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Wo vorher Reflektionen waren ist nunmehr Gleißen. | |||
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das gleißende Gold und der glutrote Schatz | |||
es bringt der Hort Dich zur Hell </blockquote> | |||
Es ist kein Zufall, dass in der Edda so viel vom Gleißen die Rede ist. | |||
Das ist das Schauen in einer noch magischen Welt. | |||
"Reflektion" ist ein rationaler Begriff hinter dem eine rationale Erklärung steht, zerhakt in einzelne Glieder, die nicht leben. | |||
Das ist nicht das einfache Schauen. | |||
Da wird eine Präsenz, die Präsenz vom Gleißen <u>erklärt</u>, d. h. die Präsenz wird mit einem Etikett überklebt. Man sieht nicht mehr die Präsenz, sondern nur noch das Etikett. | |||
Reflektion: | |||
Dieses Chrom leuchtet nicht selber, sondern da werden nur die Licht-Strahlen der Sonne reflektiert. | |||
Das ist eine ENTWERTUNG ! ! | |||
Man achte auch auf den ''magischen'' ''Bann'': Die Verwendung des Wortes '''nur'''. | |||
Man sieht das Gleißen als erstes ! | |||
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hält leise Luft | |||
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die Sonne fällt | |||
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auf wild sich windend Haut | |||
von gläsern Wasser </blockquote> | |||
Die Sonne wird nicht reflektiert. | |||
Das sind keine reflektierten "Sonnenstrahlen". | |||
Da tanzen glühende Splitter der Sonne auf dem Wasser. | |||
Das ist die Sicht, ''bevor'' die Welt durch Analyse zertrennt wurde. | |||
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Surtur fährt von Süden mit flammendem Schwert, | |||
Von seiner Klinge scheint die Sonne der Götter.</blockquote> | |||
Version vom 3. September 2023, 13:09 Uhr
Wer aber die Grundtriebe des Menschen daraufhin ansieht, wieweit sie gerade hier als inspirierende Genien (oder Dämonen und Kobolde –) ihr Spiel getrieben haben mögen, wird finden, daß sie alle schon einmal Philosophie getrieben haben – und daß jeder einzelne von ihnen gerade sich gar zu gerne als letzten Zweck des Daseins und als berechtigten Herrn aller übrigen Triebe darstellen möchte. Denn jeder Trieb ist herrschsüchtig: und als solcher versucht er zu philosophieren.
[Jenseits von Gut und Böse | Friedrich Nietzsche]
Auch ich war einst ein Rationalist mit Verachtung für alle esoterische Spinnerei und Aberglauben mit dem ungebildete und unkritische Geister zu jedem nur denkbaren und undenkbaren Schwachsinn und Hokuspokus verführt werden und diese Verachtung ist immer noch da.
Nun ist es ausgerechnet mein Rationalismus der mich gezwungen hatte in der Hauptsache umzudenken. Genauer gesagt die Anwendung von Ockham`s Razor auf zwei anscheinend rationale Begriffe. Nämlich erstens auf den Begriff Materie und zweitens auf den Begriff Vergangenheit - insofern der Vergangenheit eine unabhängige Existenz außerhalb und gleichberechtigt mit der momentanen Gegenwart zugebilligt wird.
Ich war verblüfft und verwirrt als ich feststellen musste, dass beide Begriffe ohne Inhalt sind jeglicher rationalen Begründung entbehren und genau die Art von esoterischer Spinnerei und Aberglaube darstellen für die ich eine solche Geringschätzung hege.
Näheres zum Irrtum von der Materie siehe auf der Seite vom Immaterialismus.
Näheres zum Irrtum von der Vergangenheit siehe: Zweiter Hauptsatz .
Damit war meinem Rationalismus mit einem Schlag der Boden unter den Füßen entzogen.
Rationalismus bedeutet, dass man seine Behauptungen begründet.
Eine Hypothese ist dann gut begründet, wenn sie durch eine Kette von Schlüssen auf einen annerkannten Grund zurückgeführt werden kann.
Dieser Grund liegt in der Vergangenheit.
Was aber, wenn es gar keine Vergangenheit gibt?
Was meine Überzeugung und Vernunft, mein Motiv in der Gegenwart bestimmt ist nicht diese Kette.
Diese Kette ist nicht gegenwärtig.
Es ist etwas anderes worin meine momentane Haltung besteht. Etwas ganz anderes bestimmt meine Tatrichtung jetzt in der Gegenwart.
Ich bin gar nicht so vernünftig, wie ich angenommen hatte.
Da gibt es eine lange gut begründete Kette von Argumenten die beginnend in der Vergangenheit zu meinen Überzeugungen in der Gegenwart führt.
Wie nun?
Es gibt keine Vergangenheit?
Dann gibt es also keine Vergangenheit, die mit ihrem festen tragfähigen Fundament meine augenblicklichen Ansichten trägt?
Dies ist ein ähnlicher Zweifel an der Vernunft, wie ihn schon David Hume äußerte.
Doch er geht noch viel weiter.
Mit dem Wegbrechen der Brücke zur Vergangenheit bricht auch der GRUND selber weg.
Die Begründung.
Jegliche Art von Begründung.
Das ist ZEN
Ich war auf das zentrale Koan des Zen Buddismus gestoßen:
Eines Tages forderte der Meister des Klosters Hongren die Mönche auf, ihr Verständnis in einem Gedicht (Gatha) zum Ausdruck zu bringen. Er würde demjenigen die Insignien des Meisters übergeben, der das Verständnis der Essenz der Lehre manifestieren könne. Alle Mönche waren überzeugt, dass Shenxiu, der Hauptmönch, das fundierteste Verständnis hätte, und verzichteten darauf, ein Gedicht zu verfassen.
Shenxiu schrieb folgenden Vers an die Klostermauern:
Dieser Leib ist der Bodhi-Baum
Die Seele ist ein klarer Spiegel
Poliere ihn allzeit mit Eifer
Lass keinen Staub daran haften
Der Dharma-Vorfahre bescheinigte dem Shenxiu, dass er das äußere Tor der Erkenntnis erreicht hätte, aber noch nicht eingetreten wäre.
Alle Mönche lasen das Gatha mit Bewunderung und wiederholten es. So kam es auch dem Küchengehilfen Huineng zu Ohren. Huineng ließ sich das Gatha noch einmal vorlesen, dichtete seinerseits einen Vers und bat einen vorbeikommenden Beamten, ihn daneben zu schreiben:
Dieser Leib ist kein Bodhi-Baum
Nirgends strahlt der Glanz des Spiegels
Da nichts von Anbeginn existiert
Wo sollte Staub sich sammeln?
Als der Fünfte Dharma-Vorfahre dieses Gatha sah, wischte er es mit seinem Schuh ab, um bei den gebildeten Mönchen keine Eifersucht zu schüren. Später besuchte er Huineng in der Reismühle, übergab ihm zu Mitternacht im Geheimen die Robe und machte ihn zum Sechsten Dharma-Nachfolger.
Da nichts von Anbeginn existiert
Welches sind die Mächte die meine augenblickliche Ansicht sind?
Soviel ist klar: Es sind gegenwärtig aktive Mächte.
Es sind DÄMONEN.
Nachdem mir theoretisch die fundamentale Bedeutung der Gegenwart klar geworden war entsann ich mich ein oder zwei Absätze die ich flüchtig bei Henri Bergson gelesen hatte. Damals hatte ich sie mit dem geübten Reflex eines artigen Rationalisten als zwar originell aber als zu unwahrscheinlich und kompliziert abgetan.
Man muss nämlich wissen, dass ein Rationalist so rational gar nicht ist, sondern konservativ.
Er versteht sich vor allem darauf das schon bestehende mit guten Gründen zu verteidigen. Er tut aber alles Neue leichtfertig als irrational ab. Er will vor allem eines: Sich sicher fühlen in seinem angestammten Revier. Und so geht es immer weiter, bis das Neue nicht mehr neu ist und da findet sich auch schon die nächste Generation von "Rationalisten", die es zu verteidigen weiß.
Bergson schrieb von der sich ständig verändernden DAUER (Gegenwart), die nicht nur ein verwirklichen von schon zuvor vorhandenen potentiellen Möglichkeiten sei, sondern ein Hervorsprudeln von wirklich neuer Schöpfung. Das wollte mir vorher nicht einleuchten, spricht nicht Ockham`s Razor dagegen? Nun aber war ich gezwungen dieser Möglichkeit ins Auge zu sehen.
Was ist wenn er recht hat?
Was ist, wenn die Wirklichkeit tatsächlich so beschaffen ist?
Was ist, wenn das Geschehen nicht durch rationale Regeln beschrieben und eingefangen ist, sondern unaufhörlich etwas unvorhersehbar Neues passiert. Etwas dass zuvor nicht einmal möglich war.
Bergson sagt: Was passiert war vorher nicht einmal als Möglichkeit gegeben. Die Möglichkeit wird erst erzeugt durch das Geschehen .
Wie es der Humor der Vorsehung will war es wenig später ausgerechnet in einem Uhrenladen in dem ich auch die Erfahrung dieser veränderten Sicht der Zeit machte. Damals sammelte ich alte Taschenuhren. Ich blickte auf die Auslage der Uhren mit ihren Ziffernblättern und ihren Zeigern und bemerkte auf einen Schlag etwas, dass ich noch nie zuvor gesehen hatte.
Und das hört sich trivial an und mag unverständlich klingen für den, dem diese Erfahrung nie fehlte, aber für mich war dies das atemberaubende Eintauchen in eine völlig neue Welt.
Ich sah wie die Zeiger alle auf einmal tickten, alle zugleich und doch nicht gleichzeitig, aber auch nicht in einer Reihenfolge nacheinander.
Ich hatte eine Erleuchtung.
Wer hat die Welt die ich kenne abrupt verschwinden lassen und dafür eine völlig andere hingesetzt?
Reduktionismus
Reduktionismus... Rationalismus.
Was nicht in fein getrennten Rationen hintereinander geschluckt werden kann existiert nicht.
Rationalität verändert sogar die Wahrnehmung derart, dass alle Erfahrungen die ihm widersprechen rausgefiltert, zensiert werden.
Kein Wunder, dass man mit diesen Leuten nicht argumentieren kann.
Für mich ist dies heute ein Beweis - neben vielen anderen ähnlichen Erfahrungen - wie die Lehre ihre eigene wahrnehmung bestimmt. Wie das herrschende Paradigma filtert und die Weltsicht schafft die ihr entspricht und alle anderen ausschließt.
Der herrschende Dämon bestimmt die Welt in der wir leben.
Was wir sehen.
Was wir tun.
Was wir erfahren.
Als erstes bemerkt man wohl das GLEIßEN !
Wo vorher Reflektionen waren ist nunmehr Gleißen.
das gleißende Gold und der glutrote Schatz
es bringt der Hort Dich zur Hell
Es ist kein Zufall, dass in der Edda so viel vom Gleißen die Rede ist.
Das ist das Schauen in einer noch magischen Welt.
"Reflektion" ist ein rationaler Begriff hinter dem eine rationale Erklärung steht, zerhakt in einzelne Glieder, die nicht leben.
Das ist nicht das einfache Schauen.
Da wird eine Präsenz, die Präsenz vom Gleißen erklärt, d. h. die Präsenz wird mit einem Etikett überklebt. Man sieht nicht mehr die Präsenz, sondern nur noch das Etikett.
Reflektion:
Dieses Chrom leuchtet nicht selber, sondern da werden nur die Licht-Strahlen der Sonne reflektiert.
Das ist eine ENTWERTUNG ! !
Man achte auch auf den magischen Bann: Die Verwendung des Wortes nur.
Man sieht das Gleißen als erstes !
Inmitten bläulich aufgespannter Weite
hält leise Luft
den kühlen Atem an
die Sonne fällt
zerklirrt in glühend Splitter
auf wild sich windend Haut
von gläsern Wasser
Die Sonne wird nicht reflektiert.
Das sind keine reflektierten "Sonnenstrahlen".
Da tanzen glühende Splitter der Sonne auf dem Wasser.
Das ist die Sicht, bevor die Welt durch Analyse zertrennt wurde.
Surtur fährt von Süden mit flammendem Schwert,
Von seiner Klinge scheint die Sonne der Götter.
Als nächstes bemerkte ich wie die Bäume sich bewegten, kraftvoll ihre Äste schwangen.
Ich will nicht sagen, dass ich den Bäumen eine aktive Bewegung wie bei den Tieren zuschrieb - und doch SAH ich doch, dass sie sich bewegten.
Ich war hinter die rationale Erklärung der Bewegung durch den Wind zurückgetreten - wohl wissend im Hinterkopf, dass es diese gibt.
Man muss durchaus kein Schwachkopf sein, wenn man auch anderen Sichtweisen zugänglich ist.
Aber diese Erfahrung der lebendigen Natur war doch um so vieles reicher.
Not as the plants and flowers of earth growing peacefully beneath a simple sun were the blossoms of the planet Lophaï. Coiling and uncoiling in double dawns; tossing tumultuously under vast suns of jade green and balas-ruby orange; swaying and weltering in rich twilights in aurora-curtained nights they resembled fields of rooted serpents that dance eternally to an other-worldly music.
[The demon of the flower | Clark Ashton Smith]
Anscheinend ist diese Erfahrung von den sich bewegenden Bäumen ein allgemeines Bild bei magischen animistischen Weltsichten.
Damit war ich zurückgetreten in die animistische Weltsicht in der alles bewegt und beseelt ist.
Dies entspricht unserem natürlichen Erleben.
Bevor wir lernen unser Erleben mit angelernten Lehrsätzen zu substituieren.
Ich weiß auch nicht, warum das aneinander ausschließen müsste.
wir brauchen die Welt unseres Erlebens - und sei es nur dazu, um sie zu erklären.
Nun sagt der Rationalist gleich wieder: Das sei unwichtig nebensächlich irrational usw. -
Lass ihn reden. Er kann nicht anders. Denn um die Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit nicht zu sehen und nicht zu erleben muß man zuvor seine eigene Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit geopfert haben.
Aus Schmerz. Um schmerz zu vermeiden.
Ich habe mir diese Erfahrung aber durchaus nicht "eingebildet".
Das genaue Gegenteil ist die Wahrheit: Gerade die Enthaltung von einer Einbildung, nämlich der Standardeinbildung der herrschenden Lehre (sprich: Der Erklärung mit dem Wind) machte mich dieser Erfahrung erst zugänglich.
Es ist dies eine furchterregende Erfahrung
eine unheimliche Erfahrung
eine faszinierende Erfahrung.
Mit einem Wort: eine mystische Erfahrung.
Als unbedeutend kann sie nur der abtun, der sie nicht selbst erlebt hat.
Für den Anderen aber ist dies die eine alles verändernde Erfahrung.
Nichts ist so wie es vorher war.
Alles ist umgefärbt.
Beeinflusst wurde ich bei der Ausarbeitung der hier skizzierten Dämonologie durch hauptsächlich folgende Autoren:
Henri Bergson
George Berkeley
Brian M. Stableford
Ronald D. Laing
Clark Ashton Smith
und meinem großen Lehrer Friedrich Nietzsche.