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:'''Urgefühle.''' Ekman hat eine Anzahl von angeborenen Urgefühlen gefunden. Es ging nicht nur darum, was erkannt wird, sondern darum, was ohne kulturellen Einfluss da ist. Das sind Ekel, Angst, Überraschung, Freude und weitere. | :'''Urgefühle.''' Ekman hat eine Anzahl von angeborenen Urgefühlen gefunden. Es ging nicht nur darum, was erkannt wird, sondern darum, was ohne kulturellen Einfluss da ist. Das sind Ekel, Angst, Überraschung, Freude und weitere. | ||
:'''Mikroausdrücke und Dämonen.''' Mikroausdrücke zeigen, wie Dämonen unbemerkt an unseren täglichen Handlungen beteiligt sind. Obwohl eine starke Reaktion vorliegt und die Mimik ausdruckstark ist, sind wir uns nicht bewusst, welche Dämonen an unseren Handlungen mitwirken, weil das so flink geschieht. | :'''Mikroausdrücke und Dämonen.''' Mikroausdrücke zeigen, wie Dämonen unbemerkt an unseren täglichen Handlungen beteiligt sind. Obwohl eine starke Reaktion vorliegt und die Mimik ausdruckstark ist, sind wir uns nicht bewusst, welche Dämonen an unseren Handlungen mitwirken, weil das so flink geschieht. | ||
:Von mir: Die Mimik des Ekels und das Deuten dieser Mimik sind zu trennen. Zur Mimik: Matsumoto und Willingham ([https://www.eurekalert.org/news-releases/695433 2009]) fanden bei Athleten der Paralympics 2004, die von Geburt an blind waren, dieselben spontanen Gesichtsausdrücke wie bei sehenden Athleten. Ich kenne nur Zusammenfassungen. Ob Ekman bei den Fore auch selbst gezeigte Ekel-Mimik dokumentiert hat, konnte ich nicht belegen. Zum Deuten: Ekman, Sorenson und Friesen (1969, ''Science'' 164) ließen Fore und Sadong Gesichtsausdrücke zuordnen. Die Fore erkannten den Ausdruck für Ekel und Verachtung zu 29 % (Pidgin) bzw. 44 % (Fore-Sprache), die Sadong wählten am häufigsten „Trauer“ (26 %) und „Freude“ (23 %). Ekman und Friesen (1971, ''Journal of Personality and Social Psychology'' 17) gaben den Fore Geschichten und drei Gesichter zur Wahl: Erwachsene wählten das Ekel-Gesicht zu 77 % bzw. 89 % (Zufall: 33 %), Kinder bei zwei Gesichtern zu 95 % bzw. 78 % (Zufall: 50 %). Ich kenne die Zahlen aus einem Lehrbuch (Yarwood), das die Tabellen wiedergibt. Das Deuten gelingt beim Ekel also schlechter als bei Freude. Gegenposition: Barrett u. a. (2019) bestreiten, dass sich Gefühle verlässlich aus dem Gesicht lesen lassen. Zum Mikroausdruck beim Nichtverstehen habe ich keine Studie gefunden. Rozin und Cohen ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12899317/ 2003]) fanden bei Amerikanern im Alltag häufig Ausdrücke, die sie als Verwirrung, Konzentration und Sorge deuteten; Verwirrung hat dort einen eigenen Ausdruck. Rozin u. a. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8014832/ 1994]) beschreiben verschiedene Ekel-Gesichter für verschiedene Auslöser. Pochedly u. a. fanden, dass das Gefühl, das man dem Naserümpfen zuschreibt, davon abhängt, welche Gesichter vorher gezeigt wurden. Ich kenne alle drei nur aus den Zusammenfassungen. Der Ekel beim Nichtverstehen bleibt damit eine Beobachtung; sie passt zu „Der Ekel wird übertragen“. Die Liste der Basisemotionen nach dem Lehrbuch von Yarwood: Freude, Überraschung, Angst, Ärger, Ekel, Trauer; in der Studie von 1987 kam Verachtung als siebtes Wort dazu. Mikroausdrücke dauern nach dem Lehrbuch 1/15 bis 1/25 Sekunde und sind unbewusst; Porter und ten Brinke ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18466413/ 2008]) rechnen mit 1/25 bis 1/5 Sekunde. Gegenposition: Unter 700 Ausdrücken fanden Porter und ten Brinke nur etwa 2 % Mikroausdrücke (so nach Burgoon u. a. 2018, ''Frontiers in Psychology''); sie untersuchten allerdings Täuschung. Dass Mikroausdrücke im Alltag zeigen, welche Dämonen beteiligt sind, ist meine Folgerung aus dem Satz oben und nicht Teil dieser Studien. | :'''Verhör.''' Verhörexperten vom FBI werden darauf geschult, Mikroausdrücke wahrzunehmen, um die wahren Beweggründe von Tätern zu verstehen und Lügen zu entlarven. | ||
:Von mir: Die Mimik des Ekels und das Deuten dieser Mimik sind zu trennen. Zur Mimik: Matsumoto und Willingham ([https://www.eurekalert.org/news-releases/695433 2009]) fanden bei Athleten der Paralympics 2004, die von Geburt an blind waren, dieselben spontanen Gesichtsausdrücke wie bei sehenden Athleten. Ich kenne nur Zusammenfassungen. Ob Ekman bei den Fore auch selbst gezeigte Ekel-Mimik dokumentiert hat, konnte ich nicht belegen. Zum Deuten: Ekman, Sorenson und Friesen (1969, ''Science'' 164) ließen Fore und Sadong Gesichtsausdrücke zuordnen. Die Fore erkannten den Ausdruck für Ekel und Verachtung zu 29 % (Pidgin) bzw. 44 % (Fore-Sprache), die Sadong wählten am häufigsten „Trauer“ (26 %) und „Freude“ (23 %). Ekman und Friesen (1971, ''Journal of Personality and Social Psychology'' 17) gaben den Fore Geschichten und drei Gesichter zur Wahl: Erwachsene wählten das Ekel-Gesicht zu 77 % bzw. 89 % (Zufall: 33 %), Kinder bei zwei Gesichtern zu 95 % bzw. 78 % (Zufall: 50 %). Ich kenne die Zahlen aus einem Lehrbuch (Yarwood), das die Tabellen wiedergibt. Das Deuten gelingt beim Ekel also schlechter als bei Freude. Gegenposition: Barrett u. a. (2019) bestreiten, dass sich Gefühle verlässlich aus dem Gesicht lesen lassen. Zum Mikroausdruck beim Nichtverstehen habe ich keine Studie gefunden. Rozin und Cohen ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12899317/ 2003]) fanden bei Amerikanern im Alltag häufig Ausdrücke, die sie als Verwirrung, Konzentration und Sorge deuteten; Verwirrung hat dort einen eigenen Ausdruck. Rozin u. a. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8014832/ 1994]) beschreiben verschiedene Ekel-Gesichter für verschiedene Auslöser. Pochedly u. a. fanden, dass das Gefühl, das man dem Naserümpfen zuschreibt, davon abhängt, welche Gesichter vorher gezeigt wurden. Ich kenne alle drei nur aus den Zusammenfassungen. Der Ekel beim Nichtverstehen bleibt damit eine Beobachtung; sie passt zu „Der Ekel wird übertragen“. Die Liste der Basisemotionen nach dem Lehrbuch von Yarwood: Freude, Überraschung, Angst, Ärger, Ekel, Trauer; in der Studie von 1987 kam Verachtung als siebtes Wort dazu. Mikroausdrücke dauern nach dem Lehrbuch 1/15 bis 1/25 Sekunde und sind unbewusst; Porter und ten Brinke ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18466413/ 2008]) rechnen mit 1/25 bis 1/5 Sekunde. Gegenposition: Unter 700 Ausdrücken fanden Porter und ten Brinke nur etwa 2 % Mikroausdrücke (so nach Burgoon u. a. 2018, ''Frontiers in Psychology''); sie untersuchten allerdings Täuschung. Dass Mikroausdrücke im Alltag zeigen, welche Dämonen beteiligt sind, ist meine Folgerung aus dem Satz oben und nicht Teil dieser Studien. Zum Verhör: Ekman schreibt in seiner Aussage vor dem US-Kongress ([https://science.house.gov/_cache/files/b/2/b2040c46-ec1f-417e-91a8-8c06dc455cf8/2E06E14934EA2D0B2721D1298ECC7A22.2011-03-30-ekman-testimony.pdf 2011]), er habe dreißig Jahre lang Dutzende Workshops für Strafverfolgungsbehörden gegeben, zuletzt 2010 für die New Yorker Polizei und 2011 für die britische Behörde SOCA, und Workshops zur nationalen Sicherheit unter anderem für CIA, FBI, MI5 und die israelische Nationalpolizei. Sein Schwerpunkt sei Mimik, Gestik, Haltung, Stimme, Blick und Sprache als Hinweise auf Täuschung und gefährliche Absicht; die Workshops betrafen also nicht nur Mikroausdrücke. Dass es Verhörexperten waren, steht dort nicht. Mit der Flugsicherheitsbehörde TSA arbeitete er seit 2003 am Programm SPOT. Gegenposition aus der Anhörung: Hartwig nannte für das Erkennen von Täuschung durch Beobachtung eine Trefferquote von 54 % (Zufall: 50 %); Porter und ten Brinke fanden unter 697 Ausdrücken keinen vollständigen Mikroausdruck und 14 teilweise, in wahren und falschen Ausdrücken etwa gleich häufig. | |||
:'''Die Kinder.''' [[#Öde|Öde]] ist der Ekel vor dem Geschmacklosen. [[Wesen 3: Beutetier#Horror|Horror]] entsteht aus Ekel und [[Wesen 3: Beutetier#Schreck|Schreck]]. | :'''Die Kinder.''' [[#Öde|Öde]] ist der Ekel vor dem Geschmacklosen. [[Wesen 3: Beutetier#Horror|Horror]] entsteht aus Ekel und [[Wesen 3: Beutetier#Schreck|Schreck]]. | ||
:'''Entgleisung:''' Wer Menschen mit „Ungeziefer“ oder „Dreck“ belegt, ruft den Ekel gegen sie. Dann wird aus der Hygiene eine Ausgrenzung. | :'''Entgleisung:''' Wer Menschen mit „Ungeziefer“ oder „Dreck“ belegt, ruft den Ekel gegen sie. Dann wird aus der Hygiene eine Ausgrenzung. | ||