Wesen 4: Leib, Nest und Lust: Unterschied zwischen den Versionen

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== HOMO ==
== HOMO ==
* Stammbaum: von – · zu Odem, Durst, Sunny, Balz, Elter, Sammler, Putz, Urschlummer, Beutetier, Hunger/Schlemmer, Raubtier, Herde, Rammler, Elf
* Stammbaum: von – · zu Odem, Durst, Sunny, Balz, Elter, Sammler, Putz, Urschlummer, Beutetier, Hunger/Schlemmer, Raubtier, Herde, Begehren, Elf
* Beschreibung:  
* Beschreibung:  


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* Stammbaum: von Verehrung/Bewunderung · zu –
* Stammbaum: von Verehrung/Bewunderung · zu –
* Beschreibung: Aphrodite ist die Bewunderung der Schönheit und Anmut eines Menschen, ohne dass man den Akt beabsichtigt oder sich ihn ausmalt. Man fühlt sich in der Nähe dieses Menschen gut, hat ein Hochgefühl und hält ihn für etwas Besonderes. Schönheit stimuliert, und vielleicht gehört etwas Verliebtheit dazu. Man will für die Verehrte etwas tun, auch ohne Tauschhandel. Aber etwas Nichtmaterielles will man doch: Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Kontakt.
* Beschreibung: Aphrodite ist die Bewunderung der Schönheit und Anmut eines Menschen, ohne dass man den Akt beabsichtigt oder sich ihn ausmalt. Man fühlt sich in der Nähe dieses Menschen gut, hat ein Hochgefühl und hält ihn für etwas Besonderes. Schönheit stimuliert, und vielleicht gehört etwas Verliebtheit dazu. Man will für die Verehrte etwas tun, auch ohne Tauschhandel. Aber etwas Nichtmaterielles will man doch: Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Kontakt.
:'''Getrennt vom Rammler.''' Die sexuelle Absicht ist davon getrennt, auch wenn sie oft folgt. Umgekehrt gibt es Männer, die jede nehmen, die die Reize hat, unabhängig vom Charakter der Frau, sobald die Gelegenheit da ist. Das ist der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Rammler|Rammler]].
:'''Getrennt vom Begehren.''' Die sexuelle Absicht ist davon getrennt, auch wenn sie oft folgt. Umgekehrt gibt es Männer, die jede nehmen, die die Reize hat, unabhängig vom Charakter der Frau, sobald die Gelegenheit da ist. Das ist das [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Begehren|Begehren]].
:'''Hindernisse.''' Was die Verehrung verhindern kann, ist bei jedem anders, etwa Falschheit oder Einbildung. Wer sie beim anderen findet, kann ihn nicht mehr verehren.
:'''Hindernisse.''' Was die Verehrung verhindern kann, ist bei jedem anders, etwa Falschheit oder Einbildung. Wer sie beim anderen findet, kann ihn nicht mehr verehren.
:'''Die Macht.''' Aphrodite ist mächtig und verbreitet. Die halbe Zivilisation hängt davon ab, von Mode und Kosmetik bis zu Kunst, Musik und Architektur, und es wird viel dafür getan, selbst bewundert zu werden oder Schönheit zu haben.
:'''Die Macht.''' Aphrodite ist mächtig und verbreitet. Die halbe Zivilisation hängt davon ab, von Mode und Kosmetik bis zu Kunst, Musik und Architektur, und es wird viel dafür getan, selbst bewundert zu werden oder Schönheit zu haben.
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* Beschreibung: Liebe ist, dass einem der andere wichtig ist und man ihn schützen will. Der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Beschützer|Beschützer]] hat dabei eine ganz starke Rolle. Die Liebe kann eine sexuelle Komponente haben, aber die kann auch fehlen. Die Mutter liebt ihr Kind.
* Beschreibung: Liebe ist, dass einem der andere wichtig ist und man ihn schützen will. Der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Beschützer|Beschützer]] hat dabei eine ganz starke Rolle. Die Liebe kann eine sexuelle Komponente haben, aber die kann auch fehlen. Die Mutter liebt ihr Kind.
:'''Liebe und Begehren.''' Begehren gibt es auch ohne Liebe, und Liebe auch ohne Begehren. Das eine kann dem anderen folgen oder ausbleiben. Begehren kann die Liebe verstärken. Wo beides zusammenkommt, ist es [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Venus|Venus]].
:'''Liebe und Begehren.''' Begehren gibt es auch ohne Liebe, und Liebe auch ohne Begehren. Das eine kann dem anderen folgen oder ausbleiben. Begehren kann die Liebe verstärken. Wo beides zusammenkommt, ist es [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Venus|Venus]].
:'''Verliebt.''' Das Begehren will sexuelle Nähe und Lust. Wer verliebt ist, will einen bestimmten Menschen, dessen Aufmerksamkeit, Zuneigung und möglichst exklusive Bindung. Beides kann zugleich aktiv sein: Ein Mädchen kann sich stundenlang vorstellen, wie ein bestimmter Junge sie küsst, berührt und begehrt. Das ist nicht einfach unschuldige Romantik. Und ein Junge kann genauso von einer bestimmten Person schwärmen, ohne dass sexuelle Befriedigung sein vorrangiges Ziel ist. Beides sind eigenständige, evolutionär miteinander gekoppelte Wesen. Das Verliebtsein stammt nicht vom Begehren ab.
:'''Und die Bewunderung.''' Die Liebe hat auch von der Verehrung etwas, vom Staunen über den anderen. Die Bewunderung der Schönheit ist [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Aphrodite|Aphrodite]].
:'''Und die Bewunderung.''' Die Liebe hat auch von der Verehrung etwas, vom Staunen über den anderen. Die Bewunderung der Schönheit ist [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Aphrodite|Aphrodite]].


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== Venus ==
== Venus ==
* Stammbaum: von Liebe, Mijam, Rammler, Kuschel · zu –
* Stammbaum: von Liebe, Mijam, Begehren, Kuschel · zu –
* Beschreibung: Venus ist die Liebe mit Begehren. Zur [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Liebe|Liebe]] kommen der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Rammler|Rammler]], das Begehren, der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Kuschel|Kuschel]] mit der Lust an der Berührung und der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Mijam|Mijam]] mit der Lust am Genuss. Alle diese Teile gibt es auch einzeln. Begehren gibt es ohne Liebe, und Liebe ohne Begehren. Das eine kann dem anderen folgen oder ausbleiben. Begehren kann die Liebe verstärken. Venus ist der Fall, in dem alles zusammenkommt.
* Beschreibung: Venus ist die Liebe mit Begehren. Zur [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Liebe|Liebe]] kommen das [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Begehren|Begehren]], der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Kuschel|Kuschel]] mit der Lust an der Berührung und der [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Mijam|Mijam]] mit der Lust am Genuss. Alle diese Teile gibt es auch einzeln. Begehren gibt es ohne Liebe, und Liebe ohne Begehren. Das eine kann dem anderen folgen oder ausbleiben. Begehren kann die Liebe verstärken. Venus ist der Fall, in dem alles zusammenkommt.
:'''Die Abgrenzung.''' [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Aphrodite|Aphrodite]] bewundert die Schönheit, ohne den Akt zu beabsichtigen. Der Rammler nimmt, was die Reize hat, ohne Rücksicht auf den Charakter. Venus verbindet die Liebe mit dem Begehren.
:'''Die Abgrenzung.''' [[Wesen 4: Leib, Nest und Lust#Aphrodite|Aphrodite]] bewundert die Schönheit, ohne den Akt zu beabsichtigen. Das Begehren nimmt, was die Reize hat, ohne Rücksicht auf den Charakter. Venus verbindet die Liebe mit dem Begehren.


== Rammler ==
== Begehren ==
* Stammbaum: von HOMO · zu Ekstase, Venus
* Stammbaum: von HOMO · zu Ekstase, Venus
* Entgleisung: die Gier (Wollust), siehe [[Stammbaum#Verschmelzung und Abfolge|Was kein eigenes Wesen ist]].
* Entgleisung: die Gier (Wollust), siehe [[Stammbaum#Verschmelzung und Abfolge|Was kein eigenes Wesen ist]].
* Beschreibung:  
* Spruch: „Du gefällst mir.“ „Bleib noch.“ „Komm näher.“ „Du siehst heute gut aus.“
* Hunger: Berührung, Nähe und Vereinigung.
* Gegendämon: [[#Ekel|Ekel]] und [[Wesen 3: Beutetier#Angst|Angst]].
* Mimik: Die Pupillen sind weit, die Lippen leicht geöffnet, der Blick bleibt hängen, wendet sich ab und kehrt zurück.
* Haltung: Der Körper wendet sich dem anderen zu, sucht Nähe und Berührung, die Stimme wird leiser und tiefer.
* Bannung: Befriedigung beruhigt das Begehren vorübergehend. Auch Ablenkung, das Vermeiden von Reizen und eine bewusste Neubewertung der Situation können seinen Einfluss vermindern. Das Verlangen ist aber kein Befehl. Man kann es empfinden, ohne ihm zu folgen.
* Beschreibung: Das Begehren richtet den Menschen auf einen anderen Menschen aus und treibt ihn zur sexuellen Vereinigung. Ein Reiz weckt es, die Erfüllung stillt es.
:'''Trigger.''' Etwas fungiert als Trigger, was vorher keiner war. Begehren ist in der Entwicklung flüssig. Der Mensch hat gelernt, aufrecht zu gehen. Jetzt waren die Reize von hinten nicht mehr da, also brauchte es vorne auch Reize für die Stimulation. Außerdem wurde die Kindheit länger, also wurden die Milchdrüsen länger gebraucht. Auf einmal wurden Brüste sexy. Milchdrüsen haben auch Tiere, vielleicht waren es zuerst Fettreserven.
:Von mir: '''Form, Kontext, Schablone.''' Ein Trigger besteht aus drei Teilen: einem Merkmal, einem Zusammenhang und einer Richtung des Begehrens. Brustwarzen sehen bei Mann und Frau ähnlich aus und lösen doch nur im Zusammenspiel mit der Richtung aus.
:Von mir: '''Angeborene und gelernte Auslöser.''' Es gibt Auslöser, die bevorzugt wirken: ein Taille-Hüft-Verhältnis um 0,7, Jugend, Gesundheit. Daneben kann das Begehren auf andere Reize geprägt werden. Beim Fetischisten sind es Gummi, Büstenhalter oder Schuhe. Der geprägte Auslöser wirkt wie ein angeborener: Er erregt und er befriedigt.
:Von mir: '''Übernormale Reize.''' Ein Reiz kann stärker wirken als sein Vorbild: Lippenstift, Zucker, Fett, Bildbearbeitung. Die Silbermöwe brütet auf einem Ei, das größer ist als ihr eigenes.
:'''Der Reiz verspricht.''' Der Reiz verspricht den Vollzug und weckt den Dämon. Das ist seine Funktion. Der Duft macht Hunger auf Brötchen. Die Schachtel macht Japp auf den Kick vom Nikotin.
:Von mir: '''Weitere Trigger.''' Knappheit (nur noch zwei), Nachahmung (der andere will es, also will ich es auch), Neuheit (das Überraschungsei), Besitz (was mir gehört, wird wertvoll), Zeichen für Belohnung (die Verpackung, der Geruch aus der Bäckerei), Status (das Auto des Nachbarn).
:Von mir: '''Die Sperre.''' Gegenspieler der Trigger ist die Gewöhnung. Wer als Kind zusammen aufwächst, findet sich später nicht mehr anziehend, und wer etwas zu lange hat, mag es nicht mehr.
:Von mir: '''Gas und Bremse.''' Das Begehren hat zwei getrennte Systeme: eines, das erregt, und eines, das hemmt. Menschen unterscheiden sich in beidem (Bancroft & Janssen 2000). Gehemmt wird durch die Angst zu versagen und durch die Angst vor den Folgen.
:Von mir: '''Der Ekel als Gegenspieler.''' Speichel, Schweiß und Körpergerüche wecken außerhalb der Lust Ekel. Sexuelle Erregung schwächt den Ekel (PLoS ONE 2012). Umgekehrt dämpfen Zeichen von Krankheit und Schmutz die Erregung (PLoS ONE 2015).
:Von mir: '''Lust kommt oft erst beim Tun.''' Das Begehren muss nicht vor dem Reiz da sein. Oft entsteht es erst, wenn der Reiz wirkt. Basson hat das 2000 für Frauen beschrieben.
:Von mir: '''Das Zeichen.''' Frauen steuern die Begegnung zwischen Fremden und entscheiden über deren Ausgang (Grammer u. a. 2000, Videoanalyse). Männer erkennen einen weiblichen Gesichtsausdruck zuverlässig als Flirt (Journal of Sex Research 2020).
:Von mir: '''Die Pupille.''' Die Pupille erweitert sich bei erotischen Bildern innerhalb einer halben Sekunde (Psychophysiology 2017). Bei heterosexuellen und schwulen Männern folgt sie klar der Ausrichtung des Begehrens, bei Frauen weniger deutlich (Rieger u. a. 2015; Meta-Analyse 2021). Sie verrät den Erregten. Schöner macht sie ihn nicht: Engere Pupillen wirken sogar attraktiver (Cognition 2024).
:Von mir: '''Die Stimme.''' Männer senken die Stimme, wenn eine Frau begehrt ist und wenn sie bei einer Verabredung die Frau gewählt haben (Proceedings B 2019). Bei Jägern und Sammlern haben Männer mit tiefer Stimme mehr Kinder (Apicella u. a. 2007).
:Von mir: '''Die Abwechslung.''' Begehren und Erregung sinken bei Gewöhnung an den Partner und steigen bei einem neuen (Übersicht 2014). In Versuchen zeigen Männer stärkere Vorliebe für sexuelle Abwechslung, den Coolidge-Effekt (Archives of Sexual Behavior 2020). Eine Befragung in 52 Ländern fand den Wunsch nach mehr Partnern bei Männern durchgehend (Schmitt 2003).
:Von mir: '''Lust, Anziehung, Bindung.''' Bei Säugetieren trennt Fisher (1998) drei Systeme: die Lust, die zur sexuellen Vereinigung treibt, die Anziehung zu einem bestimmten Partner und die Bindung. Das Begehren ist die erste. Die beiden anderen entsprechen [[#Venus|Venus]] und dem Wesen der [[#Liebe|Liebe]]. Der Kuss dient dabei auch der Prüfung des Partners, besonders bei Frauen (Hughes & Kruger 2014).
:'''Handlungsweise.''' Das Begehren lenkt die Aufmerksamkeit auf sexuelle Reize. Es verändert die Wahrnehmung: Ein Mensch wird plötzlich nicht mehr hauptsächlich als Gesprächspartner, sondern als begehrenswerter Körper wahrgenommen. Es kann Annäherungsverhalten, Flirten, Imponieren, Fantasieren und die Suche nach Intimität auslösen. Bei starker Aktivierung verändert es sogar die Bewertung von Risiken und Konsequenzen. Was vorher unvernünftig erschien, kann plötzlich verlockend wirken. Dabei ist es nicht zwangsläufig rücksichtslos. Sexuelles Begehren kann mit Zärtlichkeit, Rücksicht und gegenseitiger Lust verbunden sein. Es kann aber auch mit Besitzdenken, [[#Eifersucht|Eifersucht]] oder Dominanzstreben zusammenwirken.
:'''Was es fühlt.''' Das charakteristische Gefühl ist Lust auf etwas, das noch nicht stattgefunden hat. Dazu gehören körperliche Erregung, Erwartung, Spannung, Ungeduld und ein starkes Hinziehen zum begehrten Menschen. Das unterscheidet es vom [[#Mijam|Mijam]]: Der Mijam erfreut sich an einer gegenwärtigen Empfindung. Das Begehren verlangt nach einer zukünftigen.
:'''Das Eigenleben.''' Sexuelles Begehren kann ohne bewusste Entscheidung entstehen. Ein Reiz aktiviert den Trieb, der anschließend selbst nach weiteren Reizen sucht. Er kann Erinnerungen hervorrufen, Fantasien entwickeln und die Aufmerksamkeit immer wieder auf sein Ziel zurücklenken. Das Begehren erzeugt damit teilweise selbst die Bedingungen für seine weitere Aktivierung.
:'''Verbindungen.''' Das Begehren kann sich mit anderen Wesen verbinden:
::* [[#Beschützer|Beschützer]]: Aus sexueller Anziehung entwickelt sich Zärtlichkeit und Fürsorge.
::* [[#Eitelkeit|Eitelkeit]]: Der sexuelle Erfolg wird zum Beweis der eigenen Attraktivität.
::* [[#Eifersucht|Eifersucht]]: Das Begehren will verhindern, dass ein anderer bekommt, was es selbst begehrt.
::* [[#Venus|Venus]]: Das sexuelle Verlangen verbindet sich mit Idealisierung und dem Wunsch nach dauerhafter Nähe.
:'''Lust, nicht Kinder.''' Das Begehren verfolgt kein bewusstes Fortpflanzungsziel. Evolutionär wurde der Trieb durch seinen Beitrag zur Fortpflanzung begünstigt. Aber das Wesen selbst will Lust, nicht Kinder.
:'''Das eigene Wesen.''' Hier zeigt sich sehr deutlich, wie es ein eigenständiges Wesen ist. Es erwacht mit der Pubertät, kann aber vorher auch schon schwächer da sein. Aber dann beherrscht es die Gedanken. Da setzt ein bestimmtes Wesen die Ziele.
:'''Reiz ohne Mögen.''' Man kann eine Person begehren, nur wegen der Trigger oder Reize, selbst wenn man die nicht mag, oder Bilder. Bilder werden zum Beispiel von der Pornographie genutzt. Das ist eine Milliardenindustrie, die den Bedarf nutzt.
:'''Das Nachlassen.''' Später nimmt es ab, so ab 30 bis 50. Aber das ist individuell. Wenn der Trieb erlischt, hat man die Erinnerung, aber nicht mehr wirklich das Verständnis davon.
:Von mir: '''Der wilde Herr.''' In Platons Politeia (Buch I) erzählt Kephalos, dass der Dichter Sophokles im Alter gefragt wurde, ob er noch zur Liebe fähig sei. Er antwortete sinngemäß, er sei ihr mit großer Freude entkommen, wie einem wilden und rasenden Herrn.
:Von mir: '''Heiß und kalt.''' Wer nicht im Zustand eines Triebs ist, unterschätzt, wie stark der Trieb wirkt, wenn er da ist. Loewenstein (1996) nennt das die Empathielücke zwischen heißen und kalten Zuständen. Sie gilt für Hunger, Durst, Zorn und sexuelle Erregung. Deshalb bleibt die Erinnerung, aber nicht das Verständnis.
:Von mir: '''Das Nachlassen im Verlauf.''' In der Massachusetts Male Aging Study wurden 1.085 Männer zwischen 40 und 70 neun Jahre lang beobachtet. Die sexuelle Funktion nahm ab, bei den Älteren stärker (2004).
:Von mir: '''Wie oft.''' Studierende zählten eine Woche lang ihre Gedanken. Männer kamen im Median auf knapp 19 Gedanken an Sex am Tag, Frauen auf knapp 10. Die Spanne reichte von 1 bis 388 bei Männern und von 1 bis 140 bei Frauen. Die Männer dachten auch öfter an Essen und Schlaf. Das Klischee „alle sieben Sekunden“ stimmt nicht (Fisher u. a., Journal of Sex Research 2012).
:Von mir: '''Erregung gegen Urteil.''' Ariely und Loewenstein (2006) befragten Studenten einmal neutral und einmal erregt. Erregt hielten sie vieles für attraktiv, was sie neutral abgelehnt hatten. Sie waren auch eher bereit, ein „Nein“ zu übergehen (20 gegenüber 45 auf einer Skala von 0 bis 100), und die Bereitschaft zum Kondom sank. Es waren Selbstauskünfte von etwa 24 Männern.
:Von mir: '''Der Körper folgt nicht, das Wesen bleibt.''' Von 76 Männern zwischen 69 und 80 Jahren unter Androgenentzug gaben 29 an, noch Interesse an Sex zu haben. Nur zwei waren noch aktiv (Fode u. a., Journal of Sexual Medicine 2020).
:Von mir: '''Der große Dämon.''' In Platons Symposion sagt Diotima, Eros sei ein großer Dämon und stehe, wie alle Dämonen, zwischen dem Göttlichen und dem Sterblichen (202e).


== Ekstase ==
== Ekstase ==
* Stammbaum: von Rammler · zu –
* Stammbaum: von Begehren · zu –
* Beschreibung:  
* Beschreibung:  


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== Geltung ==
== Geltung ==
* Stammbaum: von Raubtier · zu Wuff Wuff (betteln um Anerkennung), Eitelkeit, Prahler, [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Arroganz|Arroganz]], [[Wesen 3: Beutetier#Verbittert|Verbittert]]
* Stammbaum: von Raubtier · zu Wuff Wuff (betteln um Anerkennung), Eitelkeit, Prahler, [[Wesen 1: Raubtier – Wüterich#Arroganz|Arroganz]], [[Wesen 3: Beutetier#Verbittert|Verbittert]], [[Wesen 2: Raubtier – Vampir#Ehrgeiz|Ehrgeiz]]
* Varianten: [[Stammbaum#Verschmelzung und Abfolge|Gerüchtemacher]]
* Varianten: [[Stammbaum#Verschmelzung und Abfolge|Gerüchtemacher]]
* Hunger: etwas gelten, Bedeutung haben. Und wenn auch nur in einem Spezialgebiet oder vor bestimmten anderen.
* Hunger: etwas gelten, Bedeutung haben. Und wenn auch nur in einem Spezialgebiet oder vor bestimmten anderen.
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== Revierverhalten/Gebiet ==
== Revierverhalten/Gebiet ==
* Stammbaum: von – · zu Stammesbruder, Eifersucht, Neid
* Stammbaum: von – · zu Stammesbruder, Eifersucht, Neid, [[Wesen 5: Noch ohne Ort#Trotz|Trotz]]
* Es ist der Kern der Eifersucht: Ein Rivale dringt in die Bindung ein. Beim Wolfsrudel: Man kennt die Gesichter, das Revier ist abgesteckt, der Fremde ist der Feind.
* Es ist der Kern der Eifersucht: Ein Rivale dringt in die Bindung ein. Beim Wolfsrudel: Man kennt die Gesichter, das Revier ist abgesteckt, der Fremde ist der Feind.
* Beschreibung:
* Beschreibung:
:'''Überall.''' Viel Verhalten von Menschen lässt sich nur verstehen, wenn man weiß, dass es Revierkämpfe sind. Bei Tieren sind Revierkämpfe oft Standard: Ziegen boxen, Elche kämpfen. Bei manchen ist das so ernst, dass es Verletzte und Tote gibt.
:'''Überall.''' Viel Verhalten von Menschen lässt sich nur verstehen, wenn man weiß, dass es Revierkämpfe sind. Bei Tieren sind Revierkämpfe oft Standard: Ziegen boxen, Elche kämpfen. Bei manchen ist das so ernst, dass es Verletzte und Tote gibt.
:'''Dasselbe Zeichen.''' Der Bauer zäunt sein Feld ein. Der Goldsucher seinen Claim. Der Hund pisst an den Baum und Armstrong stellt die amerikanische Flagge auf. Das ist dasselbe.
:Von mir: '''Besitz im Tierreich.''' Reviere werden vor allem gegen Artgenossen verteidigt und mit Duft, Gesang oder Schauflügen markiert. Der Besitz wird meist respektiert, auch ohne dass ihn jemand durchsetzt: Wer zuerst da war, wird selten herausgefordert (Sherratt und Mesterton-Gibbons 2015). Stake (2004) sieht in den Rechtsregeln über Besitz und Priorität Spuren dieser Strategien.
:'''Sammler.''' Er pflegt und verteidigt seine Sammlung und identifiziert sich damit. Es fällt ihm schwer, etwas herzugeben, selbst wenn er Geld braucht.
:'''Sammler.''' Er pflegt und verteidigt seine Sammlung und identifiziert sich damit. Es fällt ihm schwer, etwas herzugeben, selbst wenn er Geld braucht.
:'''Eltern.''' Das Nest ist das Revier per se, nicht nur im Verhalten, sondern als Ort mit Mauer oder Zaun. Man nennt es Hausfriedensbruch, wenn es unerlaubt betreten wird.
:'''Eltern.''' Das Nest ist das Revier per se, nicht nur im Verhalten, sondern als Ort mit Mauer oder Zaun. Man nennt es Hausfriedensbruch, wenn es unerlaubt betreten wird.

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