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Der Fan hält den Verehrten für göttlich und sammelt darum Fanartikel. Es geht ihm nicht ums Sammeln, sondern um Verehrung, und das macht ihn glücklich. Die Psychologen George Newman, Gil Diesendruck und Paul Bloom fanden 2011: Was Dinge von Berühmten wertvoll macht, ist vor allem der Glaube, dass in ihnen etwas vom früheren Besitzer steckt. Je mehr der Berühmte einen Gegenstand berührt hatte, desto lieber wollten ihn die Leute kaufen. | Der Fan hält den Verehrten für göttlich und sammelt darum Fanartikel. Es geht ihm nicht ums Sammeln, sondern um Verehrung, und das macht ihn glücklich. Die Psychologen George Newman, Gil Diesendruck und Paul Bloom fanden 2011: Was Dinge von Berühmten wertvoll macht, ist vor allem der Glaube, dass in ihnen etwas vom früheren Besitzer steckt. Je mehr der Berühmte einen Gegenstand berührt hatte, desto lieber wollten ihn die Leute kaufen. | ||
:'''Die Lisztomanie.''' Der Rausch um den Pianisten Franz Liszt begann 1841 in Berlin; Heinrich Heine prägte das Wort 1844. Frauen wollten Locken seines Haars. Riss ihm eine Klaviersaite, wollten Verehrerinnen sie haben, um ein Armband daraus zu machen. Manche trugen Glasfläschchen bei sich, in die sie seinen Kaffeesatz gossen. Eine Hofdame hob einen Zigarrenstummel auf, den er auf die Straße geworfen hatte, ließ ihn in ein Medaillon fassen, umgeben von seinem Monogramm „F.L.“ in Diamanten, und trug ihn mit sich herum. | |||
Der Fan ist nicht gezwungen. Das unterscheidet ihn von der [[Wesen 3: Beutetier#Sucht|Sucht]]: Das Idol macht ihn tatsächlich glücklich, ein Blick oder eine Stimme genügt. Oft ist das Bild dessen, was ihn glücklich macht, schon vorher da, wie ein [[Die Entstehung der Seele#Die Phantasie|Suchbild]]. Dann begegnet ihm ein Mensch, in dem dieses Bild sein Äußerstes findet. Das kann bis zur Besessenheit gehen. Auch dann ist er noch nicht der [[#Stalker|Stalker]]: Die Besessenheit bleibt in ihm, die Gedanken kreisen um den Verehrten, aber er lässt ihn frei. Der Stalker greift nach dem anderen. | Der Fan ist nicht gezwungen. Das unterscheidet ihn von der [[Wesen 3: Beutetier#Sucht|Sucht]]: Das Idol macht ihn tatsächlich glücklich, ein Blick oder eine Stimme genügt. Oft ist das Bild dessen, was ihn glücklich macht, schon vorher da, wie ein [[Die Entstehung der Seele#Die Phantasie|Suchbild]]. Dann begegnet ihm ein Mensch, in dem dieses Bild sein Äußerstes findet. Das kann bis zur Besessenheit gehen. Auch dann ist er noch nicht der [[#Stalker|Stalker]]: Die Besessenheit bleibt in ihm, die Gedanken kreisen um den Verehrten, aber er lässt ihn frei. Der Stalker greift nach dem anderen. | ||
:'''Die Stufen.''' Die Psychologen Lynn McCutcheon, Rense Lange und James Houran haben 2002 eine Skala für die Verehrung von Berühmten entwickelt, mit drei Stufen: Unterhaltung und Geselligkeit (man verfolgt Neuigkeiten und redet mit anderen darüber), intensiv-persönlich (man fühlt sich dem Star tief verbunden, hält ihn etwa für einen Seelenverwandten und denkt zwanghaft an ihn), und grenzwertig-pathologisch (bis zur Bereitschaft, für den Star etwas Ungesetzliches zu tun). Die hohen Stufen sehen sie als riskant an. | |||
Das ist ähnlich wie verliebt sein (siehe [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Liebe|Liebe]]). Aber der Fan kann einen Menschen auch wegen ganz anderer Eigenschaften verehren: den Sänger wegen seiner Stimme, die Sportskanone wegen ihrer Leistung. Und er kann einen Menschen des eigenen Geschlechts verehren, ohne jede erotische Seite. | Das ist ähnlich wie verliebt sein (siehe [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Liebe|Liebe]]). Aber der Fan kann einen Menschen auch wegen ganz anderer Eigenschaften verehren: den Sänger wegen seiner Stimme, die Sportskanone wegen ihrer Leistung. Und er kann einen Menschen des eigenen Geschlechts verehren, ohne jede erotische Seite. | ||