Wesen 3: Beutetier: Unterschied zwischen den Versionen
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== Verwirrt == | == Verwirrt == | ||
* Stammbaum: von Schreck · zu | * Stammbaum: von Schreck · zu Zweifler, Zauderer, Tolpatsch | ||
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* Stammbaum: von Verwirrt · zu – | * Stammbaum: von Verwirrt · zu – | ||
* Beschreibung: | * Hunger: offen | ||
* Trigger: offen | |||
* Bannung: offen | |||
* Beschreibung: Der Tolpatsch ist ungeschickt. Man ist ungeschickt, wenn man nicht frei Erfahrung und Fehler machen darf. Alles kommt darauf an, dass die Dämonen frei handeln können. | |||
:'''Wie es dazu kommt.''' Wird das verhindert, durch ständige Kontrolle oder Gemecker, oder indem einem bei einer Handlung die Dinge aus der Hand gerissen werden („Komm, ich zeig dir, wie das richtig geht“), entsteht durch die ständige Unterbrechung Unsicherheit. Man fühlt sich ständig beobachtet. Dann ist es schwierig, sich auf die Handlung selbst zu konzentrieren. Dazu kommt oft eine innere Stimme: „Bist du sicher, dass du das kannst? Machst du das richtig?“ | |||
:'''Der Fluch.''' „Das darfst du noch nicht. Dazu hast du nicht genug Erfahrung.“ Erfahrung bekommt man nur durch Tun. Wer nicht tun darf, bleibt unerfahren, und der Satz bestätigt sich selbst. | |||
:'''Was die Forschung dazu sagt.''' Wer einen eingeübten Ablauf bewusst überwacht, stört ihn (Beilock und Carr 2001). Überbehütete Studierende erleben weniger Autonomie und Kompetenz und sind häufiger depressiv (Schiffrin u. a. 2014). | |||
== Zauderer == | == Zauderer == | ||
Version vom 22. Oktober 2026, 23:35 Uhr
Sammlung der Wesen, Beutetier und die Linie des Schrecks.
Wesen 1: Raubtier – Wüterich · Wesen 2: Raubtier – Vampir · Beutetier · Wesen 4: Leib, Nest und Lust · Wesen 5: Noch ohne Ort
- Die Wesen sind in starker Ausprägung beschrieben; die meisten sind in allen Menschen vorhanden oder abrufbar (siehe Grundlagen).
Beutetier
- Stammbaum: von HOMO · zu Schreck, Sklave
- Beschreibung:
Schreck
- Stammbaum: von Beutetier · zu Angst, Obacht, Grauen, Verwirrt, Horror, Pedant, Entsetzen, Seufz
- Beschreibung:
Angst
- Stammbaum: von Schreck · zu –
- Varianten: Feigling, Abergläubischer
- Beschreibung: Paul Ekman zählte die Angst zu den Grundgefühlen, die man in allen Kulturen am Gesicht erkennt. Er und Wallace Friesen zeigten 1971 beim Volk der Fore in Neuguinea, das kaum Kontakt zur westlichen Welt hatte, Gesichter und erzählten dazu kleine Geschichten. Die Fore ordneten die meisten Gefühle richtig zu, Angst aber oft der Überraschung. Die Angst kommt vom Schreck.
Der Feigling. Theophrast beschrieb ihn um 319 vor Christus in seinen Charakteren: „Cowardice is a certain shrinking of the heart.“ Auf See hält der Feigling ferne Klippen für Piratenschiffe. In der Schlacht hat er angeblich sein Schwert vergessen, versteckt es unter dem Kissen und sucht es dann lange. Er pflegt lieber einen Verwundeten, als zu kämpfen. Danach beschmiert er sich mit dessen Blut und ruft: „I've saved a comrade!“ Der Feigling ist kein eigenes Wesen. Er hat Angst und ruft deshalb den Täuscher, um sich zu schützen. Das ist eine normale Abfolge und keine Verschmelzung (siehe Verschmelzung und Abfolge).
Horror
- Stammbaum: von Schreck, Ekel · zu –
- Beschreibung:
Entsetzen
- Stammbaum: von Schreck · zu –
- Beschreibung:
Seufz
- Stammbaum: von Schreck · zu –
- Beschreibung:
Obacht
- Stammbaum: von Schreck · zu Verblüffung, Lausch
- Beschreibung:
Lausch
- Stammbaum: von Obacht · zu –
- Beschreibung:
Verblüffung
- Stammbaum: von Obacht · zu Staun, Stutzig
- Beschreibung:
Stutzig
- Stammbaum: von Verblüffung · zu –
- Beschreibung:
Staun
- Stammbaum: von Verblüffung · zu Neugier, Verehrung/Bewunderung, Verdutzt, Achtung
- Beschreibung:
Verdutzt
- Stammbaum: von Staun · zu –
- Beschreibung:
Neugier
- Stammbaum: von Staun · zu Zwerg/Gelehrter, Spielebär
- Beschreibung:
Spielebär
- Stammbaum: von Neugier · zu –
- Beschreibung:
Zwerg/Gelehrter
- Steckbrief: Zwerg
- Stammbaum: von Neugier, Zombie, Formal · zu –
- Beschreibung:
Grauen
- Stammbaum: von Schreck · zu Verdammter
- Beschreibung:
Verdammter
- Steckbrief: Verdammter
- Stammbaum: von Grauen · zu Messi, Zombie, Sucht, Traurig
- Varianten: Verbittert
- Beschreibung:
- Variante: verbittert. Verbittert wird jemand aus Enttäuschung: von Personen, oder weil Ziele nicht erreicht werden, die wichtig sind. Und es gibt keinen Trostpreis, keine andere Erfüllung. Merkmal ist die Hoffnungslosigkeit. Dazu kommt der Groll: der Ärger darüber, dass einem Unrecht geschehen ist. Die Verbitterung kann langsam wachsen, nach längerem Scheitern. Sie kann aber auch nach einem einzigen großen Schlag ausbrechen, nach der Kündigung nach vielen Jahren, der Scheidung, dem verlorenen Prozess. Diese Form beschrieb der Psychiater Michael Linden 2003 als „posttraumatische Verbitterungsstörung“: Hoffnungslosigkeit und Wut über die Ungerechtigkeit, oft mit Rachegedanken.
Sucht
- Stammbaum: von Verdammter · zu Laster
- Beschreibung:
Laster
- Stammbaum: von Sucht · zu –
- Beschreibung:
Messi
- Stammbaum: von Sammler, Verdammter · zu –
- Beschreibung:
Zombie
- Steckbrief: Zombie
- Stammbaum: von Verdammter, Hexe/Psychopath · zu Zwerg/Gelehrter, Puppe, Selbstwiegender, Verzweiflung, Repro
- Trigger: keine Bestätigung der eigenen Handlungen. Nicht Bejahung, sondern Bestätigung: Man wird wie ein Ding behandelt, wie ein Stein. Nichts, was man tut, hat Bedeutung. Alles wird nur ausgelegt. „Deine Meinung ist nicht relevant.“
- Beschreibung: Das kann daran liegen, dass die Leute nicht schlau genug sind, einen zu verstehen. Oder sie sind so egozentrisch, dass nur Wert hat, was sie selbst tun. Oder sie wollen einen nicht wahrnehmen, weil es eine Gefahr ist, die Eigenart des anderen zu sehen.
- Der Fluch. Dazu kommt die Behexung. Die Hexe spricht einen Fluch aus, etwa: „Du bist realitätsfremd.“ Jede Äußerung ist ein Beweis dafür, auch das Argumentieren dagegen. „Alle wissen, wie realitätsfremd du bist.“ Das ist eine globale Zuschreibung. Darum ist der Zombie im Stammbaum ein Kind der Hexe.
- Das Erleben. Man funktioniert. Ein Zombie läuft noch tot durch die Gegend. Man kommt nach Hause, setzt sich in den Sessel und erstarrt zu Stein, starrt stundenlang auf die Wand, ohne Antrieb, sich zu bewegen, wie gelähmt. Der Steckbrief sagt: „leerer abwesender Blick“, „starrer festgefrorener Hals“, „lebt hinter einer Glaswand“.
- Belege. Im Still-Face-Versuch (Edward Tronick, 1978) spielt eine Mutter mit ihrem Baby und macht dann plötzlich ein starres, unbewegtes Gesicht. Sie antwortet auf nichts mehr. Das Baby lächelt, zeigt, ruft, dann weint es, und nach zwei Minuten sackt es zusammen und wendet sich ab. Kipling Williams hat Menschen in einem Ballspiel am Computer ein paar Minuten lang einfach nicht mehr den Ball zugespielt. Schon das senkte messbar ihr Gefühl, dass ihr Dasein Bedeutung hat.
Puppe
- Stammbaum: von Zombie, Putz · zu –
- Beschreibung: die weibliche Form des Zombies. Innen tot, äußerlich schön herausgeputzt.
- Der Psychiater Ronald D. Laing beschreibt in Das geteilte Selbst (1960) die Patientin Julie. Sie sagte, sie sei eine „told bell“. Laing liest das doppelt: als „tolled bell“, die Totenglocke, und als „told belle“, die Schöne, die tut, was man ihr sagt. Schließlich wurde sie völlig apathisch. Die Mutter sagte, Julie sei immer so ein gutes Mädchen gewesen. Laing merkt an, dass die Mutter die innere Leblosigkeit ihrer Tochter für Gesundheit hielt. Sie hatte ja auch die Tochter erzeugt, die sie haben wollte.
Selbstwiegender
- Stammbaum: von Zombie · zu –
- Beschreibung:
Verzweiflung
- Stammbaum: von Zombie · zu –
- Beschreibung:
Repro
- Stammbaum: von Zombie · zu –
- Beschreibung:
Verwirrt
- Stammbaum: von Schreck · zu Zweifler, Zauderer, Tolpatsch
- Beschreibung:
Tolpatsch
- Stammbaum: von Verwirrt · zu –
- Hunger: offen
- Trigger: offen
- Bannung: offen
- Beschreibung: Der Tolpatsch ist ungeschickt. Man ist ungeschickt, wenn man nicht frei Erfahrung und Fehler machen darf. Alles kommt darauf an, dass die Dämonen frei handeln können.
- Wie es dazu kommt. Wird das verhindert, durch ständige Kontrolle oder Gemecker, oder indem einem bei einer Handlung die Dinge aus der Hand gerissen werden („Komm, ich zeig dir, wie das richtig geht“), entsteht durch die ständige Unterbrechung Unsicherheit. Man fühlt sich ständig beobachtet. Dann ist es schwierig, sich auf die Handlung selbst zu konzentrieren. Dazu kommt oft eine innere Stimme: „Bist du sicher, dass du das kannst? Machst du das richtig?“
- Der Fluch. „Das darfst du noch nicht. Dazu hast du nicht genug Erfahrung.“ Erfahrung bekommt man nur durch Tun. Wer nicht tun darf, bleibt unerfahren, und der Satz bestätigt sich selbst.
- Was die Forschung dazu sagt. Wer einen eingeübten Ablauf bewusst überwacht, stört ihn (Beilock und Carr 2001). Überbehütete Studierende erleben weniger Autonomie und Kompetenz und sind häufiger depressiv (Schiffrin u. a. 2014).
Zauderer
- Stammbaum: von Verwirrt · zu –
- Beschreibung:
Zweifler
- Stammbaum: von Verwirrt, Hexe/Psychopath · zu –
- Beschreibung:
Sklave
- Stammbaum: von Beutetier · zu Eitel
- Beschreibung:
Eitel
- Stammbaum: von Sklave · zu –
- Beschreibung:
Pedant
- Stammbaum: von Schreck, Büßer · zu Moralist
- Beschreibung:
Traurig
- Stammbaum: von Verdammter · zu –
- Beschreibung: