Wesen 2: Raubtier – Vampir: Unterschied zwischen den Versionen

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Troll: Köder und Methoden (Text von ChatGPT)
K (Sieg: Im Tierreich, Haltung)
K (Troll: Köder und Methoden (Text von ChatGPT))
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* Varianten: Unverschämter
* Varianten: Unverschämter
* Steckbrief-Entwurf auf GitLab.
* Steckbrief-Entwurf auf GitLab.
* Hunger: die Freude am Ärger der anderen.
* Spruch: „Heul doch!“ „Getroffen, was?“ „War doch nur Spaß.“ „Ich habe doch nur eine Frage gestellt.“
* Trigger: das Glück oder die Ruhe eines anderen, das einem das eigene Unglück zeigt.
* Hunger: die Freude am Ärger der anderen. Emotionale Reaktionen anderer, Aufmerksamkeit, das Gefühl, jemanden steuern zu können.
* Trigger: das Glück oder die Ruhe eines anderen, das einem das eigene Unglück zeigt. Ein Mensch, der sich ernsthaft engagiert, sich über etwas freut, eine Überzeugung vertritt oder erkennbar empfindlich reagiert.
* Bannung: „Don't feed the troll“, füttere den Troll nicht (siehe [[Bannung#Aushungern|Bannung]]).
* Bannung: „Don't feed the troll“, füttere den Troll nicht (siehe [[Bannung#Aushungern|Bannung]]).
* Beschreibung: Was den Troll ausmacht, ist seine Methode. Statt in der Sache vorwärts zu kommen, bauscht er unwichtige Sachen auf, auf dass die anderen darauf einsteigen. Das englische Wort sagt es: „Trolling“ ist das Schleppangeln. Man zieht einen Köder hinter dem Boot her und wartet, bis einer anbeißt. Der Troll meint nicht, was er sagt; er tut ernst, fragt scheinbar unschuldig nach, spielt den Empörten. Judith Donath vom MIT hat das Trollen schon 1999 als Täuschungsspiel beschrieben, das von der vorgetäuschten Aufrichtigkeit lebt. Ohne Täuschung beißt keiner an.
* Beschreibung: Was den Troll ausmacht, ist seine Methode. Statt in der Sache vorwärts zu kommen, bauscht er unwichtige Sachen auf, auf dass die anderen darauf einsteigen. Das englische Wort sagt es: „Trolling“ ist das Schleppangeln. Man zieht einen Köder hinter dem Boot her und wartet, bis einer anbeißt. Der Troll meint nicht, was er sagt; er tut ernst, fragt scheinbar unschuldig nach, spielt den Empörten. Judith Donath vom MIT hat das Trollen schon 1999 als Täuschungsspiel beschrieben, das von der vorgetäuschten Aufrichtigkeit lebt. Ohne Täuschung beißt keiner an.
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:'''Ansteckung.''' Justin Cheng und Kollegen haben 2017 untersucht, ob gewöhnliche Menschen zu Trollen werden („Anyone Can Become a Troll“). Ein Teil der Versuchspersonen bekam schlechte Laune durch ein unlösbares Quiz, ein Teil sah am Anfang einer Diskussion schon Troll-Beiträge. Mit guter Laune und ohne Troll-Beiträge waren 35 Prozent der Beiträge trollig, mit schlechter Laune und Troll-Beiträgen 68 Prozent. In 16 Millionen Kommentaren auf CNN.com trollten die Leute am meisten spät nachts und montags. Die Gegenwart eines Dämons beschwört ihn in anderen herauf.
:'''Ansteckung.''' Justin Cheng und Kollegen haben 2017 untersucht, ob gewöhnliche Menschen zu Trollen werden („Anyone Can Become a Troll“). Ein Teil der Versuchspersonen bekam schlechte Laune durch ein unlösbares Quiz, ein Teil sah am Anfang einer Diskussion schon Troll-Beiträge. Mit guter Laune und ohne Troll-Beiträge waren 35 Prozent der Beiträge trollig, mit schlechter Laune und Troll-Beiträgen 68 Prozent. In 16 Millionen Kommentaren auf CNN.com trollten die Leute am meisten spät nachts und montags. Die Gegenwart eines Dämons beschwört ihn in anderen herauf.
:'''Der Unverschämte.''' Eine Variante des Trolls ist der Unverschämte, bei Theophrast Βδελυρία: „Impudence is easy to define; it is conduct that is obtrusively offensive.“ Er beleidigt anständige Frauen im Vorübergehen und klatscht im Theater, wenn alle aufgehört haben. Wenn es still ist, steht er auf und übergibt sich, damit sich alle nach ihm umdrehen. Dem, der gerade einen Prozess verloren hat, gratuliert er beim Verlassen des Gerichts. Anders als der Troll legt er keinen Köder, er ist offen laut. Neben dem Ärger der anderen steckt die [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Geltung|Geltung]] dahinter: Wer laut ist, bekommt Aufmerksamkeit, auch wenn sie negativ ist. Das Netz belohnt es mit Likes und Reichweite (Brady u. a. 2021). Der berechnende Ragebait, das Jugendwort 2026, ist die kalte Taktik dazu, ohne den Dämon. Ob dahinter auch die Lust am Spektakel oder der Freiheitsbeweis steckt, ist offen.
:'''Der Unverschämte.''' Eine Variante des Trolls ist der Unverschämte, bei Theophrast Βδελυρία: „Impudence is easy to define; it is conduct that is obtrusively offensive.“ Er beleidigt anständige Frauen im Vorübergehen und klatscht im Theater, wenn alle aufgehört haben. Wenn es still ist, steht er auf und übergibt sich, damit sich alle nach ihm umdrehen. Dem, der gerade einen Prozess verloren hat, gratuliert er beim Verlassen des Gerichts. Anders als der Troll legt er keinen Köder, er ist offen laut. Neben dem Ärger der anderen steckt die [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Geltung|Geltung]] dahinter: Wer laut ist, bekommt Aufmerksamkeit, auch wenn sie negativ ist. Das Netz belohnt es mit Likes und Reichweite (Brady u. a. 2021). Der berechnende Ragebait, das Jugendwort 2026, ist die kalte Taktik dazu, ohne den Dämon. Ob dahinter auch die Lust am Spektakel oder der Freiheitsbeweis steckt, ist offen.
:'''Der Troll – seine Köder und Methoden.''' Der Troll will andere zu einer emotionalen Reaktion verleiten. Er provoziert nicht unbedingt, weil er etwas erreichen oder eine Überzeugung durchsetzen möchte, sondern weil ihm die Reaktion des anderen Vergnügen bereitet. Sein eigentliches Produkt ist die Erregung seines Opfers. Dabei verwendet er wiederkehrende psychologische Tricks. Er sucht nach empfindlichen Stellen, erzeugt Widerspruch, Kränkung, Empörung oder Verunsicherung und beobachtet, was passiert.
:'''Belohnung.''' Der andere verliert seine Gelassenheit. Der Troll erlebt: „Ich kann bestimmen, wie du dich fühlst.“
:'''1. Die offene Provokation.''' Er sagt etwas Beleidigendes oder Absurdes, um eine unmittelbare Gegenreaktion auszulösen. Typische Sprüche:
::* „Du bist ja völlig bescheuert.“
::* „So dumm kann doch keiner sein.“
::* „Heul doch!“
::* „Getroffen, was?“
::Mechanismus: Angriff auf Selbstachtung und Geltung. Das Opfer soll sich verteidigen.
:'''2. Die absichtliche Verdrehung.''' Er interpretiert eine Aussage so falsch, dass der andere sich gezwungen fühlt, sie richtigzustellen. Typische Sprüche:
::* „Ach, du willst also allen verbieten, ihre Meinung zu sagen?“
::* „Du meinst also, alle anderen sind dumm?“
::* „Das hast du doch gerade selbst zugegeben.“
::Mechanismus: Er erzeugt einen Rechtfertigungszwang. Jede Korrektur liefert Material für eine weitere Verdrehung.
:'''3. Die gespielte Dummheit.''' Er stellt sich begriffsstutzig und verlangt immer neue Erklärungen. Typische Sprüche:
::* „Verstehe ich nicht.“
::* „Kannst du das noch einfacher erklären?“
::* „Aber warum?“
::* „Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.“
::Mechanismus: Er verbraucht Geduld und Arbeitszeit. Besonders wirksam bei Menschen, die gern erklären und helfen.
:'''4. Die scheinbar harmlose Frage.''' Er verpackt eine Unterstellung als Frage. Typische Sprüche:
::* „Warum bist du eigentlich so empfindlich?“
::* „Kann es sein, dass du ein Problem mit Frauen hast?“
::* „Warum musst du dich immer so wichtig machen?“
::* „Darf man das nicht mehr fragen?“
::Mechanismus: Die Frage enthält bereits eine negative Behauptung. Wer antwortet, gerät leicht in die Defensive.
:'''5. Die gezielte Herabsetzung.''' Er greift etwas an, das dem anderen besonders wichtig ist: seine Arbeit, seine Fähigkeiten, seine Familie oder seine Ideale. Typische Sprüche:
::* „Darauf bist du stolz?“
::* „Das kann doch jeder.“
::* „Du hältst dich wohl für etwas Besonderes.“
::* „Wen interessiert dein Hobby?“
::Mechanismus: Er versucht, Stolz, Scham oder Wut zu aktivieren.
:'''6. Die Verhöhnung der Reaktion.''' Sobald der andere ärgerlich wird, macht der Troll gerade diese Reaktion zum Gegenstand seines Spotts. Typische Sprüche:
::* „Jetzt reg dich doch nicht so auf!“
::* „War doch nur Spaß.“
::* „Da habe ich wohl einen Nerv getroffen.“
::* „Wie leicht du dich provozieren lässt!“
::Mechanismus: Eine doppelte Falle. Erst erzeugt er Ärger, anschließend erklärt er den Ärger zum Beweis für die Schwäche des anderen.
:'''7. Die Empörungsfalle.''' Er behauptet etwas, das den moralischen Überzeugungen des anderen grob widerspricht. Typische Sprüche:
::* „Die sind doch selbst schuld.“
::* „Was interessieren mich deren Probleme?“
::* „Wer schwach ist, hat eben Pech.“
::* „Man wird ja wohl noch die Wahrheit sagen dürfen.“
::Mechanismus: Er aktiviert den Gerechtigkeitssinn. Der andere fühlt sich verpflichtet, zu widersprechen.
:'''8. Die Beweislastfalle.''' Er stellt eine Behauptung auf, verlangt aber vom anderen, sie zu widerlegen. Typische Sprüche:
::* „Beweise mir doch das Gegenteil.“
::* „Du kannst nicht beweisen, dass es nicht stimmt.“
::* „Woher willst du das wissen?“
::* „Das behauptest du doch nur.“
::Mechanismus: Der Troll kann mit geringstem Aufwand immer neue Zweifel erzeugen, während der andere mühsam Argumente liefern muss.
:'''9. Das Verschieben der Spielregeln.''' Sobald ein Argument widerlegt ist, wechselt er das Thema oder stellt neue Anforderungen. Typische Sprüche:
::* „Darum geht es doch gar nicht.“
::* „Das war nicht meine Frage.“
::* „Und was ist mit diesem Fall?“
::* „Du hast den eigentlichen Punkt nicht verstanden.“
::Mechanismus: Der andere soll endlos einem Ziel hinterherlaufen, das ständig verschoben wird. In der Argumentationsforschung heißt das unter anderem Moving the Goalposts.
:'''10. Die Umkehrung von Täter und Opfer.''' Nach seiner Provokation stellt er sich als den Angegriffenen dar. Typische Sprüche:
::* „Du bist aber aggressiv.“
::* „Ich habe doch nur eine Frage gestellt.“
::* „Warum greifst du mich jetzt an?“
::* „Mit dir kann man ja nicht vernünftig reden.“
::Mechanismus: Der Provokateur beansprucht die moralisch überlegene Position. Der andere muss sich nun zusätzlich für seine Reaktion rechtfertigen.
:'''11. Das Nachäffen.''' Er imitiert die Worte, die Stimme oder die Ausdrucksweise des anderen. Typische Sprüche:
::* „Mimimi!“
::* „Ich bin ja sooo intelligent!“
::* „Oh, der Herr Experte hat gesprochen.“
::* „Bist du jetzt beleidigt?“
::Mechanismus: Er entwertet den anderen vor einem Publikum. Es geht nicht um ein Argument, sondern um öffentliche Demütigung.
:'''12. Die Wiederholung.''' Er wiederholt dieselbe Provokation, obwohl sie längst beantwortet wurde. Typische Sprüche:
::* „Ja, aber warum denn?“
::* „Du hast immer noch nicht geantwortet.“
::* „Also weißt du es nicht.“
::* „Ich frage noch mal.“
::Mechanismus: Ermüdung und Frustration. Er wartet darauf, dass der andere irgendwann die Beherrschung verliert.
:'''Das gemeinsame Muster.'''
::* Köder: Kränkung, Unsinn, Unterstellung oder Tabubruch
::* Emotionale Aktivierung: Wut, Scham, Empörung, Angst oder Rechtfertigungsdrang
::* Reaktion des Opfers: Widerspruch, Verteidigung, Beschimpfung oder lange Erklärung
::* Belohnung des Trolls: Unterhaltung, Aufmerksamkeit, Überlegenheitsgefühl oder Kontrolle
::* Nächste Provokation
:'''Die psychologischen Grundlagen.''' Dazu gibt es einige interessante Forschungsansätze.
::* Negative soziale Verstärkung: Die emotionale Reaktion belohnt das provozierende Verhalten. Der Troll lernt, welche Reize funktionieren.
::* Schadenfreude: Das Unbehagen anderer kann selbst eine angenehme Emotion auslösen.
::* Alltagssadismus: Untersuchungen von Buckels, Trapnell und Paulhus (2014) fanden einen Zusammenhang zwischen Internet-Trolling und sadistischen Persönlichkeitseigenschaften. Das bedeutet nicht, dass jeder Troll ein Sadist ist.
::* Moralische Empörung: Moralisch aufgeladene Aussagen erzeugen besonders leicht Aufmerksamkeit und Reaktionen. Das macht sie zu attraktiven Ködern.
::* Online Disinhibition Effect: Suler (2004) beschrieb, wie Anonymität, Distanz und fehlende unmittelbare Konsequenzen enthemmtes Verhalten im Internet begünstigen können.
:'''Wie man ihn bannt.''' Der Troll braucht eine Reaktion, die er als Erfolg erlebt. Deshalb ist die wirksamste Gegenmaßnahme häufig, ihm diese Belohnung zu verweigern. Allerdings muss man unterscheiden: Ein echter Einwand, eine unbequeme Frage oder ein Missverständnis ist noch kein Trolling. Entscheidend ist das wiederkehrende Muster und die erkennbare Freude an der Provokation.
:'''Nicht wütend.''' Der Troll ist nicht unbedingt wütend. Er will den anderen wütend machen. Damit unterscheidet er sich vom [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Wüterich|Wüterich]], der seinen eigenen Ärger auslebt, und vom Groben, der sich durchsetzen oder einen Schwächeren erniedrigen will. Der Troll dagegen kann vollkommen vergnügt sein. Seine Bosheit ist ein Spiel. Und möglicherweise liegt genau darin sein wesentliches Motiv: Er genießt die Erfahrung, fremde Gefühle auslösen und steuern zu können.


[[Category:Daemon]]
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