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:'''Belege.''' Der Zoologe Desmond Morris beschreibt Fußball als rituelle Jagd: Die Spieler sind die Jäger, der Ball ist die Waffe, das Tor ist die Beute (The Soccer Tribe, 1981). Beim Hunderennen ist das Kaninchen eine Attrappe, die Owen Patrick Smith erfand; die Bahnrennen begannen 1919 in Kalifornien. Ortega y Gasset schrieb: „Man jagt nicht, um zu töten. Man tötet, um gejagt zu haben.“ | :'''Belege.''' Der Zoologe Desmond Morris beschreibt Fußball als rituelle Jagd: Die Spieler sind die Jäger, der Ball ist die Waffe, das Tor ist die Beute (The Soccer Tribe, 1981). Beim Hunderennen ist das Kaninchen eine Attrappe, die Owen Patrick Smith erfand; die Bahnrennen begannen 1919 in Kalifornien. Ortega y Gasset schrieb: „Man jagt nicht, um zu töten. Man tötet, um gejagt zu haben.“ | ||
:'''Wer flieht, wird gejagt.''' Kinder jagen dem nach, der wegläuft oder weint. Das Mobbing lebt von dem, der sich wehrt, aber nicht entkommen kann. Hier liegt die Verbindung zum [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Stammesbruder|Stammesbruder]]: Die Gruppe jagt gemeinsam das Opfer. | :'''Wer flieht, wird gejagt.''' Kinder jagen dem nach, der wegläuft oder weint. Das Mobbing lebt von dem, der sich wehrt, aber nicht entkommen kann. Hier liegt die Verbindung zum [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Stammesbruder|Stammesbruder]]: Die Gruppe jagt gemeinsam das Opfer. | ||
:'''Die Jagd selbst.''' Seine Lust liegt nicht allein im Besitz der Beute, sondern bereits in der Jagd selbst: im Suchen, Anschleichen, Verfolgen, Überlisten und schließlich im Zugriff. | |||
:Der Weg zur Beute ist selbst eine Belohnung. | |||
:'''Nach dem Fang.''' Der Jagdtrieb ist nicht mit dem Hunger nach der Beute identisch. | |||
:Man kann etwas jagen, das man gar nicht besonders haben möchte. | |||
:Das erklärt beispielsweise, warum manche Menschen mit großer Leidenschaft Dinge suchen, sammeln oder ersteigern und nach dem Erwerb rasch das Interesse verlieren. | |||
:Die eigentliche Befriedigung lag im Jagen. | |||
:'''Jagdtrieb und Krieger.''' Hier liegt eine wichtige Unterscheidung. | |||
:Der Krieger sucht den Kampf und die Bewährung an einem Gegner. | |||
:Der Jäger sucht die Beute und den erfolgreichen Zugriff. | |||
:Der Krieger kann einen starken Gegner bevorzugen, weil dessen Überwindung seinen Sieg wertvoll macht. | |||
:Der Jäger bevorzugt möglicherweise eine schwierige Beute, weil ihre Erlegung oder ihr Fang besondere Geschicklichkeit erfordert. | |||
:Aber er muss keinen ebenbürtigen Gegner haben. Die Beute kann schwächer sein und versuchen zu fliehen. | |||
:Der Krieger will siegen. Der Jäger will erbeuten. | |||
:'''Forschung und Fehlersuche.''' Ein Wissenschaftler kann von einem ungelösten Problem regelrecht besessen sein. Er verfolgt Hinweise, prüft Spuren und sucht nach einem verborgenen Zusammenhang. | |||
:Ein Techniker bei der Fehlersuche erlebt etwas Ähnliches: Jeder Messwert liefert einen neuen Hinweis. Eine falsche Vermutung führt auf eine andere Spur. Schließlich ist der Fehler gefunden. | |||
:Dabei kann der Augenblick des Entdeckens ein ausgesprochenes Hochgefühl auslösen. | |||
:'''Entgleisung.''' Der Jagdtrieb wird zum Stalker, wenn die Beute ein Mensch ist, der nicht fliehen darf. Er wird zur [[#Rache|Rache]], wenn er das Urteil vom Zorn bekommt, und zum [[#Amok|Amok]], wenn die Wut in seine Bahn gerät. | :'''Entgleisung.''' Der Jagdtrieb wird zum Stalker, wenn die Beute ein Mensch ist, der nicht fliehen darf. Er wird zur [[#Rache|Rache]], wenn er das Urteil vom Zorn bekommt, und zum [[#Amok|Amok]], wenn die Wut in seine Bahn gerät. | ||