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Beim Tier läuft es so: Reiz, Reaktion. Reiz, Reaktion. Reiz, Reaktion. Die Kuh kaut und denkt gar nichts. Es ist erstaunlich gleichförmig. Beim Menschen antworten die Dämonen auch im Inneren aufeinander: eine Verkettung von Reiz und Reaktion, auch mit Hilfe von Bildern. Das ist die Haupttätigkeit des Menschen, das Tagträumen. Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert fragten 2010 Tausende Menschen in zufälligen Augenblicken, woran sie gerade denken. In 46,9 Prozent der Fälle waren sie mit den Gedanken woanders als bei dem, was sie gerade taten. | Beim Tier läuft es so: Reiz, Reaktion. Reiz, Reaktion. Reiz, Reaktion. Die Kuh kaut und denkt gar nichts. Es ist erstaunlich gleichförmig. Beim Menschen antworten die Dämonen auch im Inneren aufeinander: eine Verkettung von Reiz und Reaktion, auch mit Hilfe von Bildern. Das ist die Haupttätigkeit des Menschen, das Tagträumen. Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert fragten 2010 Tausende Menschen in zufälligen Augenblicken, woran sie gerade denken. In 46,9 Prozent der Fälle waren sie mit den Gedanken woanders als bei dem, was sie gerade taten. | ||
Was wir beim Denken tun, ist Pantomime. Jeder Dämon hat seine Mimik und seine Haltung. Bestimmte Muskelgruppen werden angespannt. Das Wort sagt es schon: Emotion, vom lateinischen ''emovere'', herausbewegen. Denken ist Tanz. Musik ist Tanz. Musik ist der Ausdruck vom Wechsel der Stimmungen, und das hat Muster und eine Abfolge. Da antworten verschiedene Stimmen aufeinander, ein Gespräch. Die Laute und der Rhythmus sind eine analoge Übersetzung, so wie Noten. Nur ist das sehr gut einstudiert und trainiert. Musiker hören beim Notenblatt die Musik; Warren Brodsky und Kollegen nennen das 2008 „notational audiation“. Und wer Reklame sieht, entziffert nicht Buchstaben, er hört Wörter. Marcela Perrone-Bertolotti und Kollegen zeigten 2012 mit Elektroden im Gehirn, dass beim stillen Lesen die Stimmareale arbeiten. | Was wir beim Denken tun, ist Pantomime. Jeder Dämon hat seine Mimik und seine Haltung. Bestimmte Muskelgruppen werden angespannt. Das Wort sagt es schon: Emotion, vom lateinischen ''emovere'', herausbewegen. Denken ist Tanz. Musik ist Tanz. Musik ist der Ausdruck vom Wechsel der Stimmungen, und das hat Muster und eine Abfolge. Da antworten verschiedene Stimmen aufeinander, ein Gespräch. Die Laute und der Rhythmus sind eine analoge Übersetzung, so wie Noten. Nur ist das sehr gut einstudiert und trainiert. Musiker hören beim Notenblatt die Musik; Warren Brodsky und Kollegen nennen das 2008 „notational audiation“. Und wer Reklame sieht, entziffert nicht Buchstaben, er hört Wörter. Marcela Perrone-Bertolotti und Kollegen zeigten 2012 mit Elektroden im Gehirn, dass beim stillen Lesen die Stimmareale arbeiten. Nicht ich denke, die Dämonen tanzen. Nietzsche betont in ''Jenseits von Gut und Böse'' 17, „dass ein Gedanke kommt, wenn „er“ will, und nicht wenn „ich“ will“. Es denkt, und schon dieses „es“ ist für ihn eine Auslegung: „schon dies „es“ enthält eine Auslegung des Vorgangs und gehört nicht zum Vorgange selbst.“ | ||
Bei schwierigen Sachen denkt man oft gar nicht in Sprache. Einstein schrieb an den Mathematiker Jacques Hadamard: „The words or the language, as they are written or spoken, do not seem to play any role in my mechanism of thought.“ Seine Elemente seien „of visual and some of muscular type“, und auf eine weitere Frage: „Visual and motor.“ Christopher Heavey und Russell Hurlburt fanden 2008 innere Sprache nur in 26 Prozent der Augenblicke, die ihre Versuchspersonen aufschrieben. Evelina Fedorenko und Kollegen schrieben 2024: „Language is primarily a tool for communication rather than thought.“ | Bei schwierigen Sachen denkt man oft gar nicht in Sprache. Einstein schrieb an den Mathematiker Jacques Hadamard: „The words or the language, as they are written or spoken, do not seem to play any role in my mechanism of thought.“ Seine Elemente seien „of visual and some of muscular type“, und auf eine weitere Frage: „Visual and motor.“ Christopher Heavey und Russell Hurlburt fanden 2008 innere Sprache nur in 26 Prozent der Augenblicke, die ihre Versuchspersonen aufschrieben. Evelina Fedorenko und Kollegen schrieben 2024: „Language is primarily a tool for communication rather than thought.“ | ||