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== Sieg == | == Sieg == | ||
* Stammbaum: von Vampir · zu | * Stammbaum: von Vampir · zu Jubel, Stolz, Triumph, Mut, Held | ||
* Beschreibung: | * Beschreibung: | ||
== Dank == | == Dank == | ||
* Stammbaum: von | * Stammbaum: von HOMO · zu Verehrung/Bewunderung | ||
* Gegendämon | * Hunger: keiner. Er stellt sich ein, wenn ein Hunger gestillt wird. Aber er drängt zum Zurückgeben. | ||
* Beschreibung: | * Trigger: eine unerwartete Wohltat. Aber auch Essen, Sex, Musik, Erfolg, die Sonne. Manchmal ganz ohne Anlass. Und die Begnadigung. | ||
* Gegendämon: [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Groll|Groll]]. Wer dankbar an jemanden denkt, kann ihm in diesem Moment nicht grollen. | |||
* Bannung: Bedrohung, Angst und die Forderung nach Dank verhindern ihn. Er lässt sich nicht befehlen. Er kann sich einstellen, muss aber nicht. | |||
* Beschreibung: Die Dankbarkeit stellt sich meist bei einer unerwarteten Wohltat ein und richtet sich auf den Geber. Aber nicht immer. Sie kommt auch nach anderen Befriedigungen, nach einem guten Essen, nach Musik, nach einem Erfolg, und auch [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Sunny|Sunny]], der nur in der Sonne liegt, kann dankbar sein. Sie ist ein Zeichen von Gesundheit, Vitalität und Glück. Das gute Gefühl schafft eine Erinnerung, damit man das Gesunde wiederholt. Das Wesen wächst, wenn man es regelmäßig füttert. Dank ist urtümlich, ein Elternteil ist nicht zu finden. Aus Dank kann Verehrung werden. Man ist seinem Idol dankbar: „Er hat meinem Leben einen Sinn gegeben.“ | |||
'''Zwei Arten.''' Robert Emmons und Michael McCullough verlangten für Dankbarkeit einen Geber, von dem das Gute kommt. Nathaniel Lambert, Steven Graham und Frank Fincham fragten 2009 gewöhnliche Menschen und fanden zwei Arten: die Dankbarkeit für eine Wohltat und eine allgemeine Dankbarkeit ohne Geber. Bernard Weiner, Daniel Russell und David Lerman fragten 1979 Studenten, warum sie eine Prüfung bestanden hatten. Wer es der Hilfe anderer zuschrieb, war dankbar. Wer es sich selbst zuschrieb, war eher stolz. | |||
'''Die Erinnerung.''' Essen, Sex und Musik laufen über dieselben Belohnungsbahnen. Adiel Mallik, Mona Lisa Chanda und Daniel Levitin blockierten 2017 die körpereigenen Opioide, und die Musik bewegte weniger: „music uses the same reward pathways as food, drug and sexual pleasure.“ Philip Watkins und Kollegen fanden 2004: Dankbare Menschen erinnern sich häufiger an die guten Ereignisse ihres Lebens. In den Versuchen von Emmons und McCullough (2003) schrieben Teilnehmer jede Woche auf, wofür sie dankbar waren. Danach waren sie dankbarer und zufriedener, hatten weniger Beschwerden und trieben mehr Sport. Eine Meta-Analyse über 145 Arbeiten mit fast 25.000 Teilnehmern (PNAS 2025) bestätigt die Wirkung des Fütterns, wenn auch schwach, und am stärksten bei denen, die wenig Dankbarkeit mitbringen. | |||
'''Der Zusammenhalt.''' Das Gefühl wurde verwendet, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Gegenseitige Hilfe gibt es bei allen Tieren, die in Gruppen leben. Aber erst wo Tiere einander einzeln erkennen, merken sie sich den Geber. Vampirfledermäuse würgen Blut für hungrige Nachbarn hervor. Gerald Carter und Gerald Wilkinson zeigten 2013: Wer früher etwas bekommen hat, gibt später, und das zählt 8,5-mal mehr als die Verwandtschaft. Frans de Waal zeigte 1997 bei Schimpansen: Wer einen anderen in den zwei Stunden davor gelaust hatte, bekam von ihm öfter Futter ab. Wer nicht gelaust hatte, wurde abgewehrt. Ohne Dankbarkeit bekäme der Geber nichts zurück. Adam Grant und Francesca Gino ließen 2010 Versuchspersonen ein Bewerbungsschreiben korrigieren und baten sie danach um ein zweites. Stand in der Bitte „Thank you so much! I am really grateful.“, half nicht ein Drittel, sondern zwei Drittel. Wer dankbar ist, hilft seinem Wohltäter auch, wenn es ihn etwas kostet, und hilft sogar Fremden mehr (Monica Bartlett und David DeSteno 2006). Ohne Dankbarkeit gäbe es nur den Handel Zug um Zug. Mit ihr kann man jetzt helfen und später zurückbekommen, ohne dass jemand Buch führt. Der [[Wesen 5: Noch ohne Ort#Schmarotzer|Schmarotzer]] nimmt und gibt nicht. Er ist der Mensch ohne Dankbarkeit. | |||
'''Die Forderung.''' Geforderter Dank ist kein Dank mehr, sondern eine Schuld. Philip Watkins und Kollegen zeigten 2006: Je deutlicher ein Geber zu verstehen gibt, dass er etwas zurück erwartet, desto mehr fühlt sich der Beschenkte verschuldet, desto weniger ist er dankbar und desto seltener hilft er dem Geber danach. | |||
'''Die Begnadigung.''' Die Begnadigung erzeugt echte Dankbarkeit, auch wenn einen der Täter verschont. Das ist völlig absurd, aber so ist es. Karl Halvor Teigen zeigte 1997: Dankbarkeit entsteht aus dem Vergleich mit dem, was hätte geschehen können. Je schlimmer das Erwartete, desto größer der Dank. Der Psychiater Frank Ochberg spricht bei Geiseln von einer „primitive gratitude for the gift of life“. Das nutzt die [[Hexe]] beim [[#Höriger|Hörigen]]: Wer ständig Strafe erwartet, empfindet schon das Ausbleiben der Strafe als Geschenk. | |||
== Achtung == | == Achtung == | ||