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Admin (Diskussion | Beiträge) K (Quengler: erwachsener Quengler, Formen, Motiv, Abgrenzung zum Mecker; Sprüche ergänzt) |
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::* '''3. Der beleidigte Quengler.''' Er zeigt demonstrativ seine Unzufriedenheit, ohne seine Forderung offen auszusprechen. | ::* '''3. Der beleidigte Quengler.''' Er zeigt demonstrativ seine Unzufriedenheit, ohne seine Forderung offen auszusprechen. | ||
::* '''4. Der hartnäckige Quengler.''' Er bringt dieselbe Forderung immer wieder vor, auch nachdem sie abgelehnt wurde. | ::* '''4. Der hartnäckige Quengler.''' Er bringt dieselbe Forderung immer wieder vor, auch nachdem sie abgelehnt wurde. | ||
:'''Alltagsbeispiele.''' Bei Erwachsenen erkennt man Quengeln am besten an konkreten Alltagssituationen. Und es ist nicht immer eine offene Forderung. Oft ist es ein anhaltendes, klägliches Drängen, das den anderen mürbe macht. | |||
::* '''1. Der quengelnde Partner.''' Ein Mann möchte, dass seine Frau mit ihm ausgeht. Sie ist müde. „Ach komm, wir machen doch sonst nie was.“ „Immer bist du müde.“ „Ich hatte mich so darauf gefreut.“ „Na toll. Dann sitzen wir eben wieder zu Hause.“ Eine halbe Stunde später: „Wir könnten doch wenigstens kurz hingehen.“ Er akzeptiert die Entscheidung nicht. Stattdessen hält er seine Enttäuschung so lange aufrecht, bis sie nachgibt. | |||
::* '''2. Der quengelnde Kunde.''' Ein Kunde will einen Preisnachlass, den der Verkäufer nicht geben darf. „Da lässt sich doch bestimmt was machen.“ „Jetzt fragen Sie doch wenigstens mal Ihren Chef.“ „Bei der Konkurrenz bekomme ich das billiger.“ „Aber ein kleines bisschen können Sie doch runtergehen.“ Er verlässt das Geschäft nicht, sondern wiederholt seine Bitte in immer neuen Varianten. | |||
::* '''3. Der quengelnde Mitarbeiter.''' Ein Mitarbeiter möchte am Freitag früher gehen. Sein Chef lehnt ab. „Aber ich habe doch letzte Woche auch länger gemacht.“ „Die anderen dürfen doch auch.“ „Es sind doch nur zwei Stunden.“ „Muss ich denn wirklich bis zum Schluss bleiben?“ Bei jeder Gelegenheit bringt er das Thema erneut zur Sprache. | |||
::* '''4. Der quengelnde Autofahrer.''' Ein Beifahrer beklagt sich während einer längeren Fahrt: „Wie lange dauert das denn noch?“ „Müssen wir wirklich hier lang?“ „Warum fährst du so langsam?“ „Können wir nicht endlich Pause machen?“ „Mir ist langweilig.“ Hier ist das Quengeln weniger eine gezielte Verhandlung als eine fortlaufende Äußerung von Unbehagen, das auf den Fahrer übertragen wird. | |||
::* '''5. Der quengelnde Kranke.''' Jemand hat eine Erkältung und möchte ständig umsorgt werden. „Mir geht's so schlecht.“ „Kannst du mir noch einen Tee bringen?“ „Jetzt ist mir wieder kalt.“ „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie elend ich mich fühle.“ „Du kümmerst dich überhaupt nicht um mich.“ Dabei ist nicht die Krankheit das Quengeln, sondern das wiederholte Einfordern von Zuwendung, gegebenenfalls über das tatsächlich benötigte Maß hinaus. | |||
::* '''6. Der quengelnde Rentner.''' Ein älterer Mensch erwartet Besuch von seinen erwachsenen Kindern. „Du meldest dich ja überhaupt nicht mehr.“ „Früher hattest du mehr Zeit für mich.“ „Ich sitze hier den ganzen Tag allein.“ „Wenn ich erst mal nicht mehr da bin, wirst du es bereuen.“ Hier wird aus dem Wunsch nach Kontakt ein dauernder emotionaler Druck. | |||
:'''Der Mann im Bus.''' Ein Mann stieg vorne in den Bus ein. Er hatte aber kein Geld. Der hat einfach gequengelt, dass er nach Hause muss. Der Busfahrer hat dem erklärt, dass er bezahlen oder aussteigen muss. Das ging fünf Minuten so. Schließlich hat jemand für ihn bezahlt. | |||
:'''Was ist sein eigentliches Motiv?''' Bei Kindern ist Quengeln oft unmittelbarer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Beim erwachsenen Quengler kann es sich dagegen um eine fest eingeübte Strategie zur Einflussnahme handeln. Er hat gelernt, dass Beharrlichkeit, Jammern und demonstrative Unzufriedenheit wirksamer sein können als Argumente. Dabei muss er nicht bewusst manipulieren. Das Verhalten kann längst automatisiert sein. | :'''Was ist sein eigentliches Motiv?''' Bei Kindern ist Quengeln oft unmittelbarer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Beim erwachsenen Quengler kann es sich dagegen um eine fest eingeübte Strategie zur Einflussnahme handeln. Er hat gelernt, dass Beharrlichkeit, Jammern und demonstrative Unzufriedenheit wirksamer sein können als Argumente. Dabei muss er nicht bewusst manipulieren. Das Verhalten kann längst automatisiert sein. | ||
:'''Eine wichtige Besonderheit.''' Der erwachsene Quengler kann sogar Freude daran entwickeln, seinen Willen durchzusetzen. Dann ist nicht mehr nur die Erfüllung seines ursprünglichen Wunsches befriedigend, sondern auch die Erfahrung: „Ich habe ihn so lange bearbeitet, bis er nachgegeben hat.“ Damit bekommt das Quengeln ein Eigenleben. | :'''Eine wichtige Besonderheit.''' Der erwachsene Quengler kann sogar Freude daran entwickeln, seinen Willen durchzusetzen. Dann ist nicht mehr nur die Erfüllung seines ursprünglichen Wunsches befriedigend, sondern auch die Erfahrung: „Ich habe ihn so lange bearbeitet, bis er nachgegeben hat.“ Damit bekommt das Quengeln ein Eigenleben. | ||