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* Beschreibung: Kuscheln ist Berührung und Umarmung, und es geht dabei um Geborgenheit und Sicherheit. Zwei Wurzeln sind denkbar. Die eine ist das Lausen der Affen: Gegenseitiges Streicheln und Lausen hält bei Primaten die Bindungen, über Hautnerven und Endorphine (Robin Dunbar 2022). Die andere ist die Verbindung von Mutter und Kind. Harry Harlows Rhesusaffen klammerten sich in den 1950er-Jahren an die Stoffmutter, auch wenn nur die Drahtmutter Milch gab. Der Körperkontakt war wichtiger als das Füttern. Beides kann zusammenwirken. | * Beschreibung: Kuscheln ist Berührung und Umarmung, und es geht dabei um Geborgenheit und Sicherheit. Zwei Wurzeln sind denkbar. Die eine ist das Lausen der Affen: Gegenseitiges Streicheln und Lausen hält bei Primaten die Bindungen, über Hautnerven und Endorphine (Robin Dunbar 2022). Die andere ist die Verbindung von Mutter und Kind. Harry Harlows Rhesusaffen klammerten sich in den 1950er-Jahren an die Stoffmutter, auch wenn nur die Drahtmutter Milch gab. Der Körperkontakt war wichtiger als das Füttern. Beides kann zusammenwirken. | ||
:'''Die erotische Seite.''' Berührungen sind auch erregend. Dann geht das Kuscheln ins Begehren über und führt zur [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Venus|Venus]]. Für den Menschen ist Sex ein Mittel zur Bindung geworden, heißt es oft, wichtig wegen der langen Kindheit. Das ist eine gängige, aber umstrittene These. Robert Quinlan (2008) sieht Paarbindungen als vielseitig, mit der Versorgung in der Stillzeit als am besten belegter Funktion, und prüft Sex als Bindungsmittel nicht. | :'''Die erotische Seite.''' Berührungen sind auch erregend. Dann geht das Kuscheln ins Begehren über und führt zur [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Venus|Venus]]. Für den Menschen ist Sex ein Mittel zur Bindung geworden, heißt es oft, wichtig wegen der langen Kindheit. Das ist eine gängige, aber umstrittene These. Robert Quinlan (2008) sieht Paarbindungen als vielseitig, mit der Versorgung in der Stillzeit als am besten belegter Funktion, und prüft Sex als Bindungsmittel nicht. | ||
== Gefälliger == | |||
* Stammbaum: von [[#Geltung|Geltung]], [[#Kuschel|Kuschel]] · zu – | |||
* Hunger: die Freude an der Freude der anderen, und die Anerkennung dafür. | |||
* Trigger: offen. | |||
* Bannung: offen. | |||
* Beschreibung: Der Gefällige will anderen Freude machen und freut sich an ihrer Freude. Deshalb macht man Geschenke. Er will auch Anerkennung, und beides gehört zusammen. Er ist ein wesentlicher Kitt jeder Gemeinschaft. Er ist nicht der [[Wesen 5: Noch ohne Ort#Vasall|Vasall]], der nach oben lobt, um an der Macht teilzuhaben. Er ist auch nicht der [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Fehlerfürchter|Fehlerfürchter]], der Missfallen vermeiden will und dafür formal korrekt und höflich ist, vielleicht auch ein Streber. Der Gefällige tut anderen Gutes. | |||
:'''Was dafür spricht.''' Wer Geld für andere ausgibt, ist glücklicher als wer es für sich ausgibt (Dunn, Aknin und Norton 2008). Das fand sich in 120 von 136 Ländern (Aknin u. a. 2013). Gute Nachrichten zu teilen macht froh, und mehr, wenn das Gegenüber sich mitfreut, und es hängt bei Paaren mit besserer Beziehung zusammen (Gable u. a. 2004). | |||
:'''Bei Theophrast.''' Er heißt dort Ἀρέσκεια: „Affability is a sort of demeanor that gives pleasure at the sacrifice of what is best.“ Er ruft einen Freund schon von weitem an, überschüttet ihn mit Lob und lässt ihn nicht los. Vor Gericht will er auch dem Gegner gefallen. Beim Essen lässt er die Kinder rufen, sagt, sie ähnelten dem Vater „as one fig is like another“, und spielt mit ihnen. | |||
:'''Wenn er entgleist.''' Theophrast beschreibt die Entgleisung. Überwiegt die Anerkennung, wird aus dem Gefälligen der Schmeichler, der dem anderen Recht gibt, auch gegen die Wahrheit. Aristoteles unterscheidet den Gefallsüchtigen ohne Eigennutz vom Schmeichler aus Eigennutz. Die Psychologie nennt das Extrem Soziotropie. | |||
== Urschlummer == | == Urschlummer == | ||