Stammbaum

Version vom 4. Oktober 2026, 20:20 Uhr von Admin (Diskussion | Beiträge) (Symbiose: Ansteckung, Spiegelneuronen, Immunsystem (mit Daniels Freigabe))


Dies ist der Stammbaum der menschlichen Seele


Bestimmt ist das nicht ohne Fehler. Und gewiss ist das auch nicht vollständig.

Aber es ist ein erster Ansatz. Es ist ein Entwurf, der zeigt wie man die Entwicklung der Seele aus den heute lebenden Dämonen ablesen kann.



Ich bin ein Empath. Ich schaue den Menschen direkt auf den Grund ihrer Seele.

Ich habe etwas getan, dass zuvor Niemand sonst außer mir jemals getan hat:


Ich habe dem Menschen auf den Grund seiner Seele geschaut.



Stammbaum, Stand 4. Oktober 2026

 

Nachgezeichnet nach dem Bild 2023, damit er leicht geändert werden kann. Farbig hinterlegt: Wesen mit Steckbrief im Wiki. Gestrichelt: Linien, die im Bild 2023 nicht sicher abzulesen waren. Blau: Linien, die 2026 ergänzt wurden (Büßer → Formal → Zwerg; HOMO → Herde → Stammesbruder; Revierverhalten → Stammesbruder). Neu im Kasten „noch ohne Ort“: der Trotz.

Quelltext zum Ändern: Stammbaum/Quelltext. Die Wesen mit ihren Beschreibungen: Wesen 1: Raubtier – Wüterich · Wesen 2: Raubtier – Vampir · Wesen 3: Beutetier · Wesen 4: Leib, Nest und Lust · Wesen 5: Noch ohne Ort


Wie neue Dämonen entstehen

Neue Dämonen bilden sich zuerst in Einzelnen und verbreiten sich von da aus. Allerdings muss der Boden dafür da sein, dass die Pflanze wächst. Letztlich sind es Meme, die sich verbreiten wie Mode. Wobei das natürlich noch mehr ist: Ein Dämon hat Hunger und handelt.

Das Gleichnis vom Sämann (Matthäus 13): Ein Teil der Saat fällt auf den Weg, und die Vögel fressen ihn. Ein Teil fällt auf felsigen Grund, geht schnell auf und verdorrt, weil er keine Wurzeln hat. Ein Teil fällt unter die Dornen und wird erstickt. Ein Teil fällt auf guten Boden und bringt hundertfach Frucht. Derselbe Same, verschiedener Boden.

Ein Same ohne Boden: Aristarch von Samos sagte im 3. Jahrhundert vor Christus, dass die Erde um die Sonne kreist. Niemand folgte ihm. 1.800 Jahre später sagte Kopernikus dasselbe, und diesmal wuchs es: Buchdruck, Seefahrt, Zweifel an der Kirche.

Einer fängt an, der Boden ist bereit: Im Juli 1518 begann in Straßburg eine Frau namens Troffea auf der Straße zu tanzen und hörte tagelang nicht auf. Nach einer Woche tanzten Dutzende, nach einem Monat Hunderte, einige bis zur Erschöpfung. Der Boden: Hungerjahre, Seuchen und der Glaube, dass der heilige Veit einen mit Tanzwut verfluchen kann.

Ein Mann und sein Dämon: Franz von Assisi warf um 1206 seine Kleider vor dem Bischof auf den Boden und gab seinem reichen Vater alles zurück. Zwanzig Jahre später hatte sein Orden Tausende Brüder in ganz Europa. Der Boden: eine reiche Kirche, über die viele unglücklich waren.

Wie in der Biologie: Jede Mutation entsteht zuerst in einem einzigen Tier. Ob sie sich verbreitet, entscheidet die Umgebung. Ein neuer Dämon ist wie eine neue Art. Richard Dawkins hat 1976 für Ideen, die sich so verbreiten, das Wort „Mem“ erfunden.

Symbiose

Am Stammbaum sieht man: Viele Wesen haben zwei oder mehr Eltern. Der Zwerg kommt von Neugier, Zombie und Formal, die Hexe von Piesacker und Täuscher, die Verachtung von Zorn und Ekel, der Streber von Ehrgeiz und Wuff Wuff, der Stammesbruder von Herde und Revierverhalten. Neue Dämonen entstehen durch Symbiose, und dafür gelten dieselben Regeln wie für die biologische Symbiose.

Diese Symbiose wird zuerst von einem Einzelnen entdeckt, und dann verbreitet sie sich durch Nachahmung. Wobei es noch mehr ist.

Ansteckung. Der erste Satz der Dämonologie (siehe Hauptseite, „Dämon hört Dämon spricht“): Die Gegenwart eines Dämon beschwört ihn in Anderen herauf. Gähnen ist ansteckend. Lachen ist ansteckend. Traurigkeit ist ansteckend.

Die Spiegelneuronen sind die entscheidende Basis von menschlicher Kultur und Kommunikation. Wenn man eine Musik hört, hat man automatisch die Empfindungen. Damit werden Stimmungen, also Dämonen, beschworen. Es überträgt sich vollautomatisch, es ist ansteckend. Neben einem depressiven Menschen wird man traurig. Da braucht es ein funktionierendes Immunsystem.

Wenn ein neuer Dämon entsteht, muss die Umgebung diese Konfiguration begünstigen.

  • Die Spiegelneuronen wurden in den 1990er-Jahren in Parma bei Makaken entdeckt: Nervenzellen, die feuerten, wenn der Affe nach einer Erdnuss griff, und ebenso, wenn er nur sah, wie der Forscher danach griff. Beim Menschen ist der Nachweis indirekter, und wie viel genau auf diesen Zellen beruht, ist umstritten. Die Ansteckung selbst ist gut belegt.
  • Gähnen: Es reicht, über Gähnen zu lesen.
  • Die Lachepidemie von Tanganjika, 1962: In einem Mädcheninternat am Victoriasee fingen drei Schülerinnen an zu lachen und konnten nicht mehr aufhören. Es breitete sich auf die halbe Schule aus und dann auf Dörfer in der Umgebung. Schulen mussten monatelang schließen.
  • Eine große amerikanische Studie verfolgte über zwanzig Jahre Tausende Menschen in einer Kleinstadt. Wer einen glücklichen Freund in der Nähe hatte, wurde selbst wahrscheinlicher glücklich, und das wirkte noch über den Freund des Freundes.
  • Das Immunsystem: Die Behexung ist wie das AIDS-Virus, sie befällt ausgerechnet die Abwehr (siehe Hexe). Der gefährlichste Dämon ist der, der die Abwehr selbst angreift.
  • Aus zwei wird etwas Neues, das keiner allein kann. Die Flechte auf dem Felsen ist ein Pilz und eine Alge. Der Pilz allein verhungert auf dem Stein, die Alge allein vertrocknet. Zusammen wachsen sie auf nacktem Fels. Die Flechte sieht ganz anders aus als jeder ihrer Eltern.
  • Die Partner bleiben erkennbar. Die Kraftwerke in jeder unserer Zellen, die Mitochondrien, waren einmal freilebende Bakterien. Eine größere Zelle hat sie verschluckt und nicht verdaut. Bis heute haben sie ihr eigenes Erbgut (Lynn Margulis, 1967). So sieht man im Zwerg noch die Neugier, die fragt, und den Zombie, der nicht mehr lebendig ist.
  • Die Partner verlieren, was sie nicht mehr brauchen. Die Mitochondrien haben den größten Teil ihres Erbguts verloren und können allein nicht mehr leben. Die Neugier im Zwerg hat ihre Spontanität verloren.
  • Ein Bund kann kippen. Beide gewinnen, oder einer gewinnt und dem anderen ist es gleich, oder einer gewinnt auf Kosten des anderen: der Parasit, der Schmarotzer.
  • Unter Druck zerbricht der Bund. Die Koralle lebt mit winzigen Algen, die ihr die Farbe geben. Wird das Wasser zu warm, stößt sie die Algen aus, wird weiß und stirbt oft daran.

Einer entdeckt, die anderen machen nach:

  • Imo: 1953 wusch ein junges Affenweibchen auf der japanischen Insel Koshima zum ersten Mal eine sandige Süßkartoffel im Bach. Zuerst machten es ihre Mutter und ihre Spielgefährten nach, dann die anderen Jungen und deren Mütter. Die alten Männchen lernten es fast nie. Später wusch Imo im Meer, und die Kartoffeln schmeckten salzig. Auch das breitete sich aus.
  • Die Meisen: Ab 1921 pickten in einem Ort in Südengland Meisen die Deckel der Milchflaschen auf, die morgens vor den Haustüren standen, und tranken den Rahm. In den folgenden Jahrzehnten tauchte das an immer mehr Orten in England auf, von Meise zu Meise abgeschaut.

Ein Einzelner entdeckt den Bund. Der Boden muss da sein: ohne Kartoffeln am Strand, ohne Flaschen vor der Tür nichts zu entdecken. Die Jungen übernehmen zuerst, die Alten zuletzt.

Baum oder Netz: Darwin zeichnete einen Baum, dessen Äste sich nur teilen. Margulis zeigte, dass das Leben auch durch Verschmelzen neue Formen schafft. Der Stammbaum der Seele mit seinen kreuzenden Linien ist eher ein Netz als ein Baum.

Bild 2023

 















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