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* Beschreibung: Jeder Mensch möchte Bedeutung haben, etwas gelten. Es geht um die Rangordnung in der Gruppe. Ein Einzelgänger hat keinen Rang. | * Beschreibung: Jeder Mensch möchte Bedeutung haben, etwas gelten. Es geht um die Rangordnung in der Gruppe. Ein Einzelgänger hat keinen Rang. | ||
:'''Die Hackordnung.''' Der Norweger Thorleif Schjelderup-Ebbe hat 1921 bei Hühnern die Hackordnung entdeckt: Jedes Huhn kennt seinen Platz, hackt die unter ihm und weicht denen über ihm aus. | :'''Die Hackordnung.''' Der Norweger Thorleif Schjelderup-Ebbe hat 1921 bei Hühnern die Hackordnung entdeckt: Jedes Huhn kennt seinen Platz, hackt die unter ihm und weicht denen über ihm aus. | ||
:'''Zwei Arten.''' Das Raubtier zeigt seine Geltung, indem es Macht demonstriert, auch gegen den Strom. Auch der Herdenmensch will Geltung haben, aber sie wird ihm durch die Zustimmung anderer gegeben: Preise und Auszeichnungen. Das ist die [[#Eitelkeit|Eitelkeit]]. Napoleon sagte 1802 zur Gründung der Ehrenlegion: „C'est avec des hochets que l'on mène les hommes.“ (Mit Rasseln lenkt man die Menschen.) Beides ist nicht eindeutig getrennt, sondern gemischt: Der französische Adel gab Unsummen für Kleider aus, und die Krone ist ein Symbol der Macht. Es gibt starke Persönlichkeiten, die die Auszeichnung haben wollen, und andere, die sie souverän ablehnen. Der Mathematiker Grigori Perelman lehnte 2006 die Fields-Medaille ab: „I'm not interested in money or fame; I don't want to be on display like an animal in a zoo.“ La Rochefoucauld: „L'orgueil se dédommage toujours, et ne perd rien, lors même qu'il renonce à la vanité.“ (Der Stolz entschädigt sich immer und verliert nichts, selbst wenn er auf die Eitelkeit verzichtet.) | |||
:'''Geliehene Geltung.''' Die Herde tut etwas anderes. Der Herdenmensch erhält seine Geltung von jemandem, der Ansehen, Macht und Geltung hat. Das kann auch eine Institution oder eine Lehre sein. Es ist eine Unterordnung: der Diener im Haus des Adels, die Nonne im Schoß der Kirche. Der Diener würde es ablehnen, neureichem Pöbel zu dienen. Der Psychologe Robert Cialdini nannte das 1976 „basking in reflected glory“, sich im zurückgeworfenen Glanz sonnen: Nach einem Sieg ihrer Footballmannschaft trugen mehr Studenten Kleidung mit dem Namen ihrer Universität, und sie sagten „We won“. Nach einer Niederlage hieß es „They lost“. Das ist die flüchtige Form, nahe beim [[Wesen 5: Noch ohne Ort#Vasall|Vasallen]]. Der Diener dagegen bleibt. Die Grenzen sind fließend. | |||
:'''Ein Grundbedürfnis.''' Cameron Anderson, John Hildreth und Laura Howland haben 2015 die Forschung zur Frage gesammelt, ob das Streben nach Status ein Grundbedürfnis ist. Ihr Ergebnis: ja, in allen Kulturen, bei Männern wie Frauen. Wer seinen Rang verliert, leidet darunter, auch wenn sich sonst nichts ändert. Und es zählt der Rang vor den Menschen, die einem wichtig sind, nicht vor allen. Der Philosoph William James schrieb schon 1890 sinngemäß: Eine teuflischere Strafe ließe sich nicht ausdenken, als dass man unter Menschen losgelassen würde und von allen völlig unbemerkt bliebe. Das ist der [[Wesen 3: Beutetier#Zombie|Zombie]], von der anderen Seite gesehen. | :'''Ein Grundbedürfnis.''' Cameron Anderson, John Hildreth und Laura Howland haben 2015 die Forschung zur Frage gesammelt, ob das Streben nach Status ein Grundbedürfnis ist. Ihr Ergebnis: ja, in allen Kulturen, bei Männern wie Frauen. Wer seinen Rang verliert, leidet darunter, auch wenn sich sonst nichts ändert. Und es zählt der Rang vor den Menschen, die einem wichtig sind, nicht vor allen. Der Philosoph William James schrieb schon 1890 sinngemäß: Eine teuflischere Strafe ließe sich nicht ausdenken, als dass man unter Menschen losgelassen würde und von allen völlig unbemerkt bliebe. Das ist der [[Wesen 3: Beutetier#Zombie|Zombie]], von der anderen Seite gesehen. | ||
:'''Keine Eitelkeit.''' „Eitel“ hieß im älteren Deutsch „leer, nichtig“; man sagt noch „eitel Sonnenschein“, nichts als Sonnenschein. Die [[#Eitelkeit|Eitelkeit]] will bewundert werden für die Oberfläche, sie ist die leere Form der Geltung. Die Geltung will etwas zählen für das, was man ist oder kann: der Handwerker, dessen Urteil auf der Baustelle gilt; der Briefmarkensammler, den die anderen Sammler fragen. „Wuff Wuff (betteln um Anerkennung)“ ist ihre bettelnde Form. | :'''Keine Eitelkeit.''' „Eitel“ hieß im älteren Deutsch „leer, nichtig“; man sagt noch „eitel Sonnenschein“, nichts als Sonnenschein. Die [[#Eitelkeit|Eitelkeit]] will bewundert werden für die Oberfläche, sie ist die leere Form der Geltung. Die Geltung will etwas zählen für das, was man ist oder kann: der Handwerker, dessen Urteil auf der Baustelle gilt; der Briefmarkensammler, den die anderen Sammler fragen. „Wuff Wuff (betteln um Anerkennung)“ ist ihre bettelnde Form. | ||
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* Stammbaum: von Geltung · zu Poser | * Stammbaum: von Geltung · zu Poser | ||
* Die leere Form der Geltung. | * Die leere Form der Geltung. | ||
* Beschreibung: | * Beschreibung: Die Geltung, die durch die Zustimmung anderer gegeben wird: Preise und Auszeichnungen (siehe [[#Geltung|Geltung]]). La Rochefoucauld: „La vertu n'irait pas si loin si la vanité ne lui tenait compagnie.“ (Die Tugend käme nicht so weit, wenn die Eitelkeit ihr nicht Gesellschaft leistete.) | ||
== Poser == | == Poser == | ||