Wesen 3: Beutetier: Unterschied zwischen den Versionen

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Wesen 3: Verbittert, ausführliche Beschreibung (mit Freigabe)
K (Wesen 3: Verbittert wird Wesen, Vorstufe des Zombies (mit Freigabe))
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:'''Wie es dazu kommt.''' Verbittert wird jemand aus Enttäuschung: von Personen, oder weil Ziele nicht erreicht werden, die wichtig sind. Und es gibt keinen Trostpreis, keine andere Erfüllung. Merkmal ist die Hoffnungslosigkeit. Dazu kommt der [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Groll|Groll]]: der Ärger darüber, dass einem Unrecht geschehen ist. Die Verbitterung kann langsam wachsen, nach längerem Scheitern. Sie kann aber auch nach einem einzigen großen Schlag ausbrechen, nach der Kündigung nach vielen Jahren, der Scheidung, dem verlorenen Prozess. Diese Form beschrieb der Psychiater Michael Linden 2003 als „posttraumatische Verbitterungsstörung“: Hoffnungslosigkeit und Wut über die Ungerechtigkeit, oft mit Rachegedanken.
:'''Wie es dazu kommt.''' Verbittert wird jemand aus Enttäuschung: von Personen, oder weil Ziele nicht erreicht werden, die wichtig sind. Und es gibt keinen Trostpreis, keine andere Erfüllung. Merkmal ist die Hoffnungslosigkeit. Dazu kommt der [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Groll|Groll]]: der Ärger darüber, dass einem Unrecht geschehen ist. Die Verbitterung kann langsam wachsen, nach längerem Scheitern. Sie kann aber auch nach einem einzigen großen Schlag ausbrechen, nach der Kündigung nach vielen Jahren, der Scheidung, dem verlorenen Prozess. Diese Form beschrieb der Psychiater Michael Linden 2003 als „posttraumatische Verbitterungsstörung“: Hoffnungslosigkeit und Wut über die Ungerechtigkeit, oft mit Rachegedanken.
:'''Der Stolz.''' Der Stolz zeigt sich mit kleinem Lächeln, weiter Haltung und erhobenen Armen oder Händen in den Hüften (Tracy und Robins 2004).
:'''Der Stolz.''' Der Stolz zeigt sich mit kleinem Lächeln, weiter Haltung und erhobenen Armen oder Händen in den Hüften (Tracy und Robins 2004).
:'''Wesen.''' Der Verbitterte hat mit der Welt eine Rechnung offen. Er glaubt, zu kurz gekommen zu sein, ungerecht behandelt oder um etwas betrogen worden zu sein, das ihm eigentlich zustand. Anders als der [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Wüterich|Wüterich]], der unmittelbar angreift, trägt der Verbitterte seine Verletzung über lange Zeit mit sich herum. Er kann ruhig, beherrscht und sogar höflich auftreten. Doch seine Gedanken kehren immer wieder zu dem zurück, was ihm angetan wurde. Er hat nicht einfach schlechte Erfahrungen gemacht. Seine Enttäuschungen sind zum Maßstab geworden, an dem er neue Erfahrungen beurteilt.
:'''Was er denkt und fühlt.''' Seine Gedanken kreisen häufig um Sätze wie:
:* „Für andere ist immer alles einfacher.“
:* „Ich habe mich mein Leben lang angestrengt, und was habe ich davon?“
:* „Die Guten sind immer die Dummen.“
:* „Das wird sowieso wieder nichts.“
:* „Wenn die wüssten, wie die Welt wirklich ist.“
:* „Warum soll ausgerechnet der glücklich sein?“
:Dabei fühlt er nicht nur Traurigkeit, sondern auch Groll, Neid, Enttäuschung und eine eigentümliche Genugtuung, wenn seine schlechten Erwartungen bestätigt werden. Gerade diese Genugtuung ist wichtig: Der Verbitterte kann sich darüber freuen, dass etwas schlecht ausgeht, weil er dadurch recht behält. Sein Bedürfnis nach Rechtfertigung gerät in Konkurrenz zu seinem Bedürfnis nach Glück. Wieder aufgefrischt wird die Verbitterung durch fremdes Glück, mangelnde Anerkennung, erlebte Ungerechtigkeit und Erinnerungen an frühere Kränkungen.
:'''Seine Sicht auf die Welt.''' Der Verbitterte sieht besonders deutlich, was fehlt, misslingt oder ungerecht ist. Freundlichkeit erscheint ihm verdächtig. Erfolge anderer führt er auf Glück, Beziehungen oder unlautere Vorteile zurück. Gute Nachrichten hält er für Ausnahmen, schlechte für den Beweis einer allgemeinen Regel. Er kann durchaus scharfsinnig sein. Oft erkennt er tatsächliche Missstände, die andere übersehen oder verdrängen. Doch sein Blick ist einseitig geworden. Er sieht die Welt nicht mehr nur kritisch, sondern er erwartet von ihr, dass sie ihn enttäuscht.
:'''Der Kreislauf der Verbitterung.''' Hier liegt der entscheidende Mechanismus. Der Verbitterte erzeugt immer wieder die Erfahrungen, die seine Weltsicht bestätigen. Wer wenig Gutes erwartet, nimmt gute Erfahrungen schlechter wahr. Wer Freundlichkeit misstraut, weist sie zurück. Wer ständig klagt, kann andere Menschen vertreiben. Deren Rückzug bestätigt ihm wiederum, dass auf niemanden Verlass ist. Die Verbitterung erhält sich selbst, indem sie die Bedingungen ihrer eigenen Fortdauer schafft. Der Verbitterte bleibt nicht verbittert, weil er irgendwann einmal enttäuscht wurde. Er bleibt es, weil er seine Enttäuschung fortwährend erneuert.
:'''Sein Verhältnis zum Glück.''' Besonders tragisch ist, dass der Verbitterte sich nach Glück sehnen kann und es zugleich abwehrt. Eine kleine Freude genügt ihm nicht. Ein Erfolg zählt nicht, weil ein größerer möglich gewesen wäre. Eine Entschuldigung reicht nicht, weil sie zu spät kommt. Er verlangt mitunter eine Wiedergutmachung, die niemand mehr leisten kann. Und selbst wenn sie erfolgt, könnte er seine Verbitterung verlieren – und damit auch die Rechtfertigung, auf die er sein Selbstverständnis aufgebaut hat. So wird der Groll zu einem Besitz, den er nicht hergeben will.
:'''Verhalten gegenüber anderen.''' Der Verbitterte klagt, kritisiert, spottet und entwertet. Er kann die Begeisterung anderer durch einen einzigen abfälligen Satz ersticken. Manchmal möchte er, dass andere seine Enttäuschung teilen. Nicht unbedingt aus bewusster Bosheit: Ihre Zustimmung bestätigt ihm, dass seine Sicht auf die Welt richtig ist. Doch Verbitterung muss nicht laut sein. Manche Verbitterte ziehen sich zurück, werden schweigsam und lassen niemanden mehr an sich heran.
:'''Bannung, ausführlich.''' Dem Verbitterten mit dem Hinweis zu begegnen, er solle doch einfach positiv denken, hilft wenig. Er empfindet das leicht als Verkennung seiner Erfahrungen. Entscheidend ist, seinen Anspruch auf die ganze Welt zu begrenzen. Die erlittene Ungerechtigkeit darf wahr bleiben, ohne dass deshalb jede neue Erfahrung nach ihrem Muster beurteilt werden muss. Eine Möglichkeit ist, andere Dämonen zu wecken: Neugier, Humor, Freude, Zuneigung, Tatendrang. Sie müssen nicht beweisen, dass der Verbitterte unrecht hat. Sie müssen ihm nur wieder Erfahrungen ermöglichen, die er nicht beherrscht. Der Verbitterte will, dass die Welt endlich seine alte Rechnung begleicht. Seine Befreiung beginnt, wenn er wieder etwas anderes von ihr wollen kann. Dabei ist Verbitterung nicht mit berechtigter Empörung über Unrecht gleichzusetzen. Sie beginnt dort, wo die erlittene Verletzung das weitere Leben beherrscht und neue Möglichkeiten verschließt.
:'''Belege.''' Bei der Verbitterungsstörung können Rachegedanken Freude auslösen (Linden). Wer Zurückweisung erwartet, reagiert im Streit feindselig und ruft sie hervor (Downey u. a. 1998, siehe [[Stammbaum]]). Allgemeine positive Sätze können bei niedrigem Selbstwert nach hinten losgehen (Wood u. a. 2009, siehe [[#Tolpatsch|Tolpatsch]]).


== Puppe ==
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