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'''Baum oder Netz:''' Darwin zeichnete einen Baum, dessen Äste sich nur teilen. Margulis zeigte, dass das Leben auch durch Verschmelzen neue Formen schafft. Der Stammbaum der Seele mit seinen kreuzenden Linien ist eher ein Netz als ein Baum. | '''Baum oder Netz:''' Darwin zeichnete einen Baum, dessen Äste sich nur teilen. Margulis zeigte, dass das Leben auch durch Verschmelzen neue Formen schafft. Der Stammbaum der Seele mit seinen kreuzenden Linien ist eher ein Netz als ein Baum. | ||
== Gut und Böse aus einer Wurzel == | |||
Wir machen hier das personifizierte Böse zum Vater der Seele. Das vornehme Raubtier, steht bei Nietzsche. Was ist, wenn die guten und bösen Triebe miteinander verwoben sind, vielleicht gar wesensgleich? | |||
'''Nietzsche''', Jenseits von Gut und Böse, Abschnitt 2: „Es wäre sogar noch möglich, dass was den Werth jener guten und verehrten Dinge ausmacht, gerade darin bestünde, mit jenen schlimmen, scheinbar entgegengesetzten Dingen auf verfängliche Weise verwandt, verknüpft, verhäkelt, vielleicht gar wesensgleich zu sein.“ | |||
In der Genealogie der Moral sagt Nietzsche, auf dem Grund aller vornehmen Menschen sei „das Raubthier“ nicht zu verkennen. Er nennt es auch die „blonde Bestie“ und meint damit den Löwen mit seiner Mähne, nicht die Germanen, wie die Nazis es später missbraucht haben. | |||
'''Der Stammbaum zeigt es:''' | |||
* Vom Raubtier über den Vampir zum Sieg, vom Sieg zum Dank, vom Dank zur Verehrung, von der Verehrung zur Liebe. Die Liebe hat unter anderem den Vampir als Ahnen. | |||
* In der ersten Fassung: Wüterich → Krieger → Beschützer. Der Beschützer, der sein Kind verteidigt, stammt vom Wüterich ab. | |||
* Vom Sieg kommen der Held, der Stolz und der Mut. | |||
Gut und Böse sitzen nicht auf verschiedenen Ästen. Sie wachsen aus derselben Wurzel. | |||
Das Bindungshormon Oxytocin macht in Versuchen freundlicher und vertrauensvoller gegenüber der eigenen Gruppe und zugleich abwehrbereiter gegen Fremde (siehe [[Wesen 5: Noch ohne Ort#Stammesbruder|Stammesbruder]]). | |||
'''Goethe''' lässt den Teufel selbst sagen, wer er ist. Mephisto im Faust: „Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ | |||
== Bild 2023 == | == Bild 2023 == | ||