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Wörter verlieren den Körper (mit Freigabe)
K (Der Geist folgt dem Körper: auch zum Guten (mit Freigabe))
K (Wörter verlieren den Körper (mit Freigabe))
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* '''Der Kreis von Haltung und Vorstellung:''' Auch das ist ein Kreis. Die Vorstellung, wie man ist, erzeugt die Haltung, denn alles, was man sich vorstellt, bildet man pantomimisch nach (siehe [[Die Entstehung der Seele#Denken ist Tanz|Denken ist Tanz]]). Das gilt auch, wenn man ein Buch liest, einen Film sieht, Musik hört. Verstehen ist Dämon werden. Haltung erzeugt Vorstellung, Vorstellung erzeugt Haltung. Wem man den Stirnrunzel-Muskel mit Botox lähmt, der liest Sätze langsamer, für deren Gefühl man die Stirn runzelt (David Havas und Kollegen 2010). Sozial ist es auch ein Kreis: Man findet jemanden sympathisch und lächelt ihn an, und er findet einen daraufhin sympathisch. Das gibt es natürlich auch mit dem Ärger.
* '''Der Kreis von Haltung und Vorstellung:''' Auch das ist ein Kreis. Die Vorstellung, wie man ist, erzeugt die Haltung, denn alles, was man sich vorstellt, bildet man pantomimisch nach (siehe [[Die Entstehung der Seele#Denken ist Tanz|Denken ist Tanz]]). Das gilt auch, wenn man ein Buch liest, einen Film sieht, Musik hört. Verstehen ist Dämon werden. Haltung erzeugt Vorstellung, Vorstellung erzeugt Haltung. Wem man den Stirnrunzel-Muskel mit Botox lähmt, der liest Sätze langsamer, für deren Gefühl man die Stirn runzelt (David Havas und Kollegen 2010). Sozial ist es auch ein Kreis: Man findet jemanden sympathisch und lächelt ihn an, und er findet einen daraufhin sympathisch. Das gibt es natürlich auch mit dem Ärger.
* '''Der Geist folgt dem Körper:''' Das wissen die Herrscher und die Religionen. Nach einer friesischen Sage befahl der dänische König Godfred den unterworfenen Friesen, ihre Haustüren nach Norden zu legen und so niedrig zu machen, dass sie sich bei jedem Hinausgehen vor den Nordmännern verbeugen mussten: „This was how the pride of the Frisians was broken.“ Zum Gebet im Islam gehört das Niederwerfen, fünfmal täglich. Das Wort Islam heißt Hingabe, Unterwerfung unter Gott. Blaise Pascal riet dem Zweifler, es den Gläubigen nachzumachen: „C'est en faisant tout comme s'ils croyaient, en prenant de l'eau bénite, en faisant dire des messes, etc. Naturellement même cela vous fera croire et vous abêtira.“ (Indem sie alles taten, als ob sie glaubten, Weihwasser nahmen, Messen lesen ließen. Ganz natürlich wird euch das glauben machen und dumm machen.) Nietzsche nennt das „das Princip Pascal's“ und sieht darin eine „Hypnotisirung“ (''Zur Genealogie der Moral'' III, 17). Das japanische Teehaus hat einen niedrigen Kriecheingang, durch den jeder Gast, auch der Samurai, auf Knien hinein muss. Das wirkt auch zum Guten. Aristoteles: „we become just by doing just acts, temperate by doing temperate acts, brave by doing brave acts“ (''Nikomachische Ethik'' II, 1). Hamlet sagt zu seiner Mutter: „Assume a virtue, if you have it not.“ Und: „For use almost can change the stamp of nature“. Menschen mit depressiven Symptomen, die aufrecht sitzen, haben bessere Laune und sind weniger müde (Carissa Wilkes und Kollegen 2017). Der Arzt Madan Kataria gründete 1995 in Mumbai den ersten Lachklub. Als die Witze ausgingen, lachten sie ohne Grund weiter. Das gespielte Lachen steckt an und wird echt.
* '''Der Geist folgt dem Körper:''' Das wissen die Herrscher und die Religionen. Nach einer friesischen Sage befahl der dänische König Godfred den unterworfenen Friesen, ihre Haustüren nach Norden zu legen und so niedrig zu machen, dass sie sich bei jedem Hinausgehen vor den Nordmännern verbeugen mussten: „This was how the pride of the Frisians was broken.“ Zum Gebet im Islam gehört das Niederwerfen, fünfmal täglich. Das Wort Islam heißt Hingabe, Unterwerfung unter Gott. Blaise Pascal riet dem Zweifler, es den Gläubigen nachzumachen: „C'est en faisant tout comme s'ils croyaient, en prenant de l'eau bénite, en faisant dire des messes, etc. Naturellement même cela vous fera croire et vous abêtira.“ (Indem sie alles taten, als ob sie glaubten, Weihwasser nahmen, Messen lesen ließen. Ganz natürlich wird euch das glauben machen und dumm machen.) Nietzsche nennt das „das Princip Pascal's“ und sieht darin eine „Hypnotisirung“ (''Zur Genealogie der Moral'' III, 17). Das japanische Teehaus hat einen niedrigen Kriecheingang, durch den jeder Gast, auch der Samurai, auf Knien hinein muss. Das wirkt auch zum Guten. Aristoteles: „we become just by doing just acts, temperate by doing temperate acts, brave by doing brave acts“ (''Nikomachische Ethik'' II, 1). Hamlet sagt zu seiner Mutter: „Assume a virtue, if you have it not.“ Und: „For use almost can change the stamp of nature“. Menschen mit depressiven Symptomen, die aufrecht sitzen, haben bessere Laune und sind weniger müde (Carissa Wilkes und Kollegen 2017). Der Arzt Madan Kataria gründete 1995 in Mumbai den ersten Lachklub. Als die Witze ausgingen, lachten sie ohne Grund weiter. Das gespielte Lachen steckt an und wird echt.
* '''Wörter verlieren den Körper:''' Es gibt jede Menge abstrakte Wörter, die für Dämonen und ihre körperlichen Reaktionen stehen: geistig, mental, Psyche. Sie bezeichnen aber nicht die konkreten Vorgänge. Ursprünglich waren sie konkret und sinnlich, meist körperlich. „Geist“ hieß „Ergriffenheit, Aufregung“, das Schaudern, wenn man erschrickt; das englische ''ghost'' war altenglisch ''gast'', „Atem; guter oder böser Geist, Engel, Dämon“. Dann ging das Wort wie bei der Stillen Post weiter. Der Nächste hat das Schaudern nicht erlebt und versteht das Wort nicht aus der Erfahrung, sondern aus der Stelle, an der man es benutzt. Das Wort verselbstständigt sich und bekommt seinen Sinn aus Funktion und Gebrauch. Nietzsche schreibt: „die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, daß sie welche sind“, und vergleicht sie mit Münzen, deren Prägung verblasst ist.<br /><br />So wurde aus dem Atem das Wesen des Menschen, und ein Wesen, das sich vom Körper lösen lässt, kann man sich unsterblich vorstellen. Die Griechen dachten die Seele unsterblich, bei den Juden muss der Körper auch ins Jenseits (Auferstehung der Toten).<br /><br />Wer „psychisch“ sagt, kann damit angeben. Das Wort sagt dann: Ich bin gebildet, du dummer Einfaltspinsel. Dahinter steht die [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Geltung|Geltung]]. Es kann auch Abstand schaffen: „Ich habe psychische Probleme“ klingt harmloser als „Ich habe Angst“. Die Forschung zur psychologischen Distanz (Trope und Liberman) findet, dass abstrakte Sprache Abstand schafft. Das kann der Sinn sein: nicht konkret, nicht magisch. Ein Schimpfwort ruft den Dämon im Körper, „Affekt“ ruft ihn nicht. Deshalb braucht diese Beschreibung die Sprüche.
* '''Der Anlass in der Phantasie:''' Viele Dämonen sind erst durch die Vergangenheit möglich, also durch die innere Stimme, die ständig erzählt, wer man ist und in welchem Kontext. Tiere reagieren auf den unmittelbaren Anlass. Eine Krähe, die einmal gefangen wurde, beschimpft noch nach Jahren den Mann mit derselben Maske, aber nur, wenn er vor ihr steht. Der Mensch hat den unmittelbaren Anlass in die Phantasie verlegt. Der [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Groll|Groll]] lebt von der Szene, die nachts wieder und wieder aufgeführt wird, nicht von dem, was damals geschah. Dasselbe gilt nach vorn: Ein Tier hat Angst vor dem Wolf, der da ist, der Mensch vor dem Wolf, der vielleicht im nächsten Winter kommt. Das gilt für gute Dämonen genauso: Ein Hund freut sich, wenn er die Leine sieht; die Leine muss vor ihm liegen. Ein Kind freut sich drei Wochen lang auf Weihnachten, ohne dass etwas da ist. Die Phantasie trägt die Vorfreude ebenso wie den Groll. Die Vergangenheit ist nur eine Erzählung in der Gegenwart, aber eine, von der Dämonen leben.
* '''Der Anlass in der Phantasie:''' Viele Dämonen sind erst durch die Vergangenheit möglich, also durch die innere Stimme, die ständig erzählt, wer man ist und in welchem Kontext. Tiere reagieren auf den unmittelbaren Anlass. Eine Krähe, die einmal gefangen wurde, beschimpft noch nach Jahren den Mann mit derselben Maske, aber nur, wenn er vor ihr steht. Der Mensch hat den unmittelbaren Anlass in die Phantasie verlegt. Der [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Groll|Groll]] lebt von der Szene, die nachts wieder und wieder aufgeführt wird, nicht von dem, was damals geschah. Dasselbe gilt nach vorn: Ein Tier hat Angst vor dem Wolf, der da ist, der Mensch vor dem Wolf, der vielleicht im nächsten Winter kommt. Das gilt für gute Dämonen genauso: Ein Hund freut sich, wenn er die Leine sieht; die Leine muss vor ihm liegen. Ein Kind freut sich drei Wochen lang auf Weihnachten, ohne dass etwas da ist. Die Phantasie trägt die Vorfreude ebenso wie den Groll. Die Vergangenheit ist nur eine Erzählung in der Gegenwart, aber eine, von der Dämonen leben.
* '''Bannung:''' Man kann einen Dämon aushungern, dem Trigger ausweichen oder die Verknüpfung durch eine andere ersetzen. Siehe [[Bannung]].
* '''Bannung:''' Man kann einen Dämon aushungern, dem Trigger ausweichen oder die Verknüpfung durch eine andere ersetzen. Siehe [[Bannung]].

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