Wesen 2: Raubtier – Vampir: Unterschied zwischen den Versionen

K
Nörgler, Mecker und Quengler als eigene Wesen (Quengler: Text von ChatGPT, von Daniel angehängt)
K (Troll: Auf dem Kongress)
K (Nörgler, Mecker und Quengler als eigene Wesen (Quengler: Text von ChatGPT, von Daniel angehängt))
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== Nörgler ==
== Nörgler ==
* Stammbaum: von [[Wesen 2: Raubtier – Vampir#Piesacker|Piesacker]], [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Öde|Öde]] · zu –
* Stammbaum: von [[Wesen 2: Raubtier – Vampir#Piesacker|Piesacker]], [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Öde|Öde]] · zu –
* Varianten: Mecker
* Spruch: „Ja, aber …“ „Das hat doch einen Haken.“ „Typisch.“ „Das war ja klar.“
* Hunger: Den Haken am Guten finden, die Laune der anderen verderben.
* Trigger: Etwas Gutes, das gelingt, die Freude oder der Erfolg eines anderen.
* Mimik: Die Mundwinkel sind nach unten gezogen. Die Augen rollen. Ein halbes, schiefes Lächeln, denn es macht ihm Spaß.
* Haltung: Der Kopf wiegt hin und her. Die Arme sind verschränkt. Ein langes Ausatmen vor dem Aber.
* Bannung: offen.
* Beschreibung: Der Nörgler findet an jedem Guten den Haken. Er ist dabei nicht primär wütend, er hat seinen Spaß daran. Es ist trotzdem toxisch und verdirbt anderen die Laune, und gerade darin liegt seine Lust. Es gibt auch die Variante ohne Publikum, aber da ist das Publikum gedacht.
* Beschreibung: Der Nörgler findet an jedem Guten den Haken. Er ist dabei nicht primär wütend, er hat seinen Spaß daran. Es ist trotzdem toxisch und verdirbt anderen die Laune, und gerade darin liegt seine Lust. Es gibt auch die Variante ohne Publikum, aber da ist das Publikum gedacht.


Bei Theophrast heißt er Μεμψιμοιρία, „Tadel am eigenen Los“: „Thanklessness is an improper criticism of what one receives.“ Er findet einen Geldbeutel auf der Straße und sagt: „But I never found a treasure!“ Seine Geliebte küsst ihn, und er fragt: „I wonder if you really do love me so in your heart.“ Er schimpft auf Zeus, nicht weil es regnet, sondern weil es nicht früher geregnet hat. Er gewinnt seinen Prozess einstimmig und beschimpft seinen Anwalt.
Bei Theophrast heißt er Μεμψιμοιρία, „Tadel am eigenen Los“: „Thanklessness is an improper criticism of what one receives.“ Er findet einen Geldbeutel auf der Straße und sagt: „But I never found a treasure!“ Seine Geliebte küsst ihn, und er fragt: „I wonder if you really do love me so in your heart.“ Er schimpft auf Zeus, nicht weil es regnet, sondern weil es nicht früher geregnet hat. Er gewinnt seinen Prozess einstimmig und beschimpft seinen Anwalt.


'''Der Mecker.''' Das ist die Variante des Nörglers, die Regeln hat. Die Regeln sind eigene oder erlernte, und er ärgert sich, wenn jemand dagegen verstößt. Er meckert für sich oder für andere, auch wenn niemand zuhört. Der Wörterbuch-Ausdruck trifft es: gehässig, aber nicht aggressiv. Der Anlass ist keine Gefahr, sondern eine verletzte Erwartung. Der Fußgänger steht am Zebrastreifen und geht nicht. Jemand drängelt sich in der Schlange vor. Eine Gruppe steht links auf der Rolltreppe. Jemand telefoniert im Ruhebereich der Bahn, mäht den Rasen in der Ruhezeit oder fährt mit dem Rad auf dem Gehweg.
'''Fehler suchen.''' Er meckert auch über Fehler. Das ist in Ordnung, wenn man dabei eine Kritik anbringt und das Problem konstruktiv beheben will. Aber er sucht danach, um nörgeln zu können, oft den ganzen Tag oder immer wieder über dasselbe.
 
== Mecker ==
* Stammbaum: von [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Ärger|Ärger]], [[#Moralist|Moralist]] · zu [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Fehlerfürchter|Fehlerfürchter]]
* Spruch: „Das macht man nicht.“ „Wenn das jeder täte!“ „Vorschrift ist Vorschrift.“ „Wo hat der den Führerschein her, aus der Lostrommel?“
* Hunger: offen.
* Trigger: offen.
* Mimik: offen.
* Haltung: offen.
* Bannung: offen.
* Beschreibung: Der Mecker hat Regeln, eigene oder erlernte, und ärgert sich, wenn jemand dagegen verstößt.
 
'''Der Mecker.''' Er meckert für sich oder für andere, auch wenn niemand zuhört. Der Wörterbuch-Ausdruck trifft es: gehässig, aber nicht aggressiv. Der Anlass ist keine Gefahr, sondern eine verletzte Erwartung. Der Fußgänger steht am Zebrastreifen und geht nicht. Jemand drängelt sich in der Schlange vor. Eine Gruppe steht links auf der Rolltreppe. Jemand telefoniert im Ruhebereich der Bahn, mäht den Rasen in der Ruhezeit oder fährt mit dem Rad auf dem Gehweg.


'''Im Straßenverkehr.''' Dort kennt jeder den Mecker. Der Fahrer fährt zu dicht auf, schneidet beim Überholen oder blinkt erst, wenn man schon neben ihm ist, und man weiß nicht, ob er einen gesehen hat. Bei echter Gefahr reagieren zuerst Angst und Wüterich. Danach kommt der Mecker und klagt die Regel ein: „Wo hat der den Führerschein her?“ Die Verkehrsforschung nennt ähnliche Auslöser für Ärger: Drängeln, Nicht-Ausweichen trotz Lücke und die erzwungene Langsamkeit (Maag u. a. 2003, nach Hafen, Bundesanstalt für Straßenwesen).
'''Im Straßenverkehr.''' Dort kennt jeder den Mecker. Der Fahrer fährt zu dicht auf, schneidet beim Überholen oder blinkt erst, wenn man schon neben ihm ist, und man weiß nicht, ob er einen gesehen hat. Bei echter Gefahr reagieren zuerst Angst und Wüterich. Danach kommt der Mecker und klagt die Regel ein: „Wo hat der den Führerschein her?“ Die Verkehrsforschung nennt ähnliche Auslöser für Ärger: Drängeln, Nicht-Ausweichen trotz Lücke und die erzwungene Langsamkeit (Maag u. a. 2003, nach Hafen, Bundesanstalt für Straßenwesen).
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'''Der Name.''' ''Meckern'' war zuerst der Laut der Ziege, abgeleitet von mittelhochdeutsch ''mecke'', „Ziegenbock“. Im 17. Jahrhundert wurde daraus das kurze, helle Lachen, im 18. Jahrhundert das Nörgeln und Kritisieren (Pfeifer). Der Kobold lacht, der Mecker ärgert sich, und beide haben dasselbe Wort. Derselbe Anlass kann den einen oder den anderen zünden.
'''Der Name.''' ''Meckern'' war zuerst der Laut der Ziege, abgeleitet von mittelhochdeutsch ''mecke'', „Ziegenbock“. Im 17. Jahrhundert wurde daraus das kurze, helle Lachen, im 18. Jahrhundert das Nörgeln und Kritisieren (Pfeifer). Der Kobold lacht, der Mecker ärgert sich, und beide haben dasselbe Wort. Derselbe Anlass kann den einen oder den anderen zünden.
 
'''Sprüche.''' „Das macht man nicht.“ „Wenn das jeder täte!“ „Vorschrift ist Vorschrift.“ „Wo hat der den Führerschein her, aus der Lostrommel?“
== Quengler ==
* Stammbaum: von – · zu –
* Spruch: „Ich will aber!“ „Warum denn nicht?“ „Bitte, bitte, bitte!“ „Nur dieses eine Mal!“ „Du hast es doch versprochen!“ „Alle anderen dürfen das auch!“ „Immer muss ich warten!“ „Nie bekomme ich, was ich will!“ „Du hörst mir überhaupt nicht zu!“ „Na guuut, dann eben nicht!“ „Ist ja klar, dass ich wieder leer ausgehe.“ „Jetzt sei doch nicht so!“
* Hunger: Zuwendung, Bedürfnisbefriedigung oder die Durchsetzung des eigenen Willens.
* Trigger: Ein unerfüllter Wunsch, eine Verweigerung, eine Wartezeit oder das Gefühl, nicht genügend beachtet zu werden.
* Mimik: Das Gesicht ist gezogen, die Unterlippe vorgeschoben, der Blick bittend und gequält.
* Haltung: Die Stimme ist gedehnt und weinerlich. Die Hand zupft am Ärmel. Der Körper wippt von einem Fuß auf den anderen.
* Bannung: Nicht das Quengeln belohnen, sondern sachliches Bitten und Verhandeln.
* Beschreibung: Der Quengler versucht, seinen Willen durch anhaltendes Beklagen, Fordern und Wiederholen durchzusetzen.
:'''Der Quengler.''' Er will nicht unbedingt überzeugen. Er will erreichen, dass der andere irgendwann nachgibt, damit das Quengeln aufhört.
:'''Handlungsweise.''' Der Quengler macht sein unerfülltes Bedürfnis zum Problem seiner Umgebung. Er wiederholt seine Forderung, beklagt sich, jammert, bettelt oder steigert seine Unzufriedenheit, bis andere reagieren. Dabei muss er nicht aggressiv werden. Seine Methode ist vielmehr die Zermürbung durch Beharrlichkeit.
:'''Seine Methoden.'''
::* '''1. Die Wiederholung.''' Er stellt dieselbe Forderung immer wieder, auch wenn sie längst beantwortet wurde.
::* '''2. Die Ermüdung.''' Er hält so lange durch, bis der andere keine Lust mehr auf die Auseinandersetzung hat.
::* '''3. Die Mitleidsfalle.''' Er stellt sein Leiden in den Vordergrund, damit der andere sich verantwortlich fühlt.
::* '''4. Der Vorwurf.''' Er unterstellt mangelnde Liebe, Fürsorge oder Gerechtigkeit.
::* '''5. Die Steigerung.''' Wenn leises Bitten nicht funktioniert, wird er lauter, kläglicher oder dramatischer.
::* '''6. Das beleidigte Schweigen.''' Er zieht sich demonstrativ zurück und zeigt seine Unzufriedenheit, bis der andere auf ihn zukommt.
:'''Was er fühlt.''' Zunächst Unzufriedenheit, Ungeduld oder Enttäuschung. Wenn seine Forderung nicht erfüllt wird, können sich Frustration und das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, verstärken. Gibt der andere schließlich nach, empfindet er Erleichterung und Befriedigung.
:'''Der psychologische Mechanismus.''' Hier gibt es einen besonders gut untersuchten Lernmechanismus: negative Verstärkung. Ein Kind quengelt, weil es Süßigkeiten möchte. Die Mutter sagt nein. Das Kind quengelt weiter. Schließlich gibt die Mutter nach. Jetzt lernen beide etwas:
::* Das Kind lernt: Hartnäckiges Quengeln funktioniert.
::* Die Mutter lernt: Nachgeben beendet das unangenehme Quengeln.
:Dadurch wird das Verhalten auf beiden Seiten verstärkt. Gerald Patterson beschrieb solche wechselseitigen Zwangsprozesse in Familien als coercive family process. Interessant ist auch die intermittierende Verstärkung: Wenn das Quengeln nur gelegentlich zum Erfolg führt, kann das Verhalten besonders hartnäckig werden.
:'''Abgrenzung.''' Der Quengler unterscheidet sich vom [[#Troll|Troll]] durch sein Ziel. Der Troll möchte eine emotionale Reaktion hervorrufen und genießt sie. Der Quengler möchte etwas bekommen. Die unangenehme emotionale Reaktion des anderen ist für ihn ein Mittel zum Zweck. Vom [[#Nörgler|Nörgler]] unterscheidet er sich ebenfalls: Der Nörgler findet ständig etwas auszusetzen, während der Quengler vor allem einen unerfüllten Wunsch verfolgt.
:'''Wie man ihn bannt.''' Eine Forderung kann berechtigt sein. Aber ihre Berechtigung sollte nicht davon abhängen, wie lange oder unangenehm jemand quengelt.
:'''Das Muster.''' Der Quengler macht seine Unzufriedenheit ansteckend, bis andere bereit sind, sie auf eigene Kosten zu beseitigen. Dabei kann aus einer ursprünglich spontanen Reaktion ein erlerntes und schließlich gewohnheitsmäßiges Verhaltensmuster werden.


== Hexe/Psychopath ==
== Hexe/Psychopath ==