Wesen 4: Leib, Nest und Lust: Unterschied zwischen den Versionen

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Knauser: zweiter Theophrast-Text Ἀνελευθερία (XXIII)
K (Eitelkeit: Absatz Die Diva)
K (Knauser: zweiter Theophrast-Text Ἀνελευθερία (XXIII))
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'''Bei Theophrast''' heißt es: „Meanness is undue sparing of expense.“ Der Knauser zählt beim Essen, wie viele Becher jeder Gast trinkt. Zerbricht ein Diener einen Topf, zieht er ihm den Wert von der Verpflegung ab. Verliert seine Frau eine kleine Münze, rückt er Möbel, Betten und Schränke und sucht in den Ritzen der Dielen. Seiner Frau verbietet er, Salz oder einen Lampendocht auszuleihen. Seine Geldtruhe ist schimmlig, weil sie nie geöffnet wird. Er hat eine volle Truhe und spart trotzdem: Fülle bannt den Knauser nicht.
'''Bei Theophrast''' heißt es: „Meanness is undue sparing of expense.“ Der Knauser zählt beim Essen, wie viele Becher jeder Gast trinkt. Zerbricht ein Diener einen Topf, zieht er ihm den Wert von der Verpflegung ab. Verliert seine Frau eine kleine Münze, rückt er Möbel, Betten und Schränke und sucht in den Ritzen der Dielen. Seiner Frau verbietet er, Salz oder einen Lampendocht auszuleihen. Seine Geldtruhe ist schimmlig, weil sie nie geöffnet wird. Er hat eine volle Truhe und spart trotzdem: Fülle bannt den Knauser nicht.
'''Ein zweiter Text.''' Theophrast beschreibt den Knauser noch einmal, als Ἀνελευθερία: „Penuriousness is the grudging of expense and is due to great love of money and little love of honor.“ Hier geht es um das Geld bei Ehrenpflichten. Nach einem Sieg auf der Bühne weiht er Dionysos einen hölzernen Kranz, auf den er seinen eigenen Namen schreibt. Wird öffentlich gesammelt, schweigt er oder geht, und sieht er einen sammelnden Freund kommen, schleicht er durch eine Seitengasse nach Hause. Bei der Hochzeit der Tochter verkauft er die Opfertiere und stellt nur Diener ein, die zu Hause essen. Bei einem Fest hält er die Kinder aus der Schule, um das Schulgeld zu sparen. Seiner Frau gibt er keine Magd, sondern ein gemietetes Kind. Das Wort heißt wörtlich Unfreiheit: Der Freie ist freigebig, der Geizige ist unfrei. Die Ehre wiegt bei ihm weniger als das Geld. Die [[#Geltung|Geltung]] überstimmt den Sammler nicht.


'''Geprägt vom Mangel.''' Ulrike Malmendier und Stefan Nagel untersuchten 2011 in ihrer Studie „Depression Babies“ Menschen, die schwere Wirtschaftskrisen erlebt haben. Wer selbst schlechte Zeiten erlebt hat, geht ein Leben lang weniger finanzielle Risiken ein und legt seltener Geld in Aktien an (siehe [[Bannung#Prägung|Prägung]]).
'''Geprägt vom Mangel.''' Ulrike Malmendier und Stefan Nagel untersuchten 2011 in ihrer Studie „Depression Babies“ Menschen, die schwere Wirtschaftskrisen erlebt haben. Wer selbst schlechte Zeiten erlebt hat, geht ein Leben lang weniger finanzielle Risiken ein und legt seltener Geld in Aktien an (siehe [[Bannung#Prägung|Prägung]]).