmen. Und aus der Erinnerung daran kommt unsere Motivation.
Das führt auch zu negativen Konsequenzen, wenn man etwas meidet oder schüchtern wird, weil man ausgelacht wurde oder ausgeschimpft oder enttäuscht.
Interessant ist auch, dass man die erlebte Geschichte wiederholt. In der Situation erinnert man sich daran, vielleicht auch unbewusst. Das bedeutet ja, dass dieselben Trigger wieder erscheinen und dieselbe emotionale Reaktion erfolgt. Man sieht die Gespenster der Vergangenheit, und dieselben Dämonen werden heraufbeschworen. Etwa Angst, Verlegenheit, aber natürlich auch Freude oder Wut. Was auch immer.
Vergangene Erfahrungen und wie man darauf reagiert hat, leben in der Gegenwart fort.
:Von mir: '''Quellen.''' Jonathan Haidt (2001, ''Psychological Review'' 108(4), 814–834) beschreibt, dass moralische Urteile zuerst als Gefühl entstehen und die Gründe erst nachträglich geliefert werden. Hugo Mercier und Dan Sperber (2011, ''Behavioral and Brain Sciences'' 34(2), 57–74) vertreten, dass das Argumentieren vor allem dem Rechtfertigen und Überzeugen vor anderen dient. Nisbett und Wilson (1977) stehen schon bei [[#Das Unbewusste|Das Unbewusste]]. Antonio Damasio (1994, ''Descartes' Irrtum'') beschreibt, wie körperliche Gefühle Entscheidungen lenken.
:Von mir: '''Beispiele.''' Das Kind, das beim Vorlesen ausgelacht wurde und sich später in Gruppen nie mehr meldet. Der Schüler, der für einen Fehler vor der Klasse beschimpft wurde und danach jede Frage meidet. Beide spüren in der neuen Situation dieselbe Verlegenheit oder Angst wie damals, und sie wissen oft nicht, warum.


== Wie man das prüft ==
== Wie man das prüft ==