Zombie: Unterschied zwischen den Versionen
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Er hat zwei Wege. Der eine ist die Behexung: Im Inneren hat der Kampf mit der Behexung getobt, jeder Ausweg wurde versucht, keiner hat funktioniert. Der andere sind Schicksalsschläge: Schreck, Grauen, der [[Verdammter|Verdammte]]. Dann hört der Kampf auf. | |||
Er hat keine eigenen Sprüche. Er funktioniert, redet normal mit anderen oder wenig. Von außen sieht man fast nichts. Innen ist eine Welt des Grauens, bis zum Horizont. Man kommt nach Hause, setzt sich in den Sessel und erstarrt zu Stein, starrt stundenlang auf die Wand, ohne Antrieb, sich zu bewegen. | |||
'''Trigger.''' Keine Bestätigung der eigenen Handlungen. Nicht Bejahung, sondern Bestätigung: Man wird wie ein Ding behandelt, wie ein Stein. Nichts, was man tut, hat Bedeutung. Dazu der Fluch der [[Hexe]]: „Du bist realitätsfremd.“ Jedes Argument dagegen wird zum Beweis. | |||
'''Belege.''' Im ''Still-Face''-Versuch (Edward Tronick, 1978) spielt eine Mutter mit ihrem Baby und macht dann plötzlich ein starres, unbewegtes Gesicht. Sie antwortet auf nichts mehr. Das Baby lächelt, zeigt, ruft, dann weint es, und nach zwei Minuten sackt es zusammen und wendet sich ab. Kipling Williams hat Menschen in einem Ballspiel am Computer ein paar Minuten lang einfach nicht mehr den Ball zugespielt. Schon das senkte messbar ihr Gefühl, dass ihr Dasein Bedeutung hat. | |||
'''Danach.''' Wer aus der Welt des Grauens herauskommt, ist verändert, tiefer und stärker. Die anderen erscheinen ihm oberflächlich, weil sie den Abgrund nicht kennen. Sie leben in einer rosa Barbie-Welt. | |||
Nietzsche kannte diese Abgründe. In ''Ecce Homo'' schreibt er: „Mit Byrons Manfred muss ich tief verwandt sein: ich fand alle diese Abgründe in mir, – mit dreizehn Jahren war ich für dies Werk reif.“ | |||
==Bannung== | ==Bannung== | ||
Als Bann kann alles Positive gelten: Freude, Sunny, echte Zuwendung, Geltung. Der Zombie entsteht, weil nichts, was er tut, Bedeutung hat. Zuwendung und Geltung geben ihm genau das zurück, aber nur, wenn sie echt sind. | |||
Auch Musik kann ihn bannen. Darin verbindet sich Schwermut mit Übermut, und der Übermut gehört zur Familie des [[Kobold]]s. Das ist große Stärke und keine Niederlage. | |||
Zarathustra: „Ich überwand mich, den Leidenden, ich trug meine eigne Asche zu Berge, eine hellere Flamme erfand ich mir. Und siehe! Da ''wich'' das Gespenst von mir!“ (''Also sprach Zarathustra'', I, Von den Hinterweltlern.) | |||
Nietzsche: „Woher kommen die höchsten Berge? so fragte ich einst. Da lernte ich, dass sie aus dem Meere kommen. Diess Zeugniss ist in ihr Gestein geschrieben und in die Wände ihrer Gipfel. Aus dem Tiefsten muss das Höchste zu seiner Höhe kommen.“ (''Also sprach Zarathustra'', III, Der Wanderer.) Und: „Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.“ (I, Vom Lesen und Schreiben.) | |||
==Musen== | ==Musen== | ||
Musik: Celtic Frost, ''Morbid Tales'' (1984); Tschaikowsky, ''Pathétique'' | |||
Künstler: Edvard Munch | |||
Literatur: Byron, ''Manfred'' | |||
Nietzsche, ''Also sprach Zarathustra'': Der Wanderer; Vom Lesen und Schreiben; Von den Hinterweltlern | |||
Nietzsche, ''Ecce Homo'': Warum ich so klug bin, 4 | |||
==Analyse== | ==Analyse== | ||
Aktuelle Version vom 9. Oktober 2026, 21:50 Uhr
Verwandschaft
Namen:
Kind von: Hexe, Verdammter
Zeuger von: Puppe, Zwerg, Selbstwiegender, Verzweiflung, Repro
Steckbrief
Fischaugen
vernünftig / rational / schizophren
leerer abwesender Blick
hoffnungslos
Weichei
Kopf besessen
starrer festgefrorener Hals
Machtlos
behext verhext
mystifiziert : Ihm fehlen die Banne
oft befreundet mit Ratio und selber Hexer, will Andere zu Zombies machen
Schildkröte
lebt hinter einer Glaswand behext allein durch seine Anwesenheit
bannend
SPRUCH DES DÄMON
Griff
Gebannter Griff = Zombie
Charakteristik
Der Zombie ist die Resignation. Sein Kennzeichen ist die Ausweglosigkeit: kein Weg zu Freude, Erfüllung, Glück.
Er hat zwei Wege. Der eine ist die Behexung: Im Inneren hat der Kampf mit der Behexung getobt, jeder Ausweg wurde versucht, keiner hat funktioniert. Der andere sind Schicksalsschläge: Schreck, Grauen, der Verdammte. Dann hört der Kampf auf.
Er hat keine eigenen Sprüche. Er funktioniert, redet normal mit anderen oder wenig. Von außen sieht man fast nichts. Innen ist eine Welt des Grauens, bis zum Horizont. Man kommt nach Hause, setzt sich in den Sessel und erstarrt zu Stein, starrt stundenlang auf die Wand, ohne Antrieb, sich zu bewegen.
Trigger. Keine Bestätigung der eigenen Handlungen. Nicht Bejahung, sondern Bestätigung: Man wird wie ein Ding behandelt, wie ein Stein. Nichts, was man tut, hat Bedeutung. Dazu der Fluch der Hexe: „Du bist realitätsfremd.“ Jedes Argument dagegen wird zum Beweis.
Belege. Im Still-Face-Versuch (Edward Tronick, 1978) spielt eine Mutter mit ihrem Baby und macht dann plötzlich ein starres, unbewegtes Gesicht. Sie antwortet auf nichts mehr. Das Baby lächelt, zeigt, ruft, dann weint es, und nach zwei Minuten sackt es zusammen und wendet sich ab. Kipling Williams hat Menschen in einem Ballspiel am Computer ein paar Minuten lang einfach nicht mehr den Ball zugespielt. Schon das senkte messbar ihr Gefühl, dass ihr Dasein Bedeutung hat.
Danach. Wer aus der Welt des Grauens herauskommt, ist verändert, tiefer und stärker. Die anderen erscheinen ihm oberflächlich, weil sie den Abgrund nicht kennen. Sie leben in einer rosa Barbie-Welt.
Nietzsche kannte diese Abgründe. In Ecce Homo schreibt er: „Mit Byrons Manfred muss ich tief verwandt sein: ich fand alle diese Abgründe in mir, – mit dreizehn Jahren war ich für dies Werk reif.“
Bannung
Als Bann kann alles Positive gelten: Freude, Sunny, echte Zuwendung, Geltung. Der Zombie entsteht, weil nichts, was er tut, Bedeutung hat. Zuwendung und Geltung geben ihm genau das zurück, aber nur, wenn sie echt sind.
Auch Musik kann ihn bannen. Darin verbindet sich Schwermut mit Übermut, und der Übermut gehört zur Familie des Kobolds. Das ist große Stärke und keine Niederlage.
Zarathustra: „Ich überwand mich, den Leidenden, ich trug meine eigne Asche zu Berge, eine hellere Flamme erfand ich mir. Und siehe! Da wich das Gespenst von mir!“ (Also sprach Zarathustra, I, Von den Hinterweltlern.)
Nietzsche: „Woher kommen die höchsten Berge? so fragte ich einst. Da lernte ich, dass sie aus dem Meere kommen. Diess Zeugniss ist in ihr Gestein geschrieben und in die Wände ihrer Gipfel. Aus dem Tiefsten muss das Höchste zu seiner Höhe kommen.“ (Also sprach Zarathustra, III, Der Wanderer.) Und: „Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.“ (I, Vom Lesen und Schreiben.)
Musen
Musik: Celtic Frost, Morbid Tales (1984); Tschaikowsky, Pathétique
Künstler: Edvard Munch
Literatur: Byron, Manfred
Nietzsche, Also sprach Zarathustra: Der Wanderer; Vom Lesen und Schreiben; Von den Hinterweltlern
Nietzsche, Ecce Homo: Warum ich so klug bin, 4